Ubuntu-Websuche: Mark Shuttleworth entschuldigt sich für Abmahnung

Auf fixubuntu.com steht ein Skript, um die Websuche mit Unity Dash abzustellen. Ihm wurde die Verwendung des Namens und Logos von Ubuntu untersagt. Shuttleworth zufolge hat ein relativ neuer Mitarbeiter den falschen Standardtext gewählt.

Ubuntu-Sponsor Canonical hat eine Website abgemahnt, die die Linux-Distribution kritisiert – aber offenbar versehentlich. Das erklärt inzwischen jedenfalls Mark Shuttleworth in einem Blogbeitrag. „Gelegentlich machen wir Fehler. In diesem Fall ist es angemessen, sich zu entschuldigen, sie zu korrigieren und Schritte einzuleiten, damit sie nicht noch einmal passieren.“

Website fixubuntu.com - jetzt ohne Ubuntu-Logo (Site:ZDNet)

Das Opfer der Abmahnung war Micah Lee, der fixubuntu.com („Repariere Ubuntu“) ins Netz gestellt hatte. Das Angebot besteht aus einem kurzen Code, der die Remote-Suche Dash von Ubuntus Unity-Desktop abschaltet, um „die Privatsphäre wiederherzustellen“. Lee war ein Schreiben zugegangen, seine Website verletze eingetragene Warenzeichen von Canonical.

In der Mail wurde Lee untersagt, das Ubuntu-Logo auf seiner Site und den Begriff Ubuntu in seinem Domainnamen zu verwenden. Lee ist auch in der Electronic Frontier Foundation engagiert. Er veröffentlichte das Schreiben von Canonical dort, und übers Wochenende eskalierte die Situation. Shuttleworth selbst trug dazu bei, als er einige hitzige Kritiker des Display-Servers Mir als „Open Source Tea Party“ bezeichnete, also auf die Hardliner der „Tea Party“ innerhalb der republikanischen Partei der USA anspielte.

Später erklärte Shuttleworth, beides sei ein Fehler gewesen – sowohl der Begriff „Open Source Tea Party“, für den er sich persönlich entschuldige, als auch das ursprüngliche Schreiben. Ein Mitarbeiter, der noch kein halbes Jahr in der Rechtsabteilung von Canonical beschäftigt sei, habe zum falschen Standardtext gegriffen. Da Lee inzwischen das Ubuntu-Logo von fixubuntu.com entfernt hatte, betrachte man das Problem als gelöst.

Die Suchfunktion Unity Dash sieht Canonical als wichtige Zukunftstechnik. Sie durchsucht nicht nur den Desktop und Dateien des Nutzers, sondern auch Online-Quellen von Github über Google News bis Amazon. Free-Software-Aktivist Richard Stallman hatte sie daher im vergangenen Jahr als „Adware“ und „Spyware“ bezeichnet. Canonical betont, dass keine Daten gesammelt werden, die Ubuntu-Nutzer eindeutig identifizieren. Vielmehr speichere man nur die gesammelten Statistiken zu Suchanfragen.

[mit Material von Chris Duckett, ZDNet.com]

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Themenseiten: Betriebssystem, Canonical, Datenschutz, Linux, Open Source, Privacy, Suchmaschine

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