Bericht: Ex-FIA-Boss Max Mosley will Google erneut verklagen

Nach einer erfolgreichen Klage gegen die Bildersuche nimmt er nun die automatische Suchwortvervollständigung ins Visier. Gibt man seinen Namen bei Google ein, ergänzt die Suche automatisch "skandal bilder" oder "intime party". Mosley will unter anderem in Deutschland und Frankreich dagegen klagen.

Nach seiner erfolgreichen Klage gegen Googles Bildersuche will der ehemalige Chef des Automobilweltverbandes FIA, Max Mosley, nun auch gegen die Autovervollständigungsfunktion der Google-Suche vorgehen. „Das ist das Nächste auf unserer Liste, in Deutschland und in Frankreich“, sagte er dem Nachrichtenmagazin Der Spiegel.

Gibt man bei Google den Namen Max Mosley ein, ergänzt die Suche automatisch „skandal bilder“, „intime party“ oder „prostitutes video“. Ähnlich verhielt es sich bei Suchvorschlägen zur Exfrau des früheren deutschen Bundespräsidenten Christian Wulff. Sie klagte, weil etwa „wulff“ zu „wulff bettina prostituierte“ vervollständigt wurde, was Stand heute nicht mehr der Fall ist.

Wenig schmeichelhaft: die vorgeschlagenen Suchbegriffe bei der Google-Bildersuche zum Namen Max Mosley am 24. Januar 2014 (Screenshot: ITespresso).Wenig schmeichelhaft: die vorgeschlagenen Suchbegriffe bei der Google-Bildersuche zum Namen Max Mosley am 24. Januar 2014 (Screenshot: ITespresso).

Nach einem Urteil des Bundesgerichtshofs vom Mai 2013 haben beide Kläger gute Chancen, ihr Verfahren gegen Google zu gewinnen. Die Karlsruher Richter entschieden damals, dass der Suchkonzern bei Eingriffen ins Persönlichkeitsrecht die Suchwortergänzungsvorschläge nach Beanstandungen streichen muss. Sie betonten allerdings, dass Google seine Autocomplete-Vorschläge nicht vorab prüfen müsse, sondern erst auf Beschwerden hin.

Außer in Deutschland und Frankreich will Mosley Google auch in Großbritannien und Kalifornien verklagen. Gegenüber dem Spiegel sprach er von einer „Signalwirkung“ der erstrittenen Urteile. Das Landgericht Hamburg hatte vergangenen Freitag entschieden, dass Google rechtsverletzende Bilder aus den Ergebnissen seiner Suchmaschine herausfiltern und sperren muss. Bei den vom Ex-FIA-Boss beanstandeten Fotos handelt es sich um Screenshots eines Videos, auf dem Mosley angeblich als Teilnehmer einer bizarren Sexparty zu sehen ist.

„Bei Google läuft etwas wirklich schief: Technisch sind sie brillant, sensationell. Aber moralisch ist das Management schlicht unreif. Dieser Konzern ist so groß, so arrogant, er tut, was immer er will, und kümmert sich nicht um das Gesetz“, übte Mosley scharfe Kritik an Google. Das Unternehmen führe sich auf „wie ein Halbwüchsiger, der sich gegen das Establishment auflehnt“. Google müsse erkennen, dass es Teil der Gesellschaft sei, und Verantwortung übernehmen.

Tipp: Wie gut kennen Sie Google? Testen Sie Ihr Wissen – mit dem Quiz auf silicon.de.

Themenseiten: Google, Suchmaschine

Fanden Sie diesen Artikel nützlich?
Content Loading ...
Whitepaper

ZDNet für mobile Geräte
ZDNet-App für Android herunterladen Lesen Sie ZDNet-Artikel in Google Currents ZDNet-App für iOS

Artikel empfehlen:

Neueste Kommentare 

2 Kommentare zu Bericht: Ex-FIA-Boss Max Mosley will Google erneut verklagen

Kommentar hinzufügen
  • Am 27. Januar 2014 um 18:20 von sino

    Haha… Baut mist, kritisiert aber Google..
    Selbst schuld Herr Mosley.

    Soll er sich damit abfinden einfach das er als Skandal Promi keine Privatsphäre haben wird.

  • Am 27. Januar 2014 um 22:04 von Judas Ischias

    Das Mosley sich selbst wie ein Halbwüchsiger, Unreifer aufführt, merkt er gar nicht. Obwohl, ich würde ihn eher als alterssenilen, arroganten Sack bezeichnen. Erst so blöd sein, sich bei so einer „Party“ filmen lassen und dann unsere Gerichte mit so einem Schrott zu blockieren.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *