Google positioniert sich gegen Adobes Layout-Technik CSS Regions

Sie war bisher in Googles Browserengine Blink integriert. Jetzt soll sie aber entfernt werden, weil sie sich nicht mit Googles Entwicklungszielen für 2014 verträgt. Es will Chrome zum schnellsten Mobilbrowser und das Web zur attraktivsten Plattform für Entwickler ausbauen.

Der Projektleiter von Googles Browserengine Blink, Eric Seidel, hat sich dafür ausgesprochen, den Code für Adobes Web-Publishing-Technik CSS Regions aus dieser zu entfernen. Google habe seine Meinung geändert, da die Technik zu komplex sei und Google bei der Verfolgung seiner obersten Prioritäten 2014 behindere – nämlich mehr Geschwindigkeit für Chrome auf Mobilgeräten.

CSS Regions im Einsatz (Bild: Adobe)CSS Regions im Einsatz (Bild: Adobe)

CSS Regions ermöglicht zeitschriftenartige Layouts von Webseiten, bei denen der Text beispielsweise um Grafiken herum fließt. Adobe arbeitet sei Jahren daran, nachdem es 2010 beschlossen hatte, sich von proprietären Techniken wie Flash weg und hin zu offenen Standard wie HTML5 und CSS zu bewegen. Als erste Erfolge konnte es verbuchen, dass CSS Regions Einzug in Apples Browserengine Webkit und Googles Blink fand. Jetzt aber schlägt Seidel vor, gemeinsam mit Adobe den CSS-Regions-Code wieder aus Blink zu entfernen.

„Ich glaube, dass der Fokus für Blink dieses Jahr auf Mobile und genauer Mobilgeräte-Performance liegen muss. Mir ist klar geworden, dass Regions nicht gut mit den existierenden Leistungsverbesserungen zurechtkommt sowie die laufende Vereinfachung und Optimierung der Core-Rendering-Codes behindert“, schreibt Seidel. „Regions füllt eine echte Lücken der Web-Plattform aus. Aber ich glaube, dass Blink (hoffentlich mit Hilfe von Adobe) andere, einfachere und kleinere Möglichkeiten finden muss, um diese Defizite zu beheben.“

Unterstützer der Adobe-Technik argumentieren, CSS Regions wie auch das verwandte Text Fragmentation seien sehr nützlich. Google werde mit seiner „drakonischen“ Entscheidungsfindung andere entmutigen, noch zu Blink beizutragen. Adobe dagegen versucht sachlich, Google umzustimmen. „Wir versprechen, daran mitzuarbeiten, diese Bedenken zu zerstreuen und sicherzustellen, dass der Regions-Code die Ziele von Blink für 2014 nicht behindert“, schreiben zwei Teammitglieder.

HTML-Tag Blink

Bisher ist dieses Entgegenkommen bei Google noch nicht auf Begeisterung gestoßen. Ein weiterer Chrome-Programmierer, Adam Barth, schreibt, man wolle Blink so stark optimieren, dass es sich für Entwickler nicht mehr lohne, für Software-Plattformen wie Apples Cocoa zu schreiben, sondern stattdessen direkt für Web. „Es ist nicht so, dass mich die Betrachtung von Büchern und Zeitschriften nicht interessieren würde, ich bin einfach noch mehr daran interessiert, das Web zu einer unwiderstehlichen Plattform für Anwendungen zu machen – mehr als etwa Cocoa.“

Über die Ziele der Blink-Entwicklung 2014 sagt Seidel: „Blink soll die eindeutig leistungsstärkste Web-Engine für Mobilgeräte werden.“ Das bedeute nicht nur einen Spitzenplatz in Benchmarks, sondern auch den niedrigsten Stromverbrauch und Speicherverbrauch, die kürzesten Ladezeiten für Webseiten und Web-Apps sowie sanfte Bildschirmaktualisierungen beim Scrollen oder der Anzeige animierter Elemente.

[mit Material von Stephen Shankland, News.com]

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Themenseiten: Adobe, Android, Anwendungsentwicklung, Browser, Google, HTML 5, Webentwicklung

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