Adobe-Hacker auch in Angriff auf PR Newswire verwickelt

Unbekannte erbeuten verschlüsselte Passwörter und Kreditkartendaten von rund 10.000 Kunden. Die Daten befanden sich auf den Servern, auf denen auch der bei Adobe gestohlene Quellcode abgelegt war. PR Newswire hat inzwischen die Passwörter der betroffenen Nutzer zurückgesetzt.

PR Newswire hat einen Bericht des Sicherheitsexperten Brian Krebs bestätigt, wonach das auf die Verbreitung von Pressemitteilungen spezialisierte Unternehmen im März das Opfer eines Hackerangriffs war. Die unbekannten Täter erbeuten Nutzernamen und verschlüsselte Passwörter von PR-Newswire-Kunden. Krebs zufolge befanden sie sich auf denselben Servern, auf denen er auch Quellcode von Adobe gefunden hatte.

Hackerangriff

Der Angriff auf PR Newswire betrifft laut einem Blogeintrag des Unternehmens vor allem Kunden in Europa, dem Mittleren Osten, Afrika und Indien. Neben den Anmeldedaten seien möglicherweise auch Namen von Kunden und verschlüsselte Kreditkartendaten kompromittiert worden. Die fragliche Datenbank enthalte Details zu rund 10.000 Kunden, erklärte PR Newswire gegenüber Krebs. Da viele Kunden mehrere Nutzerkonten hätten, sei nur eine Minderheit der aktiven Mitglieder betroffen.

„Als Vorsichtsmaßnahme haben wir die Passwörter aller Kunden in dieser Datenbank zurückgesetzt“, schreibt PR Newswire in seinem Blog. „Wir werden unsere Sicherheit weiter verbessern und zusätzliche Protokolle einführen, um unsere Nutzerportale, Kunden und proprietären Informationen zu schützen.“

Bisher hatte der Angriff auf PR Newswire offenbar keine gravierenden Folgen. Sollte es einem Hacker allerdings gelingen, ein PR-Newswire-Konto zu knacken, so könnte er falsche Informationen über das fragliche Unternehmen verbreiten. Der Aktienindex Dow Jones stürzte im Frühjahr um mehr als 140 Basispunkte ab, nachdem es der Syrian Electronic Army gelungen war, die Kontrolle über das Twitter-Konto der Associated Press zu übernehmen und eine Falschmeldung über einen Anschlag auf US-Präsident Barack Obama zu verbreiten.

Adobe hatte Anfang des Monats die Einbrüche in seine Server öffentlich gemacht. Wie das Unternehmen mitteilte, entwendeten die Hacker Daten von bis zu 2,9 Millionen Kunden sowie 40 GByte kompilierten und unkompilierten Quellcode.

[mit Material von Tom Brewster, TechWeekEurope]

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