Deutsche iCloud-Nutzer können wieder Push-E-Mails empfangen

Dasselbe funktioniert auch für Konten von Yahoo, AOL, QQ und NetEase. Apple hatte den Push-Service in Folge einer Patentklage von Motorola vor 20 Monaten teilweise deaktiviert. Kontakte und Kalender waren davon nicht betroffen.

Nach einer Auszeit von rund 20 Monaten bietet Apple seinen Push-E-Mail-Service wieder in vollem Umfang in Deutschland an. Ab sofort können Anwender von iCloud Mail ihre Nachrichten auch hierzulande nicht mehr nur empfangen, sondern auch automatisch an ihre iOS-Geräte weiterleiten lassen. Gleiches gilt für Konten bei Yahoo, AOL, QQ und NetEase, wie aus einem aktualisierten Support-Artikel von Apple hervorgeht.

iCloud-Nutzer können wieder Push-E-Mails empfangen (Screenshot: ZDNet.de).

Um die Push-Zustellung zu aktivieren, muss im Einstellungsmenü unter „Mail, Kontakte, Kalender“ der Punkt „Datenabgleich“ ausgewählt und Push eingeschaltet werden. Falls dennoch keine Nachrichten an das iOS-Gerät weitergeleitet werden, empfiehlt Apple, den E-Mail-Account zu löschen und erneut hinzuzufügen.

In Folge einer Patentklage von Motorola hatte Apple seinen Push-E-Mail-Service in Deutschland im Februar 2012 teilweise deaktiviert. Der Push-Service für Kontakte und Kalender sowie Push-E-Mail auf Desktop-Computern, Notebooks und im Internet als auch Dienste anderer Anbieter wie Microsoft Exchange ActiveSync waren davon nicht betroffen.

Anwender konnten bisher das von Motorola vor Gericht durchgesetzte Verbot jedoch umgehen, indem sie ihr Apple-Gerät so konfigurierten, dass neue E-Mails automatisch im Hintergrund geladen wurden. Dazu mussten sie in den Einstellungen unter Datenabgleich einen Zeitplan auswählen.

Bei dem von Motorola eingeklagten Schutzrecht handelt es sich um das europäische Patent 0847654 B1 von 2002. Es beschreibt ein „Verfahren für die Statussynchronisation einer Gruppe von Funkrufempfängern“. Motorola wirft Apple vor, mit seinem E-Mail-Push-Service für iCloud und MobileMe gegen dieses Patent zu verstoßen.

Nachdem das Landgericht Mannheim das von Motorola erwirkte Verbot im April 2012 bestätigt hatte, setzte das Oberlandesgericht Karlsruhe das von Apple angestrengte Berufungsverfahren ein Jahr später zunächst aus. Es wollte die Entscheidung des Bundespatentgerichts abwarten, die im November fallen soll. Anfang September hob das OLG Karlsruhe jedoch Motorolas einstweilige Verfügung gegen iCloud auf. Um den Push-E-Mail-Service wieder zu aktivieren, musste Apple laut einem Gerichtssprecher 100 Millionen Euro als Sicherheitsleistung hinterlegen. Diese deckt mögliche Schadenersatzansprüche von Motorola ab, falls Apple den Patentstreit doch noch verlieren sollte.

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Themenseiten: Apple, E-Mail, Motorola, iOS

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