Marktforscher: Apple erhöht Produktion von iPhone 5S um 75 Prozent und drosselt 5C-Fertigung

Die Marktforscher von DisplaySearch berufen sich auf aktuelle Informationen aus den Vertriebskanälen. Während Apple mit dem Spitzenmodell neue Verkaufserfolge feiert, kann es mit dem nur wenig preisgünstigeren 5C nicht wie erhofft seine Kundenbasis verbreitern und in China aufholen.

iphone 5sDie Marktforscher von DisplaySearch berichten, dass Apple die Produktion des iPhone 5S drastisch hochgefahren und zugleich die Stückzahlen des günstigeren Modells 5C gedrosselt hat. „Unsere aktuelle Überprüfung der Vertriebskanäle bestätigt, dass Apple tatsächlich die 5C-Fertigung um 35 Prozent verringert und die des 5S um 75 Prozent gesteigert hat“, schreiben die DisplaySearch-Analysten Tina Teng und Shawn Lee in einem Blogeintrag.

Über vergleichsweise mäßige Verkaufszahlen des günstigeren Modells 5C wurde bereits viel spekuliert bis hin zu Annahmen über ein 50-prozentiges Herunterfahren der Produktion. Die als verlässlich geltenden Zahlen von DisplaySearch bestätigen einen klaren und anhaltenden Trend, nachdem sich das iPhone 5S in den USA und weltweit erheblich besser als das Schwestermodell verkauft.

Während Apple mit seinem Spitzenmodell neue Verkaufserfolge feiern kann, entsprach es mit dem 5C nicht den Markterwartungen für ein deutlich preisgünstigeres iPhone, mit dem es breitere Käuferkreise gewinnen und insbesondere in China hätte aufholen können. In den meisten Ländern kostet das 5C, das technisch mit dem iPhone 5 vergleichbar ist, nur rund 100 Euro weniger als das Spitzenmodell 5S mit technischen Neuerungen wie 64-Bit-Prozessor und Fingerabdrucksensor.

Aber Apple sei eben zuallererst eine gewinnorientierte Firma und habe sich deshalb für den hohen Preis des 5C entschieden, obwohl es das Smartphone auch billiger hätte anbieten können, erklären die Analysten die Preiskalkulation. Möglicherweise habe der iPhone-Hersteller auch den chinesischen Markt und die Bereitschaft der chinesischen Netzbetreiber falsch eingeschätzt, die Geräte zu subventionieren.

Apples Anleger können die absolut beeindruckenden Umsätze mit dem Spitzenmodell 5S nur begrüßen, die gut für kurzfristige Gewinne sind. Wenn sie allerdings mit dem iPhone 5C die Hoffnung verbanden, Apple könnte die Basis potenzieller Käufer erheblich erweitern und insbesondere in aufstrebenden Ländern Marktanteile gewinnen, dann wurde diese enttäuscht.

Die DisplaySearch-Analysten schlussfolgern leicht sarkastisch: „Vielleicht hätte Apple sich den Aufwand für die Entwicklung des iPhone 5C schenken und einfach das zwei Jahre alte iPhone 4 zu einem niedrigeren Preis anbieten können, um das mittlere Angebotsegment zu bedienen.“

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Themenseiten: Apple, Marktforschung, Mobile, NPD DisplaySearch, Smartphone, iPhone

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2 Kommentare zu Marktforscher: Apple erhöht Produktion von iPhone 5S um 75 Prozent und drosselt 5C-Fertigung

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  • Am 19. Oktober 2013 um 20:30 von Minni

    Dass das 5C schlicht zu teuer ist war jedem Beobachter mit gesundem Menschenverstand von Anfang an klar. Damit es sich verkauft muss man mindestens nochmal 100€ vom Preis abziehen. Ich bin gespannt, ob Apple dies in den nächsten Wochen/Monaten still und leise tut, oder aber ob sie auf Marktsnteil zugunsten satter Gewinne pfeifen.

    Da Apple ja auch am Content gut verdient, wäre es zumindest eine Überlegung wert, das Gerät ohne großen Gewinn zu verkaufen, auch wenn das gegen Apples bisherige Philosophie wäre.

  • Am 20. Oktober 2013 um 1:10 von Judas Ischias

    Möglicherweise hat der iPhone-Hersteller nicht nur den chinesischen Markt, sondern auch den Versand der Netzbetreiber falsch eingeschätzt!? Warum soll denn alles immer nur nach Apple gehen? Immer sollen die Netzbetreiber auf ihre Margen verzichten und Apple steckt sich die ganze Kohle ein und trägt kein Risiko! Wurde mal Zeit, das gezeigt wurde wo der Appel hängt.

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