Amazon-Mitarbeiter in den USA stimmen gegen Gründung einer Gewerkschaft

Das Votum fiel mit 21 Nein- zu 6 Ja-Stimmen deutlich aus. Es wäre die erste Arbeitnehmervertretung des Onlinehändlers in den USA gewesen. Laut Gewerkschaftern hat Amazon Druck auf die Stimmberechtigten ausgeübt.

Amazons US-Mitarbeiter werden auch künftig vorerst ohne eine Arbeitnehmervertretung auskommen müssen. Eine Gruppe von Amazon-Angestellten aus Delaware lehnte am Mittwoch den Vorschlag ab, eine Gewerkschaft zu gründen. Sie wäre direkt an die International Association of Machinists and Aerospace Workers (IAMAW) angeschlossen gewesen.

IAMAW-Sprecher John Carr erklärte, für die Gründung einer Gewerkschaft seien oft mehrere Wahlzyklen nötig. Zugleich machte er Amazons Anti-Gewerkschaft-Taktiken für das negative Wahlergebnis verantwortlich. Die Abstimmung endete mit 21 Nein- zu 6 Ja-Stimmen.

Amazon-Versandzentrum (Bild: Amazon)

„Die Arbeiter bei Amazon wurden massiv unter Druck gesetzt von Managern und Anti-Gewerkschaft-Beratern, die angeheuert wurden, um die Organisationsabsichten zu unterdrücken“, sagte Carr. „Wir haben geantwortet, als diese Arbeiter zunächst Kontakt mit uns aufgenommen hatten, und wir werden weiter mit ihnen zusammenarbeiten, um das Recht auf gemeinsame Tarifverhandlungen einzufordern, das ihnen laut Bundesarbeitsrecht zusteht.“ Eine erneute Wahl ist nach US-Recht aber erst wieder nach einem Jahr möglich.

„Mit der heutigen Abstimmung gegen eine Vertretung durch Dritte haben unsere Angestellten deutlich gemacht, dass sie einen direkten Draht zu Amazon bevorzugen“, kommentierte Amazon-Sprecherin Mary Osako. „Diese direkte Verbindung ist der effizienteste Weg, die Wünsche und Bedürfnisse unserer Mitarbeiter zu verstehen und darauf zu antworten. Amazons Firmenkultur und Geschäftsmodell basieren auf schneller Innovation, Flexibilität und offener, direkter Kommunikation zwischen Managern und Untergebenen. Zusätzlich zu wettbewerbsfähigen Löhnen mit unfangreichen Sozialleistungen, Boni, Unterstützung zur Altersvorsorge, innovativen Programmen wie Career Choice und Aktienbeteiligungen bieten wir ein Support-Netzwerk, das den Erfolg unserer Arbeiter sicherstellt. Wir werden weiterhin einen starken Fokus auf die Schaffung eines großartigen Arbeitsumfelds legen, das alle unsere Angestellten unterstützt.“

Es wäre die erste Arbeitnehmervertretung des Online-Händlers in den USA gewesen. Die Gründung lag in den Händen der 26 Wartungs- und Reparatur-Techniker in Amazons Versandzentrum in Middleton, Delaware, in dem insgesamt 1500 Mitarbeiter beschäftigt sind.

IAMAW-Sprecher Carr zufolge wird eine Gewerkschaft, die Angestellten bei Verhandlungen zu Gehalt, Sozialleistungen und Arbeitsbedingungen unterstützt, benötigt, um eine Beaufsichtigung sicherzustellen. „Diese Arbeiter wollten die Gewerkschaft, um ein Sicherheitskomitee für das Versandzentrum zu gründen“, sagte er. „Ein ausgereifter Vertrag enthält mehr als nur Löhne und Sozialleistungen. Er gibt Arbeitern eine Stimme, was ihre Sicherheit und den Erhalt ihres Arbeitsplatzes angeht.“

Osako erwiderte auf Carrs Aussage zur Sicherheit, dass diese „höchste Priorität“ genieße. In diesem Zusammenhang wies sie darauf hin, dass Amazon Standards der Occupational Safety and Health Administration (OSHA) einhalte, die als Bundesbehörde die Sicherheit am Arbeitsplatz überwacht. „Es ist sicherer, in Amazons Versandzentren zu arbeiten, als in einem Kaufhaus“, sagte Osako.

