Google veröffentlicht Version 1.0 seiner Programmiersprache Dart

In Benchmarks ist es 42 bis 130 Prozent schneller als JavaScript. Vor allem große Projekte wie Google Docs könnten davon profitieren. Angesichts der durch eine zweite Skriptsprache drastisch steigenden Komplexität für Browserhersteller und Webentwickler hat Google aber noch kaum Partner gefunden.

Google hat die Konzeption seiner Programmiersprache Dart für vorläufig abgeschlossen erklärt und Version 1.0 vorgelegt. Das umstrittene Projekt ist als Alternative zu JavaScript fürs Web vorgesehen. Sie könne ab sofort in ernsthaften Webprojekten – und nicht nur Testläufen – eingesetzt werden, erklärt Projektleiter Lars Bak in einem Blogeintrag.

Logo Google Dart

Erstmals war Dart vor zwei Jahren vorgestellt worden. Die Sprache ist Google zufolge leicht zu erlernen, wenn man JavaScript beherrscht, aber deutlich performanter. Die Sprachspezifikation wird ergänzt durch ein Software Development Kit, das das Schreiben von Code erleichtert, den Chrome-Browser-Ableger Dartium, der Dart-Programme ausführen kann, und die Utility dart2js, die Dart-Programme in JavaScript umwandelt, sodass sie auch in anderen Browsern lauffähig sind.

Ähnlich wie für Googles Native Client – eine Plattform, um kompilierten C-Code im Browser ausführen zu können – haben sich andere Browserhersteller bisher nicht für Dart interessiert. JavaScript ist vertraut und weit verbreitet, es gibt zahlreiche nützliche Bibliotheken dafür, und auch die Leistung steigt langsam, aber kontinuierlich an. EcmaScript 6 soll einen weiteren Sprung bringen.

Dagegen würde eine zweite verbreitete clientseitige Skriptsprache die Komplexität im Web drastisch erhöhen. Selbst wenn Dart populär würde, bliebe JavaScript doch zumindest so verbreitet, dass es noch lange unterstützt werden müsste. Diese Hindernisse scheinen selbst denjenigen zu hoch, die JavaScripts Schwächen kritisieren. Und auch Google selbst investiert Ressourcen in die Weiterentwicklung von JavaScript.

Gleichzeitig entwickelt Google Dart mit viel Geduld und Ausdauer weiter. Sein wichtigstes Argument: Bei großen Online-Projekten bringt Dart einen deutlichen Leistungszuwachs gegenüber JavaScript. Solche Projekte sind etwa seine eigenen Office-Programme Docs, Sheets und Slides, der Konzern hat also großes Interesse daran, eine solche Technik zu etablieren.

Dart, dart2js und JavaScript im Benchmark BlueDelta (Diagramm: Google)Dart, dart2js und JavaScript im Benchmark BlueDelta (Diagramm: Google)

 

Um seine Behauptungen zu belegen, hat Google jetzt drei Benchmark-Ergebnisse vorgelegt. Dart schneidet darin 42 bis 130 Prozent besser ab als JavaScript. Und selbst dart2js ist JavaScript in zwei von drei Fällen überlegen.

Zum Einsatz kommt Dart bisher vor allem intern bei Google – nämlich in seinem Kundenbeziehungsmanagement und für die Site Google Elections. Als externe Partner konnte etwa Blossom gewonnen werden, das eine Kollaborations- und Terminplanungslösung damit realisiert hat, aber auch der Musik-Aufnahme-Service Soundtrap, der E-Mail-Dienstleister Mandrill und der Fotobuch-Anbieter Montage. Mit AngularDart und Polymer.dart liegen zudem die ersten hochstufigen Libraries für Dart vor.

Lars Bak, Projektleiter für Dart (Bild: Google)Lars Bak, Projektleiter für Dart (Bild: Google)

 

[mit Material von Stephen Shankland, News.com]

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Themenseiten: Browser, Google, Webentwicklung

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