Qualcomm versetzt Marketingchef nach Kritik an Apples 64-Bit-CPU A7

Er übernimmt mit sofortiger Wirkung eine neue Position, in der er sich um "die Erkundung bestimmter unternehmensbezogener Initiativen" kümmert. Auf der Führungteam-Webseite wird Anand Chandrasekher nicht mehr aufgeführt. Er hatte die iPhone-5S-CPU als "Marketing-Gag" bezeichnet.

Nach kritischen Aussagen zu Apples neuem 64-Bit-Prozessor A7 hat Qualcomm seinem Marketingchef einen neuen Aufgabenbereich zugewiesen. „Anand Chandrasekher wechselt in eine neue Position, in der er die Erkundung bestimmter unternehmensbezogener Initiativen leitet“, erklärte das Unternehmen gegenüber CNET. „Anand wird weiterhin an COO und Präsident Steve Mollenkopf berichten. Dies gilt ab sofort.“

Nach seiner Kritik an Apples A7-Chip ist Anand Chandrasekher nicht mehr Marketingchef von Qualcomm (Bild: Qualcomm).

Offenbar gehört Chandrasekher damit nicht mehr zum Führungskreis von Qualcomm. Jedenfalls ist sein Profil von der Webseite verschwunden, auf der Qualcomm seine leitenden Manager auflistet.

Anfang Oktober hatte der jetzt abgesetzte Marketingchef den im iPhone 5S verbauten 64-Bit-Prozessor Apple A7 als „Marketing-Gag“ bezeichnet. Die 64-Bit-Technik bringe dem Nutzer in dieser Form keinerlei Vorteile, erklärte er damals in einem Interview mit Techworld.

Wörtlich sagte der ehemalige CMO von Qualcomm, dessen Prozessoren in den meisten Android-Smartphones zum Einsatz kommen, über den A7-Chip: „Endanwendern bietet er null zusätzlichen Nutzen. Der Vorteil der 64-Bit-Technologie ist vorwiegend die Möglichkeit, über 4 GByte Speicher zu adressieren – mehr nicht. Das iPhone hat jedoch lediglich 1 GByte DRAM. 64 Bit benötigt man nicht für das Steigern der Leistung. Die Arten von Anwendungen, die von der 64-Bit-Technologie profitieren können, sind üblicherweise große Server-Class-Anwendungen.“

Kurz darauf distanzierte sich Qualcomm vom Kommentar seines Marketingchefs und stellte klar: „Die Aussagen von Anand Chandrasekher über die 64-Bit-Technologie waren nicht richtig. Das Ökosystem mobiler Hard- und Software bewegt sich bereits in Richtung der 64-Bit-Technologie. Dieser Entwicklungsschritt überträgt die Möglichkeiten von Desktop-Anwendungen und die damit verbundenen Nutzererfahrungen auch in die mobile Welt und ermöglicht neue Klassen von Geräten.“

Chandrasekher dürfte Qualcomm mit seinen Äußerungen in eine schwierige Position gebracht haben, will es doch ebenfalls ins 64-Bit-Geschäft einsteigen. Apple arbeitet mit dem A8 bereits an der zweiten Generation seines 64-Bit-Chips, und auch Samsung wird seine Exynos-CPUs möglicherweise bald auf 64 Bit umstellen. Die Prozessoren von Apple, Qualcomm und Samsung basieren alle auf der ARM-Architektur und kommen in den meisten aktuellen Mobilgeräten zum Einsatz. Außer dem A7 nutzen aber alle noch die 32-Bit-Technik.

[mit Material von Brooke Crothers, News.com]

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Themenseiten: Apple, IT-Jobs, Qualcomm

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2 Kommentare zu Qualcomm versetzt Marketingchef nach Kritik an Apples 64-Bit-CPU A7

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  • Am 25. Oktober 2013 um 9:37 von Tim

    Harter Schritt, aber offensichtlich hat er als Marketingchef zu viel Technisches von sich gegeben, das nicht zur Firmenstrategie passt. Dass man deswegen gleich geschasst wird, ist ungewöhnlich, man weiss ja aber nicht, was er sich noch geleistet hat, und ob es nicht bereits vorher interne Machtkämpfe gab.

    Letztendlich werden über kurz oder lang alle auf 64-Bit schwenken, früher oder später. Egal, was bisher propagiert wurde.

  • Am 25. Oktober 2013 um 12:37 von cda4space

    …aber Recht hat er schon…

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