Auch wenn die Arbeitnehmervertretung nur die knapp 30 Stimmberechtigten repräsentiert hätte, hätte sie eventuell andere Angestellte ermutigt, sich ebenfalls zu organisieren. Es wäre ein bedeutender Schritt in der Geschichte des Unternehmens gewesen, das seit Jahren wegen seiner Arbeitsbedingungen in der Kritik steht. In Deutschland demonstrierten Amazon-Mitarbeiter vergangenes Jahr für besser Löhne und Arbeitsbedingungen. Die Gewerkschaft Verdi fordert unter anderem eine Bezahlung gemäß des Tarifvertrags für den Einzel- und Versandhandel, während Amazon sich selbst als Logistikunternehmen sieht, das keinen Tarifvorgaben unterliegt. Verdi hat für dieses Jahr weitere Streiks und Proteste angekündigt, wogegen sich unter Amazon-Angestellten allerdings Widerstand regt.

[mit Material von Donna Tam, News.com]

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29 Kommentare zu Amazon-Mitarbeiter in den USA stimmen gegen Gründung einer Gewerkschaft

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  • Am 16. Januar 2014 um 15:58 von Hugo

    Schade. Als ich von Amazons Praktiken hier in Deutschland erfuhr habe ich meinen Acount gelöscht und seitdem nie wieder über Amazon gekauft. Wollte warten bis sich da einiges gravierend gebessert hat. So wie es jetzt aussieht werde ich weiterhin woanders kaufen, da sich ohne Gewerkschaft nichts ändern wird.

    • Am 17. Januar 2014 um 8:42 von Anne Weise

      Welche Praktiken meinst du? Manchmal ist es ratsam, sich umfangreichend und über unterschiedliche Kanäle zu informieren, damit man ein allumfassendes Bild bekommt. Sprich doch mal mit Menschen die bei Amazon arbeiten. Ich bin fest davon überzeugt, dass sie überwiegend Positives berichten können. Mich würde auch interessieren, wo konkret du jetzt einkaufen gehst und ob du die Arbeitsbedingungen dort schon mal überprüft hast.

      • Am 18. Januar 2014 um 8:08 von Volker Hau

        Du kannst den armen Hugo doch nicht einfach so mit Fakten verwirren, womöglich gefällt ihm nachher sein schönes Vorurteil nicht mehr…
        Gruß,

        Volker ;-)

      • Am 21. Januar 2014 um 8:37 von Hugo

        Ich kaufe jetzt meist über ebay oder direkt bei den Firmen, jedenfalls nicht mehr über die Amazonplattform. Mein Wissen habe ich aus Fernsehberichten in denen Amazonmitarbeiter Ihre Erfahrungen berichteten. Ich informiere mich auch über Verdi und bleibe bei meiner Ansicht. Eine Firma, deren Führung solche Zustände wie in dem Report gezeigt wurde duldet oder sogar will ist einfach nicht zu tolerieren. Und wie man sieht, nur durch solche Offenlegungen ändert sich überhaupt was zum positiven oder glaubst Du das Amazon von sich aus was geändert hätte wenn es nicht diesen Fernsehbericht gegeben hätte. Träum weiter von der heilen Welt.
        Bist Du Amazonmitarbeiter oder warum findest Du diese Firma so toll?

        • Am 21. Januar 2014 um 11:44 von I.Ewelstahl

          Hallo Hugo,

          ich habe bereits zwei Mal bei Amazon in Leipzig gearbeitet. Die Firma stellt Leute jeglichen arbeitsfähigen Alters ein, ohne Vorbildung, und zu einem mehr als fairen Gehalt. Viele Leute wollen dort übernommen werden, ich habe dieses Mal zwar kein Glück gehabt, da waren einfach keine Kapazitäten übrig, aber die Manager empfahlen mir, dran zu bleiben und sich weiter zu bewerben. Um seine Quote zu erfüllen, muss man sich schon ins Zeug legen, aber es ist machbar.

