Trotz Kritik: Ubuntu erweitert Suchfunktion

Unity Dash läuft jetzt grundsätzlich über Proxy-Server von Canonical. Diese sammeln nur anonyme Statistiken. Abgefragte Webdienste wie Amazon können nicht auf die Person des Nutzers schließen. Dies soll Richard Stallmans Vorwurf der eingebauten "Spyware" entkräften.

Ubuntu baut trotz Kritik etwa durch Free-Software-Aktivist Richard Stallman seine Suchfunktion Unity Dash weiter aus. Einige Neuerungen finden sich in der diesen Monat veröffentlichten Version 13.10 für Desktops; Mark Shuttleworth zufolge werden es nicht die letzten bleiben.

Ubuntu

In Ubuntu 13.10 wurde Dash um den Dienst Smart Scope erweitert, der eine Suche auf dem Desktop wie auch online ermöglicht. Smart Scope bezieht 50 Online-Quellen ein – von Google News über das Code-Repositorium Github bis zum Rezensionsportal Yelp. Unter der Projektbezeichnung „100 Scopes“ planen die Entwickler nun eine Verdoppelung der Web-Quellen.

Standardmäßig ist der Ablauf so, dass Suchanfragen in Unity Dash erst einmal über Canonicals Server laufen, die die besten Quellen on- und offline für die aktuelle Anfrage auswählen. Aufgrund gesammelter Erfahrungswerte soll dieses Verfahren ständig verbessert werden. Alternativ können sich die Nutzer auf einzelne Suchabfragen beschränken. Geht dem Suchbegriff etwa die Marke „wiki:“ voran, beschränkt sich die Suche auf Wikipedia.

Mark Shuttleworth (Bild: ZDNet.com)

Stallman hatte Unity Dash schon im vergangenen Jahr als „Adware“ und „Spyware“ bezeichnet. Canonical betont, dass keine Daten gesammelt werden, die Ubuntu-Nutzer eindeutig identifizieren. Vielmehr speichere man nur die gesammelten Statistiken zu Suchanfragen.

Canonical-Gründer Shuttleworth weist außerdem darauf hin, dass es sehr leicht ist, Suchabfragen auf den Desktop oder Online-Quellen zu beschränken. „Das Werkzeug ist stark so konzipiert, dass man steuern kann, wo gesucht wird. Es gibt etwa diverse Tastaturkürzel. Super+F etwa sucht nur in lokalen Dateien, Super+A in Applikationen sowie im Ubuntu App Store.“

Die abgefragten Websites erfahren nicht, von wem die Suchanfrage kommt, da sie erst über Canonicals Server läuft. Shuttleworth: „Das geht alles über unsere Proxies. Das bedeutet, dass Amazon oder andere Provider nichts daraus schließen können.“ Speziell die von Unity Dash durchgeführte Amazon-Suche hatte im vergangenen Jahr Kritik veranlasst.

Mit den getroffenen Sicherheitsvorkehrungen sei Unity Dash eine Bereicherung, sagt der Canonical-Gründer: „Wir leben in einer hochgradig vernetzten Internet-Welt mit erstaunlichen Diensten und Inhalten da draußen. Warum sollte man den Zugriff darauf nicht wirklich einfach gestalten.“

[mit Material von Nick Heath, ZDNet.com]

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Themenseiten: Canonical, Linux, Open Source, Suchmaschine

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