Aktionär verklagt IBM wegen PRISM-Unterstützung

Es soll Investoren ein Engagement für ein Datenweitergabegesetz und verbundene Risiken verheimlicht haben. Dies habe zu minus 40 Prozent bei den Hardwareverkäufen in China geführt. Eine Pensionskasse aus Louisiana fordert Zulassung als Sammelklage und Schadenersatz.

Eine US-Pensionskasse hat IBM wegen Verheimlichung seiner Verbindungen zum NSA-Spionageprogramm PRISM und damit verbundener Risiken verklagt. Das berichtet Reuters. Laut dem Louisiana Sheriffs‘ Pension & Relief Fund hat IBMs Verhalten dafür gesorgt, dass der Marktwert des Konzerns unter 12 Milliarden Dollar fiel.

IBM

IBM habe sich beim US-Kongress für ein Gesetz stark gemacht, das ihm erlaubte, Daten von Kunden aus China und anderen Ländern der NSA zur Verfügung zu stellen. Damit habe es vorgeblich sein Geistiges Eigentum schützen wollen, heißt es in der Anklageschrift der Pensionskasse aus Baton Rouge. In China habe sich dies aber äußerst negativ auf das Hardwaregeschäft ausgewirkt. Chinesische Firmen hätten gefürchtet, von IBM im Auftrag der NSA ausspioniert zu werden.

Auch die chinesische Regierung habe aus diesem Grund abrupt die Geschäftsbeziehungen zum weltweit größten Lösungsanbieter IBM abgebrochen. Die Quittung waren die im Oktober vorgelegten Zahlen, die für China 22 Prozent weniger Verkäufe insgesamt und 40 Prozent weniger Hardware-Verkäufe auswiesen.

Die Klage vor dem Bundesbezirksgericht Manhattan richtet sich namentlich gegen CEO Virginia Rometty und Chief Financial Officer Mark Loughridge. Die Pensionskasse aus Louisiana fordert Zulassung als Sammelklage, der alle beitreten können, die zwischen 25. Juni und 16. Oktober IBM-Aktien hielten, sowie Schadenersatz. IBM bezeichnete die Anschuldigungen gegenüber Reuters als „lächerlich“ und „verantwortungslos“.

Der 60-jährige IBM-CFO Loughridge tritt diesen Monat wie geplant von seinem Amt zurück. Ihn ersetzt Martin Schroeter, bisher General Manager des globalen Finanzwesens von IBM.

Dass IBM und neben ihm auch andere US-Firmen wie Cisco und Microsoft unter den NSA-Veröffentlichungen der letzten Monate zu leiden haben, gilt als Tatsache. Cisco etwa verlor wohl überwiegend aus diesem Grund zuletzt 11 Prozent seines Börsenwerts. China-Experten warnen, das diese Entwicklung sich noch verschärfen könnte. Die Klage in Manhattan ist allerdings der erste Versuch, den Firmen selbst eine Teilschuld zu geben.

[mit Material von Nick Farrell, TechEye.net]

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Themenseiten: China, IBM, Politik, Überwachung

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1 Kommentar zu Aktionär verklagt IBM wegen PRISM-Unterstützung

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  • Am 14. Dezember 2013 um 1:02 von Judas Ischias

    Wie war das nochmal, wie Du mir, so ich dir. Mal ist es Huawei , mal Ibm.

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