Bericht: Auch Lenovo prüft Blackberrys Bücher

Ein Übernahmeangebot könnte folgen. Lenovo war schon im Januar als Kaufinteressent gehandelt worden. Beobachter gingen aber von Vorbehalten der kanadischen Regierung aus, die die Transaktion genehmigen muss.

Der weltgrößte PC-Hersteller Lenovo hat eine Vertraulichkeitsvereinbarung unterzeichnet, um Einblick in Blackberrys Buchhaltung zu bekommen. Dies berichtet das Wall Street Journal. Lenovo kann damit als weiterer Kandidat für eine Übernahme des kanadischen Smartphone-Herstellers oder eines seiner Geschäftsbereiche gelten.

Logo Lenovo

Lenovo galt schon als an einem solchen Kauf interessiert, als der Blackberry-Hersteller noch den Namen Research In Motion trug – nämlich im Januar 2013. Allerdings hieß es auch, die kanadische Regierung werde eine Übernahme durch ein chinesisches Unternehmen wohl kaum genehmigen.

Aufgrund der Unternehmensgröße werde einer Übernahme auf jeden Fall eine Prüfung durch die Regierung vorausgehen, berichtete Reuters zu Jahresanfang. Nach kanadischen Gesetz müssten ausländische Investitionen in kanadische Firmen auf ihren Nutzen für das Land hin untersucht werden.

Blackberry hatte sich selbst im August zur Prüfung von Fusionsangeboten und anderen strategischen Alternativen bereit erklärt. Ein erstes Angebot in Höhe von 4,7 Milliarden Dollar legte zunächst die kanadische Pensionskasse Fairfax Financial Holdings vor, die schon 10 Prozent der Blackberry-Aktien hält. Sie soll aber bei der Suche nach Partnern auf Schwierigkeiten gestoßen sein, weshalb eine mögliche Aufteilung des Unternehmens erneut in den Fokus rückte.

Als Interessenten für eine (Teil-)Übernahme wurden bisher die Blackberry-Gründer Mike Lazaridis und Doug Fregin, Cisco, Google und SAP genannt. Erst gestern war der Investor Cerberus hinzugekommen, der Insider zufolge ebenfalls Blackberrys Bücher prüft, aber noch kein konkretes Angebot vorgelegt hat.

BlackBerry

Ende September hatte Blackberry Zahlen fürs zweite Quartal des Geschäftsjahrs 2014 vorgelegt. Es musste aufgrund von hohen Abschreibungen auf Lagerbestände des Smartphonemodells Z10 einen Verlust von fast einer Milliarde Dollar hinnehmen. Das Marktforschungsunternehmen Gartner empfiehlt Kunden, sich heute schon nach Alternativen umzusehen. Blackberry hat diese Einschätzung nicht nur zurückgewiesen, sondern sich auch in einem offenen Brief an Anwender und Partner gewandt. Darin heißt es, sie könnten sich weiter auf Blackberry verlassen, es werde das Unternehmen noch länger geben.

[mit Material von Rachel King, ZDNet.com]

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Themenseiten: Blackberry, China, Lenovo, Politik, Smartphone, Übernahmen

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