CEO der Wechselbörse Mt. Gox verlässt Bitcoin Foundation

Der seit 7. Februar anhaltende Handelsstopp der zuvor weltgrößten Bitcoin-Börse führte zu drastischen Kursverlusten. Mt. Gox begründete sein Vorgehen mit einem Softwarefehler, der Bitcoin generell betreffe. Die Bitcoin Foundation wies das scharf zurück und warf der Börse unzureichende technische Umsetzung vor.

Mark Karpeles, CEO der Bitcoin-Wechselbörse Mt. Gox, hat seinen Sitz im Vorstand der Bitcoin Foundation mit sofortiger Wirkung aufgegeben. Sein Rücktritt folgt öffentlich ausgetragenen Meinungsverschiedenheiten zwischen Mitgliedern des Gremiums. Die von Mt. Gox angegebenen Gründe für den anhaltenden Auszahlungsstopp der Börse erschienen anderen Vorstandsmitgliedern offenbar wenig glaubhaft.

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Das 2009 zunächst als Tauschzentrale für Sammelkarten gegründete Mt. Gox etablierte sich zwar schon früh als weltweit größter Handelsplatz für Bitcoins, erlitt inzwischen aber einen drastischen Vertrauensverlust. Schon 2013 stoppte das in Tokio ansässige Mt. Gox wiederholt die Auszahlungen und löste damit Kursbewegungen nach unten aus. Am 7. Februar sperrte die Börse alle Abhebungen und begründete die Maßnahme mit einem Softwarefehler, der auch die virtuelle Währung Bitcoin allgemein betreffe.

„Das von uns identifizierte Problem ist nicht auf Mt. Gox beschränkt, sondern betrifft alle Transaktionen, bei denen Bitcoins an einen Dritten übersandt werden“, erklärte die Wechselbörse. Es handle sich um eine Schwachstelle in der Bitcoin-Software, die es jemandem erlauben könnte, Einzelheiten einer Transaktion zu verändern und dadurch Bitcoins zu entwenden.

Das wiederum bestritt Gavin Andresen ganz entschieden, Chief Scientist der Bitcoin Foundation, die sich der Standardisierung und Förderung des kryptografischen Geldes Bitcoin verschrieben hat. „Im Gegensatz zur Behauptung von Mt. Gox ist nicht Bitcoin schuld“, überschrieb er einen Blogeintrag. Die Problematik sei vielmehr seit 2011 bekannt. Mt. Gox habe sich schlicht und einfach unzureichend auf die technischen Herausforderungen des Bitcoin-Handels vorbereitet und eine stark abweichende Wallet-Software implementiert.

Eine Petition forderte die Entfernung von Mark Karpeles aus dem Vorstand der Bitcoin-Foundation, da Mt. Gox ein Hindernis für den langfristigen Erfolg des Bitcoin-Protokolls darstelle – und fand rasch 1740 Unterzeichner. Durch seinen schnellen freiwilligen Rücktritt kam der CEO von Mt. Gox einem möglichen Hinauswurf zuvor.

Die anhaltenden Probleme von Mt. Gox veranlassten CoinDesk inzwischen dazu, die Wechselbörse aus seinem Preisindex zu nehmen. Bitcoins wurden bei Mt. Gox am Montag für rund 232 Dollar gehandelt, während der Durchschnitt anderer bedeutender Börsen laut CoinDesk bei rund 570 Dollar lag. Für Überraschung sorgte außerdem die Löschung aller Nachrichten im offiziellen Twitter-Feed von Mt. Gox. Die mangelnde Kommunikation des Unternehmens führte erst recht zu Mutmaßungen über eine bevorstehende Insolvenz der angeschlagenen Börse.

[mit Material von Max Smolaks, TechWeekEurope.co.uk]

Themenseiten: Bitcoin, Bitcoin Foundation, E-Commerce, Mt. Gox, Open Source

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