          Der Verdienst betrug bei mir im ersten Monat an die 1100 Euronen, im zweiten Monat bekam ich zusätzlich noch alle meine Überstunden ausgezahlt, die ich mir emsig angesammelt habe, und kam fast auf 1800 Euros – so viel habe ich noch nie verdient!

          Praktisch alle, die ich kenne, halten die Kritik an Amazon seitens der Medien und der Politik für völlig ungerechtfertigt. Es dürfte stimmen, dass viele Verbesserungen im Betrieb auf den Druck der Gewerkschaft erfolgten, Amazon als den Ausbeuter schlechthin darzustellen ist aber einfach nur dreist und ungerecht.

          Diese Amazon-Hetze ist ein Paradebeispiel für die mediale Trittbrettfahrerei, jeder Schreiberling kann sich nun bequem als ein Arbeiterfreund inszenieren – auf Kosten der Wahrheit und auf Kosten der Arbeiter selbst, denn ich muss mir echt Sorgen machen, dass sie mir die Firma, bei der ich liebend gerne arbeiten würde, aus Deutschland rausekeln.

          Sehr geehrter Hugo, ich weiß nicht, wie es mit Amazon anderswo bestellt ist, aber über die Lage in Deutschland wird es offensichtlich falsch berichtet. Wenn du glaubst, dass mich jemand angeheuert hat, um Amazon weißzuwaschen, dann bitte ich dich, das Ganze eigenständig zu überprüfen. Geh doch einfach zu einer Amazon-Filiale zum Schichtende, und frag ein paar Dutzend Leute, was sie von der Firma halten. Dann siehst du diese Firma und die entsprechende Berichterstattung bestimmt in einem ganz anderen Licht.

          Alles Gute

        • Am 21. Januar 2014 um 16:07 von punisher

          Hugo, du bist ein Musterbeispiel für Medienmanipulation. Wo kaufst du denn deinen Kaffee? Deine Kleidung? Hast du dich da auch informiert ob Kinder die Bohnen und wie Wolle pflücken? Wahrscheinlich nicht oder, kommt ja nicht in Fernsehen.

          • Am 22. Januar 2014 um 11:36 von hugo

            Typisch für Euch alle ist, auf andere Mißstände hinweisen um eigene Mißstände zu entschuldigen. Das hört sich doch fast nach Amazon-Führung an. Irgendwo muß man anfangen, und ich fange nicht an, sondern ich lebe sowas nicht nur Amazon gegenüber sondern bei allen was ich über die Medien mitbekomme. Unsere Medien sind gut, und was Amazon betrifft finden die Medien nachwievor vieles Negative zu berichten. Laut Euch ist das alles falsch, warum dementiert Amazon nicht? Weil es einfach stimmt.

  • Am 22. Januar 2014 um 19:05 von punisher

    Der Witz mit unseren Medien war gut. Egal, bestell du dein Zeug bei ebay, in der Hoffnung ein Original, keine B Ware und kein Diebesgut zu ersteigern. Ich bestell bei Amazon und am nächsten Tag ist es da. Ich hab nichts gegen ebay, aber da verkauft man nur noch gebrauchtes Zeug. Aber du kennst ja mit Sicherheit auch die Arbeitsbedingungen der ganzen ebay-Verkäufer ;)

    • Am 23. Januar 2014 um 16:56 von hugo

      Toll, immer diese Hetze gegen andere. Ebay als Hehlerportal zu bezeichnen, und alles andere als BWare abzutun ist unfair und typisch für Leute die nicht mitdenken wollen. Für Euch kommt der Strom aus der Steckdose und ist damit sauber. Amazon kommt für Euch auch aus der Steckdose so wie es scheint. Naja es gibt kritische Käufer und Käufer die nur alles schnell und prompt wollen egal unter welchen Arbeitsbedingungen diese prompte Lieferung erbracht werden muß. Das bei Ebay auch Firmen Neuware verkaufen und diese mindestens ebenso guenstig, gut und schnell geliefert wird wie anderswo sollte bekannt sein.

