Anonymous hackt MIT-Webseite und erinnert an Aaron Swartz

Die Hacker erinnern an den Internet-Aktivisten Aaron Swartz, der vor einem Jahr Suizid beging. Seine Familie wirft dem MIT schon länger Mitschuld an seinem Tod vor. Aaron Swartz war schon vor den Snowden-Enthüllungen ein engagierter Kritiker der NSA-Überwachung - ein Aktionstag gegen massenhafte Überwachung am 11. Februar beruft sich auf ihn.

Zum Jahrestag des Suizids von Internet-Aktivist Aaron Swartz hat das Hackerkollektiv Anonymous eine Webseite des Massachusetts Institute of Technology (MIT) gehackt. Die Familie von Swartz wirft dem MIT schon länger vor, an seinem Tod mitschuldig zu sein, da es mit übereifrigen Staatsanwälten zusammengearbeitet habe, ohne dazu gezwungen zu sein.

Der 26-Jährige hatte am 11. Januar 2013 kurz vor einem bevorstehenden Strafprozess den Freitod gewählt. Wegen „Datendiebstahls“ drohte ihm eine Millionen-Geldbuße sowie eine jahrzehntelange Gefängnisstrafe. Die Staatsanwaltschaft warf dem für Informationsfreiheit eintretenden Aaron Swartz vor, im MIT-Campus mit dem Download wissenschaftlicher Artikel aus der kostenpflichtigen Datenbank JSTOR schweren Diebstahl begangen zu haben. Es handelte sich dabei teilweise um gemeinfreie Texte – und viele weitere Materialien wurden durch Universitäten sowie staatliche Forschungsförderung finanziert. Obwohl der Aktivist keinerlei finanziellen Vorteil daraus zog und die Artikel nicht verbreitete, rechneten die Ankläger einen Millionenschaden hoch.

Anonymous versah die MIT-Webseite mit einer neuen Aussage.Anonymous versah die MIT-Webseite mit einer neuen Aussage.

 

Der Anonymous-Hack der Webseite MIT Cogeneration Project spielt darauf an. Die Seite bekam nicht nur ein Anonymous-Logo verpasst, sondern auch den Titel „The Day We Fight Back“ und verlinkte zur gleichnamigen Website, die für den 11. Februar zu einem Aktionstag gegen die flächendeckende Überwachung aufruft.

Aaron Swartz (rechts vorne, Bild: Fred Benenson / CC BY SA 2.0)Aaron Swartz (rechts vorne, Bild: Fred Benenson / CC BY SA 2.0)

 

Die von der Electronic Frontier Foundation, Reddit, Mozilla und anderen unterstützte Aktion beruft sich ausdrücklich auf Aaron Swartz, der einen erheblichen Anteil an der Verhinderung der Zensurgesetze SOPA und PIPA hatte. Heute aber bedrohe massenhafte Überwachung das Internet und die freie Gesellschaft. „Wenn Aaron lebte, wäre er ganz vorne mit dabei im Kampf gegen eine Welt, in der Regierungen jede unserer digitalen Handlungen observieren, sammeln und analysieren“, heißt es in dem Aufruf.

An Aaron Swartz wird auch ein Dokumentarfilm erinnern, der Ende Januar auf dem Sundance Film Festival vorgestellt wird. Einen ersten Eindruck gibt eine auf Youtube veröffentlichte Vorschau mit Clips und Ausschnitten aus Interviews. Zu Wort kommen dabei unter anderem Lawrence Lessig, Gründer der Creative-Commons-Initiative, Tim Berners-Lee, Begründer des World Wide Web, und der mit Swartz lange befreundete Science-Fiction-Autor Cory Doctorow,

[mit Material von Violet Blue, ZDNet.com]

Themenseiten: Anonymous, Hacker, MIT, Politik, Secure-IT, Überwachung

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