Cisco scheitert mit Klage gegen Skype-Übernahme durch Microsoft

Das zweithöchste EU-Gericht weist die Beschwerde des Netzwerkausrüsters ab. Er hat nicht nachweisen können, dass die Akquisition negative Auswirkungen auf den Wettbewerb im Videokommunikationsmarkt hat. Nun kann Cisco noch den Europäischen Gerichtshof anrufen.

Das zweithöchste Gericht der Europäischen Union hat die bereits vor zwei Jahren abgeschlossene Akquisition von Skype durch Microsoft nachträglich nochmals als mit dem EU-Wettbewerbsrecht vereinbar erklärt. Am Mittwoch wies es eine von Cisco im Februar 2012 eingereichte Beschwerde gegen die Übernahme ab, wie die Nachrichtenagentur Reuters meldet.

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Cisco hatte gegen den Milliardendeal geklagt, weil die EU-Kommission ihn nach seiner Ansicht nicht ohne Auflagen hätte genehmigen dürfen. Der Netzwerkausrüster störte sich vor allem daran, dass Microsoft die VoIP-Plattform ausschließlich in seine Produkte integriert, statt sie für andere Unternehmen zu öffnen. Er fürchtete, dass Microsoft dadurch eine marktbeherrschende Stellung im VoIP-Bereich erlangen könne. Der EU-Kommission warf Cisco vor, es vor der Genehmigung der Übernahme versäumt zu haben, Microsoft einige Zugeständnisse abzuringen.

Die EU-Richter wollten dieser Argumentation aber nicht folgen. „Microsofts Übernahme von Skype ist zum [europäischen] Binnenmarkt kompatibel“, zitiert Reuters aus der Entscheidung. „Die Fusion schränkt den Wettbewerb nicht ein, weder auf dem Videokommunikationsmarkt für Verbraucher noch auf dem Videokommunikationsmarkt für Geschäftskunden.“ Ciscos großer Marktanteil im Bereich Enterprise Communications und die Existenz anderer Rivalen verhindere eine Störung des Wettbewerbs auf dem Gebiet.

Während Cisco sich natürlich enttäuscht zeigte, begrüßten sowohl Microsoft als auch die EU-Kommission die Entscheidung des Gerichts. „Das heutige Urteil durch den EU General Court bestätigt die korrekte Einschätzung der Kommission, dass die Akquisition von Skype durch Microsoft den effektiven Wettbewerb im europäischen Wirtschaftsraum nicht entscheidend beeinträchtigen würde“, kommentierten die EU-Wettbewerbshüter.

Cisco hatte die Klage zusammen mit dem italienischen Skype-Rivalen Messagenet eingereicht. Beide haben nun die Möglichkeit, die Übernahme noch vor dem Europäischen Gerichtshof als oberste Instanz anzufechten.

Mit einem Preis von 8,5 Milliarden Dollar ist Skype der größte Firmenzukauf in Microsofts Firmengeschichte. Die Akquisition war im Herbst 2011 abgeschlossen worden.

[mit Material von Lance Whitney, News.com]

Themenseiten: Cisco, European Commission, Microsoft, Skype, Übernahmen

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