China entwickelt „zentimetergenaues“ Navigationssystem

Bis 2020 soll das nationale Programm Beidou so weit sein. Es hat derzeit eine Präzision von 7 Metern in Peking, von 5 Metern im südlichen Asien - und von 50 Zentimetern in Schanghai. Dort werden Kommunikationsmasten zur Unterstützung herangezogen.

China hat seine Planung rund um das Satellitennavigationssystem Beidou bis 2020 veröffentlicht. In sechs Jahren soll die Fehlertoleranz des Systems von heute etwa 5 Metern auf „wenige Zentimeter“ sinken. Dazu plant die Volksrepublik, 14 weitere Satelliten ins All zu schicken.

beidou

Beidou war im Jahr 2011 gestartet; derzeit kann es auf 16 Satelliten zur Positionsbestimmung zugreifen, allerdings überwiegend in der Region Asien-Pazifik. Die 14 neuen Systeme sollen also auch seine internationale Nutzbarkeit verbessern und es zu einem ernsthaften Konkurrenten des US-Systems GPS, des europäischen Galileo und des russischen Glonass machen, wie ein Bericht der staatlichen Presseagentur Xinhua betont.

Laut dem Leiter des chinesischen Amts für Satellitennavigation, Ran Chengqi, werden 5 Meter Genauigkeit derzeit in asiatischen Ländern mit großer Nähe zum Äquator erreicht. In Peking und an nordchinesischen Testorten sei man nur auf 7 Meter gekommen. Damit sei Beidou für Asien-Pazifik mit GPS konkurrenzfähig. Als „kombinierte militärische und zivile Infrastruktur“ habe die Satellitennavigation aber auch in der Zukunft große Bedeutung.

Für größere Genauigkeit können nun aber nicht einfach mehr Satelliten, sondern Unterstützung von Telekommunikation sorgen. Dem stellvertretenden Direktor der Navigationsabteilung der chinesischen Akademie der Wissenschaften zufolge, Shen Xuemin, ist Beidou ohnehin das einzige Navigationssystem, das Telekommunikationsdienste integriert: Es kann Nutzern auch Textnachrichten überstellen.

Ihm zufolge kommt Beidou durch Nutzung von zwei Funkmasten in bestimmten Bereichen von Schanghai schon auf eine Genauigkeit von 50 Zentimetern. Der gerade gestartete LTE-Ausbau in China soll nun weiteren Schwung bringen. Die Beidou-Befürworter glauben, dass beide stark voneinander profitieren können. Beispielsweise Chen Fuzhou, Direktor des Jiangsu BDS Application Industry Institute: „4G-Netze benötigen die Timing-Dienste von Beidou-Satelliten, da Mobilkommunikation sehr präzises Timing erfordert, um hohe Geschwindigkeiten – besonders für Multimedia – zu unterstützen.“ Gemeinsam sollen Beidou und 4G-Mobilfunk auch präzise Verkehrsmesssysteme ermöglichen.

[mit Material von Eileen Yu, ZDNet.com]

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Themenseiten: China, LTE, Navigation, beidou

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