      • Am 23. Januar 2014 um 22:02 von punisher

        Und du kennst die Arbeitsbedingungen bei diesen Firmen? B-Ware wurde mir persönlich schon von einer gut bewerteten Firma zugesandt, ob es wissentlich war kann man natürlich nicht nachweisen. Paket zurück und neues angefordert, 5 Tage vom Kauf mit PayPal bis das wirklich neue Mainboard da war.Ob der Arbeiter von der Versandabteilung glücklich war, konnte ich auch nicht feststellen.

        Du kannst mal nach z.B. einem 2DIN Radio für einen Audi A3 suchen und wirst feststellen, dass 99 von 100 Geräten aus Polen geliefert werden. Nein, ich bin kein Rassist, aber ich denke, beziehe meine Informationen nicht nur aus dem Fernseher und informiere mich. Und das sind Geräte die hier geklaut werden, nach Polen geschickt, neu codiert und dann hier wieder verkauft werden.

        Das Strom nicht sauber ist, ist klar. Aber wie schreibst du hier, wenn du doch so ein sauberer Mensch bist und kein Strom hast, da er ja nicht sauber ist?

        • Am 24. Januar 2014 um 8:39 von hugo

          Guten Morgen, es geht hier immer noch um die berechtigten und beweisbaren Vorwürfe gegen Amazon als Arbeitgeber mit unzumut-baren Arbeitsbedingungen und schlechter Tarifeinstufung.Amazon hat auch die Händler mit unzumutbaren Verträgen geknebelt, z.B. Preisparität.
          Gegen Ebay wettern (ist ja auch Konkurrenz von Amazon) gilt nicht, die gleichen Händler die bei Amazon verkaufen, verkaufen auch gerne über EBAY. Deine geschilderten Einzelfälle sind mir auch schon bei Amazon passiert, sowas kommt in den besten Familien vor. Ihr wollt alle nur Amazon reinwaschen und scheut nicht vor Verunglimpfung anderer zurück, könnt es aber nicht beweisen. Ich sage nicht das Amazon alleine so ist, aber Amazon will seine Mißstände nicht abstellen, das stört mich so an dieser Firma.

        • Am 24. Januar 2014 um 8:49 von hugo

          Strom kann von Braunkohlekraftwerken, aus Atomreaktoren oder als Ökostrom aus Wasser oder Wind gewonnen werden. Und wir als Kunde können wählen welchen Strom wir kaufen. Genauso ist es mit Amazon oder Ebay oder xy. Wir können wählen und wir sollten als mündige Bürger wählen wenn wir über Mißstände informiert werden. So einfach gehts. Das hab ich mit dem Strom gemeint, war etwas schwer verständlich, ich habs bemerkt.
          Mißstände ABER hinnehmen und auch noch verteidigen mit den Argumenten das andere „wahrscheinlich“ noch schlechter sind klingt irgendwie hilflos.

          • Am 24. Januar 2014 um 9:12 von Square Zero

            Nur mal so in den Raum gefragt:
            Woher hast DU Deine Informationen über Amazon? Warst Du da oder kommt das auch bloß aus den Medien?
            Wenn Du _wirklich_ bei Amazon gearbeitet hast und die _Missstände_ am eigenen Leib erlebt, lass uns an Deinem Wissen teilhaben, ansonsten, komm‘ einfach wieder runter! Ich (persönlich) habe mit Lieferungen (und auch Retouren) von Amazon noch nie Probleme gehabt. Bei ebay sieht das schon etwas anders aus.

          • Am 24. Januar 2014 um 18:39 von punisher

            Ich muss ebenfalls lachen, sry. Deine Blauäugigkeit ist nicht mehr zu übertreffen. Du glaubst wirklich, dass du Strom kriegst den du bezahlst?
            Da merkt man das Fernsehen wirkt!

