China: US-Regierung will mit Spionagevorwürfen von PRISM ablenken

Vergangene Woche hatte Mike Rogers vom Geheimdienstausschuss vor einer "Vermischung der Debatten" gewarnt. Dadurch "sind die Chinesen in die Lage versetzt worden, uns auch noch das Letzte zu stehlen, was das Geistige Eigentum europäischer und amerikanischer Firmen angeht."

Eine chinesische Delegation in Brüssel hat sich zu vergangene Woche erhobenen Anschuldigungen der USA geäußert. Ein Sprecher bezeichnete die Cyberspionage-Vorwürfe durch den republikanischen Parlamentsabgeordneten Mike Rogers als „lächerlich“ und als Versuche, die globale Aufmerksamkeit von seinem eigenen Überwachungsprogramm PRISM „abzulenken“.

China

Rogers, der auch für den ständigen Geheimdienstausschuss spricht, hatte vergangene Woche das EU-Parlament bei einem Besuch davor gewarnt, den NSA-Whistleblower Edward Snowden anzuhören. Dessen Worte seien „nicht wert, gedruckt zu werden„.

In diesem Kontext behauptete Rogers, die EU-Diskussionen über die US-Überwachung seien geradezu eine Hilfestellung für China: „Wegen dieser Verwirrung und dieser Vermischung der Debatten sind die Chinesen in die Lage versetzt worden, uns auch noch das Letzte zu stehlen, was das Geistige Eigentum europäischer und amerikanischer Firmen angeht.“ Rogers fügte hinzu, chinesische Cyberspionage habe die US-Wirtschaft bisher 400 Milliarden Dollar gekostet.

Die Antwort der chinesischen Diplomaten, die am Wochenende beim EU-Parlament vorsprachen, findet sich bei der staatlichen Nachrichtenagentur Xinhua: „PRISM hat weltweit Aufmerksamkeit erregt. Über seine Auswirkungen sollte man noch einmal nachdenken. Wir hoffen, dass die betroffenen Parteien das ernst nehmen und ihre Probleme ernsthaft angehen, statt Bedenken der internationalen Gemeinschaft zu zerstreuen, indem sie unprofessionelle und verantwortungslose Anschuldigungen erheben.“

Erneut betonte die chinesische Gesandtschaft, man lehne Hacken und Cyberangriffe in jeder Form ab. „Wir hoffen auf die internationale Gemeinschaft, um einen aktiven Dialog zu führen und im Geiste beiderseitigen Respekts und gegenseitigen Vertrauens zusammenzuarbeiten, um einen internationalen Verhaltenskodex für den Cyberspace im Rahmen der UN zu formulieren.“

Die Cybersecurity-Kooperation zwischen China und den USA laufe aber weiter, betonte der Sprecher der chinesischen Delegation – ebenso wie die zwischen China und der EU.

[mit Material von Eileen Yu, ZDNet.com]

Themenseiten: China, Cybercrime, Politik, Überwachung

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2 Kommentare zu China: US-Regierung will mit Spionagevorwürfen von PRISM ablenken

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  • Am 24. Dezember 2013 um 8:51 von Oliver

    Rogers Worte sind es nicht wert, zitiert zu werden. Wieviel Wert hat die Cyberspionage bisher die Chinesen gekostet? Darüber werden keine Angaben gemacht. P.S.: Ich benötige keine Sicherheit durch Totalüberwachung. Schon gar nicht durch eine andere Macht, die sich unberufen berufen fühlt.

  • Am 24. Dezember 2013 um 12:10 von Michael

    Es gibt meines Erachtens nichts auszusetzen, wenn die USA Spionage betreiben, um Terroranschläge zu unterbinden. Aber die USA betreiben offensichtlich Spionage aller Arten. Mich würde es daher sehr interessieren, wie groß die wirtschaftlichen Schäden durch die Spionage von den USA in der EU sind. Sie sind sicherlich enorm. Davon erwähnen die USA kein Wort! Die USA sind ein Paradebeispiel für das „selber Wein trinken, aber Wasser predigen“

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