Samsung setzt bei Android-App-Entwicklung auf Multiscreen

Auf seiner Entwicklerkonferenz in San Francisco stellt es ein neues Multiscreen-SDK vor. Die Software-Tools basieren auf Technik des übernommenen Start-ups MOVL. Samsung versucht, Apples Airplay und Googles Chromecast mit zusätzlichen Features zu übertreffen.

Samsung hat auf seiner ersten Entwicklerkonferenz Dev Con 2013 in San Francisco fünf Software Development Kits (SDKs) vorgestellt, um die Schaffung von Android-Apps für seine unterschiedlichen Geräte zu erleichtern. Dazu gehören ein Multiscreen-SDK und ein weiteres für Multiscreen-Videospiele. Aktualisiert wurden die SDKs für Mobile, Smart TV und Enterprise.

Die Software-Tools machen Samsungs Bestreben sichtbar, sich von allen anderen Herstellern von Android-Geräten abzuheben. Das koreanische Unternehmen will außerdem enger mit spezialisierten Start-ups zusammenarbeiten, um seine Software- und Service-Angebote zu stärken.

Samsung-Manager Curtis Sasaki umwirbt Entwickler auf der Konferenz  Dev Con 2013 in San Francisco (Bild: Shara Tibken / CNET) Samsung-Manager Curtis Sasaki umwirbt Entwickler auf der Konferenz
Dev Con 2013 in San Francisco (Bild: Shara Tibken / CNET)

Die Konferenz begann am Sonntag und lockte 1300 Entwickler an. Es geht dabei um verschiedene Geschäftsbereiche von Samsung, Smartphones und Tablets ebenso wie Fernseher und Haushaltsgeräte. Spezielle Themen waren etwa der Eingabestift S-Pen, Wearable Computing, Enterprise-Sicherheit und NFC.

Samsung Manager Curtis Sasaki hob hervor, dass tausende Entwickler Software für S-Pen zu schreiben begannen, als es für das Phablet Galaxy Note verfügbar wurde. „Wenn wir mit Entwicklern sprechen, erfahren wir, dass sie diese Differenzierung suchen“, sagte Sasaki gegenüber News.com. „Was die neuen SDKs angeht, so erlauben sie sogar Android-Entwicklern eine solche Differenzierung ihrer Anwendungen.“

Besondere Aufmerksamkeit fand das Multiscreen-SDK, das auf Samsungs Übernahme des Start-ups MOVL beruht. Es soll ermöglichen, per Fingerdruck auf dem Smartphone einen Online-Videostream oder selbst ein Spiel auf einem verbundenen Samsung-Fernseher zu starten. Samsung tritt damit in Konkurrenz zu Apples Airplay sowie Googles Chromecast und scheint sie mit zusätzlichen Features übertreffen zu wollen.

Samsungs API für den zweiten Bildschirm ist kompatibel mit dem DIAL-Protokoll, das von Netflix und Google gemeinsam entwickelt wurde. Das koreanische Unternehmen geht aber noch einen Schritt weiter und erlaubt den Entwicklern, die Medienwiedergabe vom Mobiltelefon aus zu kontrollieren sowie auf ihm Spiele zu starten. Das TV-Gerät kann dabei nicht nur als Display genutzt werden, vielmehr lassen sich mit Overlay-Technik Inhalte in das Fernsehbild einblenden – etwa Tweets während einer Nachrichtensendung oder Spielstände während einer Sportübertragung. Das Start-up Rabbit nutzt das neue SDK beispielsweise für Videochats zwischen Teilnehmern, die gemeinsam eine TV-Sendung betrachten.

Samsung will das Multiscreen-SDK am 12. November für seine Smart-TV-Geräte der Modelljahre 2013 und 2014 bereitstellen. APIs sollen außerdem für Android, iOS und HTML5 verfügbar werden. „Alle fragen, was das nächste große Ding für Entwickler ist“, erklärte während der Konferenz Juan Pablo Gnecco von Samsungs Media Solution Center America. „Die Antwort heißt TV. Aber TV steht nicht allein. Heute ist das Wohnzimmer voll von Geräten, es ist wahrhaftig Multiscreen.“

[mit Material von Shara Tibken, News.com]

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