  • Am 24. Januar 2014 um 11:10 von hugo

    Meine Infos habe ich über Medien, TV, Zeitungen und sie stimmen. Amazon demntiert nicht und will auch nichts ändern. Weder EBAY noch einzelne Händler stehen hier zur Debatte einzig das Unternehmen Amazon und hier auch nicht die Liefer-oder Warenqualität sondern das Verhalten Amazons als Arbeitgeber gegenüber seinen Mitarbeitern. Viele Amazonmitarbeiter berichten verdi und den Medien gegenüber Mißstände, hier behaupten einzelne anonyme Personen das dem nicht so ist, da glaub ich den medien mehr als Euch. Amazon garantiert genauso wenig wie EBAY, ob die Ware aus China oder durch Kinderarbeit erzeugt ist, somit sind alle Vergleiche hinfällig. Amazon als Arbeitgeber ist das Problem, warum weicht Ihr immer aus? Weil es einfach bequem ist die Augen zu schließen solange Amazon gut liefert. Egal wie die mit Ihren Mirarbeitern umgehen. Toole Moral.

    • Am 24. Januar 2014 um 11:55 von Square Zero

      „…und sie stimmen…“
      Aaaah, ja! Is klar! Wenn DU das sagst!
      Also dann,…!
      Also wirklich,…!
      Also ICH schmeiß‘ mich gerade weg…!
      Also…vor lachen!

      • Am 24. Januar 2014 um 13:08 von hugo

        Lachen kannst ja, nur hast Du andere Informationen? Das was Amazonmitarbeiter an VERDI, an Zeitungen wie Focus oder Spiegel berichten, sind das alles Lügner in Deinen Augen. Lachen gerne, aber trotzdem die Augen offen halten und nicht zukneifen.

        • Am 24. Januar 2014 um 14:18 von Square Zero

          Nimm’s mir nicht übel, aber nur weil es bei RTL gezeigt und in der Bild gedruckt wird, hat das für mich noch nicht die nötige Aussagekraft. Was Amazonmitarbeiter gegenüber VERDI berichten, ist in vielen Fällen eine ganz subjektive Sicht der Mitarbeiter. Und wenn ich höre oder lese, was die Amazonmitarbeiter so im Schnitt für ihre (zugegeben oft anstrengende, weil quasi Akkord-) Arbeit bekommen, fällt mein Mitleid äußerst spärlich aus. Für die Forderungen der Gewerkschaft habe ich ehrlich gesagt (hier) kein Verständnis. Da gibt es ganz andere Branchen, wo die Arbeitskräfte wirkliche Unterstützung benötigen!

          • Am 24. Januar 2014 um 22:12 von Ich weiss nicht ...

            … warum sich hier einige für einen Konzern stark machen, der für 40 Stunden Arbeit 1.100 Euro zahlt, und die Leute zwingt Überstunden zu schieben, um auf gute Gehälter zu kommen. Das machen die fünf Jahre, und sind dann ausgebrannt. Dann setz sie Amazon vor die Tür, weil sie nicht mehr ihre Quote schaffen. Sind ja genügend andere da. Und wenn nicht, zieht man weiter nach Osten.

            Bequem einkaufen ist ok, aber bitte dann nicht zulasten der Arbeiter, die gnadenlos ausgebeutet werden.

            Woher die Verteidiger hier ihre Informationen haben, wäre eine interessante Gegenfrage. Vom Spiegel, Zeit, Focus, Süddeutsche ja wohl nicht. RTL berichtet dasselbe … bleibt nicht mehr viel? Lasst mich raten: ihr habt keine Quellen, sondern es war ein Bauchgefühl? Verstehe.

          • Am 24. Januar 2014 um 22:14 von @Square

            Das Argument ‚woanders ist es nötiger‘ kann ja für die Arbeitnehmer kein Argument sein, dass sie nicht für eine gerechtere Bezahlung kämpfen? So wird gerne argumentiert, wenn man schlicht nichts ändern, bzw. Änderungen auf den St Nimmerleinstag schieben will.

