Silk-Road-Nutzer protestieren durch Mikrozahlungen ans FBI

Die Adresse seines Wallets ist durch die Beschlagnahmungen bekannt goworden. Seither gehen dort laufend Zahlungen von beispielsweise 0,00000001 BTC ein - umgerechnet etwa 0,00013 Eurocent. in begleitenden Kommentaren steht etwa "Ideen kann man nicht verhaften."

Nach der Schließung von Silk Road protestieren Online-Aktivisten in Form von Mikrozahlungen, denen sie Botschaften beifügen – so genannte „public notes“ (öffentliche Anmerkungen), wie sie jede Bitcoin-Zahlung vorsieht. Dazu mussten sie zunächst die Adresse der virtuellen Bitcoin-Geldbörse der Behörde ermitteln, was durch die erfolgten Beschlagnahmungen möglich wurde.

Bitcoin

Seither gehen dort laufend Zahlungen von Werten wie 0,00000001 BTC ein – umgerechnet etwa 0,00013 Eurocent. Eine der häufigsten Mitteilungen lautet: „Ideen kann man nicht verhaften.“ Wie auf Blockchain nachzulesen, heißt es etwa auch: „Eine Welt ohne Drogen ist nur als Welt ohne Menschen realisierbar. Und selbst dann werden sich die Tiere noch zudröhnen.“

Sachlicher gibt sich ein Kommentator, der schreibt: „Viele auf Silk Road verkaufte Waren waren vollkommen legal. Es gibt keine Möglichkeit, um herauszufinden, welche Zahlungen für illegale Käufe bestimmt waren. Die Anwender sollten ihr Geld zurückbekommen.“ Ein anderer zitiert einen früheren Präsidenten der USA: „Prohibition überschreitet die Grenzen der Vernunft, da sie die Begierden des Menschen durch Gesetze zu kontrollieren versucht und so Handlungen zu Straftaten macht, die keine Straftaten sind. – Abraham Lincoln“.

Auch eine autoreferenzielle Aussage findet sich: „Diese Seite beweist, dass Bitcoin transparenter ist als die US-Regierung.“ Zahlreiche andere Kommentare lassen sich allerdings als Trollen abtun.

Letzte Woche hatte die Polizeibehörde nach langen Ermittlungen die Drogenhandelsplattform „Silk Road“ geschlossen und ihren mutmaßlichen Betreiber Ross Ulbricht in San Francisco verhaftet. Das im „Darknet“ versteckte Portal galt als „Ebay für Drogen“ und nutzte das Anonymisierungsnetzwerk Tor sowie die digitale Währung Bitcoin, um anonyme Transaktionen zu ermöglichen. Die Ermittlungsbehörden gaben an, mit Bitcoins im Wert von rund 3,6 Millionen Dollar die bislang größte Beschlagnahmung in dieser Währung durchgeführt zu haben. Auf die Nachricht hin fiel der Wert einer Bitcoin von zuvor 140 Dollar auf 129 Dollar.

Parallel zu den Protesten per Mikrozahlung läuft eine Petition auf change.org. Sie fordert ebenfalls, die beschlagnahmten Summen zurückzubuchen.

[mit Material von Violet Blue, ZDNet.com]

Themenseiten: Cybercrime, E-Commerce, Federal Bureau of Investigation (FBI), Politik, Secure-IT

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1 Kommentar zu Silk-Road-Nutzer protestieren durch Mikrozahlungen ans FBI

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  • Am 11. Oktober 2013 um 23:01 von Simsala Bim

    Die Petition fordert nicht, die Summen zurückzubuchen, sondern sie zu verschenken. Das ist wichtig und sollte korrigiert werden.

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