AT&T schließt Vodafone-Übernahme in den nächsten sechs Monaten aus

Die verbindliche Erklärung erfolgte auf Drängen der britischen Kartellbehörde. Sie muss den Rückkauf von Vodafones Anteilen an Verizon Wireless durch dessen Konzernmutter genehmigen. AT&T sieht den europäischen Markt als große Wachstumschance an.

Nach monatelangen Spekulationen hat der US-Telekommunikationskonzern AT&T eine Übernahme von Vodafone im nächsten halben Jahr ausgeschlossen. Die Erklärung erfolgte auf Drängen der britischen Kartellbehörde. Nach dem Verkauf seiner Anteile an Verizon Wireless schien Vodafone ein idealer Übernahmekandidat für AT&T, das aufgrund einer Stagnation im US-Markt nach Chancen im Ausland sucht.

Vodafone

„AT&T hat die jüngsten Spekulationen über eine mögliche Transaktion mit Beteiligung der Vodafone Group und die jüngste Entwicklung des Aktienkurses von Vodafone zur Kenntnis genommen“, heißt es in der Erklärung. „Auf Bitte des UK Takeover Panel bestätigt AT&T, dass es nicht plant, ein Angebot für Vodafone zu machen.“

Nach britischen Kartellgesetzen ist AT&T nun für sechs Monate an seine Zusage gebunden. Sollte aber ein anderes Unternehmen für Vodafone bieten, könnte es eine Gegenofferte machen. Beobachter glauben, dass die Vodafone-Aktionäre eine Übernahme gutheißen würden und deshalb das Rückkauf-Angebot von Verizon unterstützt haben. Ohne Beteiligung auf dem US-Markt ist Vodafone für Übernahmen durch US-Firmen attraktiver.

AT&T ist der aktuell zweitgrößte Telekommunikationsanbieter in den USA, wo es ihm aber nicht zu gelingen scheint, seine Anteile weiter auszubauen. Es sieht aber großes Potenzial im europäischen Markt, wo die Umsätze noch zu einem großen Teil mit Sprachtelefonie und SMS gemacht werden. Hier würde es mit datenbasierten Tarifen ansetzen, wie sie in den USA üblich sind. Es soll schon Interesse am britischen Provider EE gezeigt haben.

Vodafone ist der global zweitgrößte Provider; zusammen mit AT&T würde es das umsatzstärkste Telekommunikationsunternehmen der Welt mit über 500 Millionen Kunden bilden. Es gilt aber als unwahrscheinlich, dass AT&T alle Aktivposten von Vodafone behalten würde. Insbesondere Netzwerke in Entwicklungsmärkten würden sich mutmaßlich relativ leicht an andere Marktteilnehmer wie Carlos Slim Helús America Movil oder China Mobile weiterverkaufen lassen. Als Interessent für Vodafones Afrikageschäft wurde zudem schon der französische Anbieter Orange genannt.

[mit Material von Steve McCaskill, TechWeekEurope.co.uk]

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Themenseiten: AT&T, Kartell, Strategien, Telekommunikation, Vodafone, Übernahmen

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