            Lasst doch die Mitarbeiter ihren Kampf durchführen, es ist ihr gutes Recht.

          • Am 27. Januar 2014 um 11:30 von hugo

            Subjective Einzelmeinung gegen recherchierte TV-und Zeitungsartikel sind keine Diskussionsgrundlage. Vergleichbare Unternehmen in Deutschland, Otto, Neckerman zahlen nach besseren Tarif. Ich wollte auch nie über Amazon schimpfen und das hab ich auch nicht, wollte nur kundtun das ich bei so einem Unternehmen nichts mehr kaufe weil mir die Unternehmenskultur (wenn man das überhaupt so nennen kan) sehr Arbeiterunfreundlich vorkommt. Vor allem dieser Unwillen Gewerkschaften zuzulassen zeigt mir an, Finger weg von so einer Firma. Und deswegen sollte hier niemand versuchen andere Plattformen schlecht zu machen. Ebay ist kein Versandhandel, hat also mit Amazonproblemen nichts zu tun.

          • Am 27. Januar 2014 um 12:17 von Square Zero

            „Recherchierte“ TV- und Zeitungsartikel, so, so!
            Davon gibt’s so gut wie keine mehr. Ich nenne das Sensationsjournalismus.
            Weiter oben gibt es einen Kommentar von I.Ewelstahl. Dieser Kommentator erweckt den Eindruck tatsächlich bei Amazon gearbeitet zu haben. Von den Journalisten hat das mit Sicherheit keiner gemacht. Ca. 1.100 Euro (netto) _Einstiegs_gehalt ist sicher nicht das obere Ende der Fahnenstange, aber für eine „Lagertätigkeit“ (wie ich aus den gut recherchierten Artikeln entnehmen konnte) durchaus gut vergütet, ist nun mal kein Managerposten. Das wären ca. 1.600 Euro Brutto. Ich weiß nicht, wo Du lebst, aber das haben im Osten viele noch nicht einmal. Bezahlte Überstunden sind auch nicht überall gegeben.
            Und natürlich haben die Amazonmitarbeiter das Recht auf Arbeitskampf. Manchmal frage ich mich allerdings, was bei den Forderungen der Gewerkschaft (nur hier für den Amazonfall) herauskommen soll. Wenn die Amazonmitarbeiter nämlich Pech haben, sinkt die monatliche Einnahme alsbald auf Hartz-4-Niveau, weil Amazon nach Polen oder Tschechien geht. Und das ist dann ganz bestimmt nicht Amazons Schuld ALLEINE!
            Im Übrigen kann man OTTO und Amazon nur bedingt vergleichen. OTTO ist alleine zuständig, also ein reiner Versandhandel. Amazon ist ein Misch-Ding, einige Verkäufe in Eigenregie und Plattform für externe Verkäufer (wie Ebay).

  • Am 27. Januar 2014 um 13:12 von hugo

    Ob eine Firma weggeht oder nicht hängt nicht vom Tarif ab. Da gibt es sehr wohl gute andere Gründe in Deutschland zu bleiben. Solche Drohungen sind nichts als Bluff. Entweder Ihr schuftet zu unseren Bedingungen und ohne Gewerkschaft oder wir gehen. Wo wären wir den alle wenn es keine Gewerkschaften gäbe. 100 Jahre zurück, ohne Sonn-und Feiertage, ohne Krankenversicherung u.s.w. Und bei diesen Löhnen von Amazon müssen wir Steuerzahler eh schon bei etlichen Amazonmitarbeitern zuzahlen über unsere Steuern. ich subventioniere sehr ungern Firmen bei Ihrer Gewinnmaximierung wenn es zu lasten der Arbeiter und der Steuerzahler geht. Wir leben in Deutschland und wenn hier jemand unsere Arbeitsbedingungen mit anderen Ländern vergleichen will, inklusiv Arbeitssicherheit und Sozialleistungen, dann ist das eine reine Arbeitgebersicht, aber eine sehr menschenunfreundliche. Wieso willst Du den Amazonmitarbeitern das nicht vergönnen, wieso bist Du denen diesen schlechten Tariflohn neidig? Wo liegt Dein Problem das Du anderen nicht auch ein paar Cent mehr vergönnst? Sowohl Amazon als auch wir Käufer können es uns leisten, wo liegt Dein Problem? Und Otto und Neckerman sind sehr wohl vergleichbar und seit der Preisparität auch wieder verstärkt in Ebay billiger anzutreffen als bei Amazon ;-)

