Dell führt 2014 Thunderbolt für Workstations ein

Bisher fand es "das Ökosystem nicht reif genug". Zu teuer ist ihm die Technik eigentlich auch jetzt noch. Der Workstation-Bereich verzeichnet anders als das PC-Geschäft noch Zuwächse, weil die Geräte nicht durch Tablets zu ersetzen sind. Dell ist hier aktuell die Nummer 2 hinter HP.

Dell erwägt, die bisher von ihm geschmähte Verbindungstechnik Thunderbolt im Lauf des Jahres doch noch einzusetzen – und zwar im Workstation-Segment. „Ich habe das Gefühl, Thunderbolt hat sich etwas mehr dem Mainstream angenähert, was das High End angeht“, kommentiert Pat Kennar, der bei Dell für die Precision-Workstations zuständig ist, gegenüber News.com. „Wir überlegen uns das noch für Produkte, die in diesem Jahr oder Anfang des nächsten erscheinen.“

thunderbolt-logo

Die zunächst nur von Apple – aber von diesem lautstark – eingeführte Verbindungstechnik fand sich bei Dell bisher nur in einem All-in-One-PC – dem High-End-Gerät XPS One 27 von 2013. Aber inzwischen ist die Technik im Workstation-Segment angekommen, wo sie der neue Apple Mac Pro und auch Marktführer HP einsetzt – nicht aber der aktuell zweitgrößte Anbieter Dell. Dabei gewinnt das Workstation-Segment noch an Bedeutung, weil Workstations für Architekten, Designer, Forscher und Ingenieure durch nichts zu ersetzen sind, während bisherige PC-Käufer reihenweise auf Tablets umsteigen: Im dritten Quartal 2013 erhöhte sich der Workstation-Absatz laut Jon Peddie Research um 3,6 Prozent auf 973.000 Stück.

„Als wir vor ein paar Jahren eine Entscheidung dazu getroffen haben, sahen wir zwei Probleme“, sagt Kennar. Erstens: „Damals war Thunderbolt sehr teuer. Es ist auch jetzt nicht so viel billiger.“ Und zweitens: „Wir hielten das Ökosystem der Branche rund um Thunderbolt nicht für reif genug, um zu investieren. Die Spezifikation änderte sich immer wieder. Wir waren der Meinung, mit Docking-Lösungen haben wir schon sehr schnellen Input-Output.“

Thunderbolt-Kabel

Hewlett-Packard hat Thunderbolt 2013 bei seinen Workstations eingeführt, auch beim All-in-One-Touchscreen-Modell HP Z1 G2. Apple nutzt die Technik seit 2011, aber erst seit 2012 im Macbook Pro. Durch die Einführung von Thunderbolt 2, die letztes Jahr begonnen hat, konnte auch der Durchsatz verdoppelt werden – auf nun 20 GBit/s bidirektional. Thunderbolt 2 ist Intel zufolge voll abwärtskompatibel: Es verwendet die gleichen Kabel und Anschlüsse wie das ursprüngliche Thunderbolt.

Mit der Aktualisierung hält Thunderbolt den wesentlich billiger zu realisierenden USB-Standard auf Distanz, was die erreichbaren Durchsätze angeht. USB 3.0 kommt derzeit auf 5 GBit/s; dies soll sich im kommenden Jahr verdoppeln. Zu Thunderbolts Vorteilen gehört zudem, dass sich Geräte hintereinanderschalten lassen.

[mit Material von Stephen Shankland, News.com]

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Themenseiten: Apple, Dell, Desktop, Displays, Hewlett-Packard, Peripherie, Thunderbolt

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