Mainzer Start-up Private.Ki testet Plattform zur E-Mail-Verschlüsselung

Sie verwendet den PGP-Standard mit 2048 respektive 4096 Bit. Die Bedienung erfolgt wie bei einem herkömmlichen Webmail-Dienst über den Browser. Außer einer Basisversion für Privatanwender und Kleinunternehmen wird es zum Start im Februar auch eine Enterprise-Variante geben.

Das Mainzer Start-up Private.Ki (gesprochen: Private Key) hat einen Betatest seiner webbasierten Plattform zur E-Mail-Verschlüsselung gestartet, die den PGP-Standard mit 2048 respektive 4096 Bit verwendet. Interessenten können sich ab sofort dafür registrieren. Dazu müssen sie lediglich ihren Namen und eine gültige E-Mail-Adresse angeben.

Private.Ki macht deutlich, worum es ihm geht (Bild: Private.Ki).

Hinter dem Mitte 2013 gegründeten Unternehmen steht der teilweise umstrittene Sicherheitsexperte, Netzaktivist und Politiker Tobias Huch. Er hatte erstmals im Jahre 2000 auf sich aufmerksam gemacht, als er Server des Bundesjustizministeriums knackte. Später war er dann an der Aufdeckung von Datenskandalen bei T-Mobile und Schlecker beteiligt, fand Datenschutzlücken bei T-Online sowie Sicherheitslücken bei der Hetzner Online AG.

„Wir haben die technischen und rechtlichen Voraussetzungen geschaffen, einen sicheren Kommunikationsdienst anzubieten“, so Huch in einer Pressemitteilung. „Wir als neutraler Anbieter schützen jegliche Kommunikation – egal, ob hier ein Privatkunde mit Freunden kommuniziert, ein Arzt vertrauliche Patientenunterlagen an einen Kollegen schickt oder ein Whistleblower Informationen an einen Journalisten übermittelt: Bei uns ist jegliche Kommunikation vom Absender zum Empfänger verschlüsselt.“

Private.Ki ist wie jeder herkömmliche Webmail-Dienst über den Browser nutzbar. Eine Verschlüsselungssoftware muss nicht installiert werden. Der Schlüssel, mit dem die Kommunikation entschlüsselt werden kann, verbleibt lokal beim Benutzer. Dadurch kann nicht einmal der Anbieter die Nachrichten entschlüsseln.

„Wir haben aus den Fehlern von Lavabit gelernt und haben Private.Ki so entwickelt, dass jeglicher Druck durch Behörden oder Geheimdienste nutzlos ist. Wir sorgen dafür, dass verschlüsselte E-Mails nur vom ursprünglichen Empfänger gelesen werden können“, erklärt Huch.

Lavabit war unter anderem der E-Mail-Provider von Edward Snowden. Im August 2013 stellte er überraschend seinen Dienst ein. Später kam heraus, dass die Betreiber von der US-Regierung unter Druck gesetzt worden waren, um an Informationen über Snowden zu kommen.

Private.Ki wird sich in einer Basisversion an Privatanwender und Kleinunternehmen richten. Eine sogenannte Enterprise-Variante ist für Berufsgeheimnisträger, etwa Anwälte, Politiker oder Steuerberater und Unternehmen gedacht. Preise hat das Unternehmen noch nicht genannt. Die wird es voraussichtlich erst zum öffentlichen Start der Plattform Anfang Februar bekannt geben.

[mit Material von Peter Marwan, ITespresso.de]

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Björn Greif
Autor: Björn Greif
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1 Kommentar zu Mainzer Start-up Private.Ki testet Plattform zur E-Mail-Verschlüsselung

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  • Am 25. Januar 2014 um 21:01 von Ettore Atalan

    Die Fehler von Lavabit hat jedes US-amerikanische Unternehmen.

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