    • Am 27. Januar 2014 um 14:01 von Square Zero

      Oh, Du hast mich missverstanden. Ich gönne jedem, der vernünftig arbeitet, die Cents oder Euros mehr. Ich verstehe auch den Wunsch der Mitarbeiter den Preissteigerungen paroli bieten zu können.
      Was ich kritisiere, ist die Gewerkschaft(in diesem Fall, nicht generell und immer), die mit Mondforderungen einen Versandhandelstarif durchdrücken will, obwohl noch niemand rechtlich hat feststellen können (oder lassen), ob Amazon Versandhändler oder Logistiker ist. Das ist reine Behauptung seitens VERDI!
      Davon abgesehen sind 9,55 bis 11,18 Euro je Stunde (plus Überstundenvergütung) kein so schlechter Stundensatz. Es gibt sehr viele, die für weniger arbeiten gehen müssen und keine aufgedunsene Gewerkschaft im Rücken haben.
      Zu guter Letzt, natürlich hat ein Tarifvertrag Auswirkungen auf den Standort. Ist ein Standort zu teuer, wird auf einen preiswerteren Standort gewechselt. Und DAS hat in erster Linie direkten (und höchst negativen) Einfluss auf Löhne und Gehälter des alten Standorts.
      Ich freue mich für Dich, dass Du einen offensichtlich wesentlich höheren Stundensatz genießen kannst. Die, auf Grund eines durchgesetzten Tarifvertrages eventuell später Arbeitslosen, werden das sicher ebenso tun!

      • Am 27. Januar 2014 um 17:30 von hugo

        Ein höherer Tarifvertrag ist für Amazon kein Grund ins Ausland zu gehen, da gibt es wesentlich wichtigere Gründe, steuerliche Vorteile, Standortvorteil, gut-und weitverzweigte Transportwege u.s.w. Wieso Du immer wieder diese Bedrohung als Szenario so drastisch darstellst? Polemik, Ängste schüren?
        Fakt ist, eine Firma wie Amazon, die Arbeitsbedingungen schafft und zuläßt wie schon geschehen und dokumentiert, ist absolut unreif um alleine agieren zu können. Die brauchen eine Gewerkschaft als Gegenpart. Denen mußte man doch bisher alles mit Androhung durch Gerichte abringen, Vernunft seh ich bei denen keine. Wenn die keine gesetzlichen Mindestauflagen hätten trau ich denen zu Arbeitsplätze zu schaffen wie sie in Indien oder China existieren. Langfrisitg wär das für uns Steuerzahler teuerer, ausgebrannte Arbeiter wieder gesund zu bekommen. Wieso hat Amazon Angst vor einer Gewerkschaft? Da würde sich manche Führungsstelle einsparen lassen die jetzt besetzt ist nur um die Gewerkschaft zu unterbinden.

        • Am 27. Januar 2014 um 18:27 von Square Zero

          Du hast mich immer noch nicht verstanden. Oder Du willst nicht!
          Wenn ein Tarifvertrag einen Standort unwirtschaftlich macht, wird dieser geschlossen!
          Wenn die (in der Regel hilfreiche) Gewerkschaft etwas realistischere Forderungen täte, käme man vielleicht zu einem Ergebnis.
          Wenn nicht der (ach so sicher recherchierte) Sensationsjournalismus wäre, käme man evtl. auf die Idee, dass es ähnliche Arbeitsbedingungen an vielen anderen Stellen ebenso gibt, nur noch schlechter bezahlt. Ist halt einfach, sich auf Amazon einzuschießen.
          DU hast Deinen Amazon-Account gelöscht. Wenn Dir das ein gutes Gefühl vermittelt, bitte. Davon haben die Amazonmitarbeiter absolut gar nichts!

