Spotify hebt Musikstreaming-Zeitlimit für Gratisnutzer auf

Bisher konnten sie über den Dienst nach Ablauf einer Sechsmonatsfrist nur einige Stunden pro Monat Musik hören. Der ungebrenzte Zugang war zahlenden Premium-Kunden vorbehalten. Diese profitieren nach wie vor von werbefreiem Zugriff, besserer Audioqualität und Offline-Nutzung.

Spotify hat die Zeitbeschränkungen für Gratisnutzer aufgehoben. Bisher konnten Anwender der Android-, iOS- und Webversion nach Ablauf einer sechsmonatigen Kennenlernphase pro Monat nur einige Stunden Musik über den Dienst streamen. Jetzt ist dies weltweit unbegrenzt möglich, wie Spotify per Blogbeitrag mitteilt.

Auch Gratisnutzer können über Spotify jetzt zeitlich unbegrenzt Musik streamen (Bild: Spotify).

„In der Vergangenheit mussten wir die Hörzeit auf einige Stunden pro Monat begrenzen, sobald eine sechsmonatige Schonfrist abgelaufen war“, schreibt Spotify-Sprecher Diego Planas Rego. „Jetzt gibt es aber keine Zeitlimits mehr, wenn sie Spotify Free nutzen. Wir haben die Beschränkungen auf allen Plattformen vollständig entfernt – sie können ihre Lieblingslieder nun sooft und solange hören, wie sie möchten.“

Bis dato konnten nur Kunden, die ein Premium-Abonnement für 9,99 Euro pro Monat abgeschlossen haben, das umfassende Musikangebot dauerhaft unbegrenzt nutzen. Zahlende Kunden profitieren zudem vom werbefreien Zugriff auf ihre Musik, einer besseren Klangqualität (320 KBit/s) und der Möglichkeit, auch auf dem Smartphone gezielt Songs auswählen zu können. Außerdem dürfen sie Lieder auf ihr Gerät herunterladen, um sie auch offline zu hören.

Die Zeitrestriktionen für die Clients für Android und iOS hatte Spotify bereits Mitte Dezember letzten Jahres mit der Einführung von Spotify Free auf Mobilgeräten aufgehoben, allerdings nicht explizit angekündigt. Zuvor war der Gratiszugang auf die Browserversion für den Desktop beschränkt.

Der Schritt markierte einen Umbruch in Spotifys Geschäftsmodell und könnte ihm zu einer deutlich größeren Nutzerbasis verhelfen. Das Fehlen einer kostenlosen Mobile-App hat das Wachstum des Unternehmens behindert. Indem es diese Lücke in seinem Angebot jetzt gefüllt hat, könnte es wieder an Fahrt aufnehmen.

Spotify, das seinen Nutzern die Auswahl der gewünschten Musik erlaubt, hat sich zu einem führenden Anbieter für Musikstreaming entwickelt, hinkt aber immer noch Pandora hinterher, das auf ein Internetradio-Modell setzt und dank kostenlosem Zugang auf deutlich mehr Mobilgeräten vertreten ist. Nach eigenen Angaben hatte Spotify Mitte Dezember mehr als 24 Millionen aktive Nutzer und 6 Millionen zahlende Abonnenten. Pandora zählte zu diesem Zeitpunkt 72,4 Millionen aktive Zuhörer und mehr als 200 Millionen registrierte Nutzer.

Auch Apple und Google drängen verstärkt in den Musikstreaming-Markt und machen den etablierten Diensten Konkurrenz. Das im Juni 2013 auf der Apple-Entwicklerkonferenz WWDC angekündigte iTunes Radio hat innerhalb von fünf Wochen nach dem Launch schon 20 Millionen Zuhörer gewinnen können. Googles im vergangenen Mai in den USA gestartetes abobasiertes Musikstreaming-Angebot Music All Access ist inzwischen auch in vielen anderen Ländern verfügbar, seit Dezember als Play Music All-Inclusive auch in Deutschland.

[mit Material von Christian Schartel, CNET.de]

Themenseiten: Musik, Spotify, Streaming

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