MWC: Mozilla plant 25-Dollar-Smartphones mit Firefox OS

Damit will es wachstumsstarke Entwicklungsmärkte wie Indonesien oder Indien bedienen. Die Geräte sollen in Kooperation mit dem chinesischen Chipdesigner Spreadtrum Communications entwickelt werden und eine Alternative zu Feature Phones darstellen.

Mozilla hat auf dem heute gestarteten Mobile World Congress in Barcelona eine Partnerschaft mit dem chinesischen Chipdesigner Spreadtrum Communications bekannt gegeben. Zusammen wollen die Unternehmen extrem günstige Smartphones mit Firefox OS entwickeln. Sie sollen in wachstumsstarken Entwicklungsmärkten wie Indonesien oder Indien erscheinen, wo die Mehrzahl der Menschen sich keine teuren High-End-Modelle von Apple oder Android-Herstellern leisten können.

Ein von Mozilla auf dem MWC gezeigtes Referenz-Telefon mit Spreadtrums Prozessor und Firefox OS (Bild: Stephen Shankland/CNET)

„Wir arbeiten mit ihnen daran, die 50-Dollar-Marke zu durchbrechen, was schwierig ist“, sagte Mozilla-CTO Brendan Eich. Als Preisziel peile man 25 Dollar an. Die günstigen Firefox-OS-Geräte seien für eine Reihe Vertriebskanäle in Asien gedacht – ohne Beteiligung von Mobilfunkanbietern, die in anderen Teilen der Welt den Vertrieb bestimmen.

Eine der Firmen, die die Telefone herstellen und bewerben wollen, ist das indonesische Unternehmen Polytron. Die indonesischen Carrier Telkomsel und Indosat beabsichtigen ebenfalls, solche Geräte zu verkaufen.

„Dieser Preispunkt ist für Google und selbst für die günstigsten Android-Smartphone-Hersteller außer Reichweite. Er bringt Firefox OS in den Bereich von Feature Phones, was eventuell den Anfang vom Ende dieser Kategorie kennzeichnet“, kommentierte Ovum-Analyst Nick Dillon.

Nutzern moderner Android- oder iOS-Geräte dürften die Firefox-Telefone zu klein, leistungsschwach und in ihrer Funktion zu eingeschränkt erscheinen. Mozilla-Chefin Mitchell Baker betont jedoch, dass sie nach anderen Kriterien beurteilt werden müssen. „Stellen Sie sich vor, das Telefon in ihrer Tasche ist ein Feature Phone. Stellen Sie sich vor, dass es beim Kauf eines von diesen auf jeden Euro ankommt“, sagte sie auf einer Pressekonferenz. Angesichts „der Reichhaltigkeit und Kraft, die wir diesem Markt bieten können, wären Sie überrascht. Dann stellen Sie sich vor, was wir von dort aus noch erreichen können.“

Mozilla hat mit der mit Firefox OS verfolgten Low-End-Strategie eine Marktnische entdeckt. Die ersten Smartphones mit dem browserbasierten Mobilbetriebssystem feierten ihr Debut in Ländern wie Ungarn, Venezuela, Kolumbien, Brasilien und Griechenland. Von Firefox OS verspricht sich die Non-Profit-Organisation auch die Grenzen einzureißen, die etwa Anwender von Android und iOS in einem Ökosystem aus Hardware, OS, App Store, Services, Inhalten und Apps gefangen hält.

Mozillas Partner präsentieren auf dem MWC auch einige neue Smartphones mit Firefox OS. ZTE zeigt beispielsweise das Open C und Open II, Alcatel das One Touch Fire S, Fire E und Fire C. Mit dem One Touch Fire 7 bringt Alcatel zudem ein erstes Firefox-OS-Tablet auf den Markt. Als neuen Partner für sein Mobilbetriebssystem konnte Mozilla in Barcelona Huawei bekannt geben, das mit dem Y300 ein 4-Zoll-Smartphone mit Dual-Core-CPU, 512 MByte RAM, 5-Megapixel-Kamera anbieten will.

[mit Material von Stephen Shankland, News.com]

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Themenseiten: Firefox OS, MWC, Mozilla, Smartphone

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Björn Greif
Autor: Björn Greif
Redakteur ZDNet.de
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