Google und Microsoft blockieren 100.000 Suchbegriffe rund um Kinderpornografie

Statt Ergebnissen erscheint eine Warnseite. Die Einschränkungen gelten anfänglich nur für englischsprachige Länder. Sie sollen aber in den kommenden sechs Monaten auf weitere 150 Sprachen ausgeweitet werden.

Google und Microsoft haben neue Maßnahmen angekündigt, um kinderpornografische Inhalte in den Ergebnissen ihrer Suchmaschinen zu blockieren. Unter anderem wollen sie verhindern, dass zu mehr als 100.000 Suchbegriffen Resultate erscheinen, die Nutzer zu illegalen Bildern oder Videos weiterleiten.

Logos von Google und Microsoft

Wie die britische Zeitung Daily Mail berichtet, sollen Nutzer stattdessen eine Warnmeldung sehen, die darauf hinweist, dass die gesuchten Inhalte illegal sind. Die Einschränkungen sollen zuerst nur in englischsprachigen Ländern gelten und in den nächsten sechs Monaten auf mehr als 150 Sprachen ausgeweitet werden.

„Wir haben zugehört und in den vergangenen drei Monaten mehr als 200 Beschäftigte abgestellt, um an einer neuen Technik zu arbeiten, die das Problem angeht“, zitiert die Daily Mail Google-Chairman Eric Schmidt. „Wir haben die Google-Suche so abgestimmt, dass verhindert wird, dass Links zu Material mit Kindesmissbrauch in den Ergebnissen auftaucht.“

Sobald geklärt sei, dass ein Foto beispielsweise einen Missbrauch zeige, erhalte es einen eindeutigen digitalen Fingerabdruck, der die Erkennung und Löschung beschleunige, so Schmidt weiter. Microsoft habe einen großen Anteil an der Entwicklung der zugehörigen Bilderkennungstechnologie gehabt.

Schmidt zufolge haben Youtube-Entwickler zudem ein neues Verfahren entwickelt, um kinderpornografische Videos zu erkennen. Es sei geplant, die Technik mit anderen Internetfirmen sowie Kinderschutzorganisationen zu teilen.

Der britische Premierminister David Cameron lobte die Ankündigung als einen „wirklich wichtigen Schritt vorwärts“. Eine frühere Abschreckungskampagne von Google habe zu einer Reduzierung der Suchanfragen nach illegalen Inhalten um 20 Prozent geführt. „Wir wissen also, dass solche Aktionen etwas bewegen“, sagte Cameron der Daily Mail.

Im Juni hatte Google den Aufbau einer Datenbank mit verschlüsselten „Fingerabdrücken“ von kinderpornografischen Bildern angekündigt, die Strafverfolgern und anderen Firmen zur Verfügung gestellt werden soll. Zudem unterstützt Google gemeinnützige Organisationen, die ebenfalls gegen Kinderpornografie kämpfen.

Microsoft hat seinerseits das PhotoDNA-Programm des National Center for Missing and Exploited Children mit der Entwicklung einer Hashing-Technologie unterstützt. Sie wird auch von anderen Firmen benutzt, etwa Facebook, um unerwünschte Inhalte zu erkennen und zu löschen.

[mit Material von Steven Musil, News.com]

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