          • Am 28. Januar 2014 um 8:31 von hugo

            Schon lange vor der Standortwahl gab und gibt es das Lohngefälle zwischen Deutschland, Tschechien und Polen, TROTZDEM hat Amazon Deutschland gewählt. Also sind Deine Argumente im Keim schon wiederlegt. Wenn, dann wäre Amazon damals schon woanders hin, die haben das einkalkuliert und können damit leben. Du hast was gegen Gewerkschaften und gegen gute Arbeitsbedingungen und guten Lohn für gute Arbeit. Geh mal in Dich und überleg was Dir die Amazonmitarbeiter getan haben das Du Ihnen keinen fairen Lohn und Arbeitserleicherungen vergönnst. Du findest das Amazon ein fairer Arbeitgeber ist, nach all dem was bekannt wurde (achja, das ist ja alles Lüge weil Du selber recherchiert hast und alles nicht stimmt). Naja für Dich müsste ja dann Foxconn der ideale Arbeitgeber sein.

          • Am 28. Januar 2014 um 9:18 von Square Zero

            Verstehst Du eigentlich auch, was ich schreibe?
            Als Amzon die Standorte in Deutschland gewählt hat, haben sie mit 9,55 bis 11,18 Euro pro Stunde gerechnet. Das ist für Amazon auskömmlich und für die Mitarbeiter kein extrem guter, aber durchaus akzeptabler Lohn. Wenn jetzt ein Tarif erzwungen wird und dadurch an diesen Standorten Verluste geschrieben werden, wird der Standort geschlossen. Fertig!
            Wie ich bereits mehrfach geschrieben habe, habe ich nicht grundsätzlich etwas gegen Gewerkschaften. Ich bin nur IN DIESEM FALL der Meinung, dass Verdi EXTREM ÜBERHÖHTE Forderungen stellt, zumal NICHT SICHER ist, ob Amazon wirklich den Versandhandelstarif zu zahlen hat. Arbeitsbedingungen und Entlohnung müssen schon stimmen, das habe ich auch nie bestritten. Ich finde diesen Lohn allerdings AKZEPTABEL, ich kenne nicht wenige Leute persönlich, die ein gutes Stück unter 9,50 Euro verdienen und liebend gern mehr bekommen würden, und dafür auch bei Amazon arbeiten würden.
            Ob Amazon ein fairer Arbeitgeben ist, liegt im Auge des Betrachters. Aldi, Lidl und Konsorten sind es ganz sicher auch nicht, aber dort wirst Du wahrscheinlich, obwohl Du so reich bist um nicht bei Amazon einkaufen zu wollen/müssen, auch Deine Einkäufe erledigen. Vielen Dank dafür, die Damen bekommen nämlich weniger Geld und müssen mindestens genauso viel und hart arbeiten.
            Und damit, und weil ich außerdem den Eindruck von Dir gewonnen habe ein neureiches Muttersöhnchen zu sein, schließe ich meine Kommentation. Erwarte also keine Antworten mehr.

  • Am 28. Januar 2014 um 11:15 von hugo

    Man bekommt immer mehr den EIndruck das hier einer von Amazon schreibt. Anstatt auf die Mißstände bei Amazon einzugehen werden ständig andere Firmen herbeigezehrt, bei denen es angeblich noch schlechter ist als bei Amazon. Und Amazon wandert bestimmt nicht ab wegen ein paar Euro mehr Lohn. Andere schlecht machen um selber besser dazustehen. Welches Eigeninteresse hat man um so zu argumentieren? Seit 2001 hat Amazon kontinuierlich neue Standorte in Deutschland eröffnet, wär alles nicht passiert wenn die Billiglohnlänger wirklich zur Wahl gestanden wären, da könnte man ja von einem Jahrzehnt Mißwirtschaft bei Amazon sprechen.

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