iPhone-Rekordverkauf: Apple kann es

Die Preise dürften kaum der Grund für die hohen Verkäufe sein. Apples Spitzenmodell iPhone 5S kostet 20 Euro mehr als die letztjährige Variante. Auch das günstigere iPhone 5C ist mit 599 Euro nicht gerade ein Schnäppchen.

iphone 5sBereits während der Vorstellung der neuen Apple-Smartphones am 10. September begann der Aktienkurs des iPhone-Herstellers zu sinken. Das Papier notiert bis zu 7 Prozent schlechter. Zu wenig Neues und zu teuer, lautete der Tenor. Auch die Mehrheit der knapp 5500 ZDNet-Leser, die sich an einer Umfrage zu den Preisen der neuen Geräte beteiligten, befand die neuen iPhones als zu teuer. Nur 13 Prozent halten die Preise für die neuen Apple-Smartphones für angemssen.

Offenbar scheinen die hohen Preise viele Konsumenten nicht vom Kauf abzuhalten. Ebenso wenig stört das von vielen Anwendern kritisierte iOS-7-Design die Kauflaune. Wie Apple mitgeteilt hat, konnte es am ersten Wochenende 9 Millionen Geräte absetzen. Das sind nicht nur gut 80 Prozent mehr als noch im letzten Jahr, sondern auch mehr, als beispielsweise Nokia im gesamten zweiten Quartal an Lumia-Geräten hat absetzen können. Auch im Vergleich zu Samsung sehen die Zahlen gut aus. Für das Galaxy S4 benötigte der Apple-Konkurrent gut einen Monat bis er 10 Millionen Stück abgesetzt hatte.

Im Gegensatz zum letzten Jahr verkauft Apple erstmals zwei neue Geräte. Da der Verkaufsstart in den selben Ländern* wie beim letzten Mal stattfand, scheidet ein größeres Absatzgebiet als Grund für die höheren Verkaufszahlen aus. Bleibt also nur das zweite Modell als Ursache für den Mehrverkauf. Analyst Gene Munster von Piper Jaffray, der sich seit fast zwei Jahrzehnten mit Apple beschäftigt, relativiert allerdings die Rekordzahlen des iPhone-Herstellers. In einem Interview mit Bloomberg TV führte er sie darauf zurück, dass Apple “Verkaufskanäle gefüllt” habe. Es habe das iPhone 5C in großen Stückzahlen an Partner wie den Netzbetreiber AT&T verkauft, die es aber bislang nicht an Endverbraucher weiterverkauft hätten. Nach Munsters Schätzung haben Apples Partner noch rund 3,5 Millionen unverkaufte iPhone 5C auf Lager. Er geht daher von tatsächlich 5,5 Millionen verkauften iPhones am ersten Wochenende aus. Das wären aber noch immer mehr als im letzten Jahr.

Detaillierte Zahlen zum Verkauf der einzelnen Modelle hat Apple bisher nicht genannt. Es ist also unklar, welches der beiden Modelle höher in der Gunst der Käufer steht. Das dürfte für Apple auch egal sein, da die Marge insgesamt vermutlich nicht niedriger als letztes Jahr ausfallen wird. Beim günstigeren iPhone 5C verwendet Apple größtenteils die gleichen Komponenten, die es schon für das letztjährige Modell eingesetzt hat. Da der Einkauf der Bauteile inzwischen sicher günstiger geworden ist, dürften die 80 Euro, die das iPhone 5C weniger kostet, nur wenig an der Marge knappern.

Anders sieht es beim Spitzenmodell iPhone 5S aus. Hier kommen ein neuer Prozessor, ein zusätzlicher Chip, der Bewegungen registriert und ein Fingerabdruckscanner zum Einsatz. Dadurch dürften die Kosten für Apple deutlich höher als für das iPhone 5C liegen. IHS Supply schätzt den Unterschied bei den Herstellungskosten zwischen den beiden Modellen auf 26 Dollar. Die Herstellungskosten für das iPhone 5S liegen demnach bei 199 Dollar und für das iPhone 5C 173 Dollar. Die genauen Zahlen kennt aber nur Apple. Wie dem auch sei: Apple verdient offenbar mit den neuen Modellen mindestens genauso viel wie im letzten Jahr mit dem iPhone 5.

Trotz aller Unkenrufe kann der Hersteller wie es scheint weiterhin sein iPhone-Geschäft erfolgreich gestalten. Die Börse hat bereits mit Kursaufschlägen reagiert. Mit einem Marktanteil von circa 18 Prozent erzielt es derzeit 57 Prozent aller im Smartphonemarkt erwirtschafteten Gewinne. Und es sieht so aus, als ob sich das auch in Zukunft nicht ändern wird.

Die iPhone-Starts im Vergleich (Grafik: <a href="http://de.statista.com/themen/102/iphone/infografik/1484/absatz-von-iphones-innerhalb-der-ersten-3-verkaufstage/" target="_blank">Statista</a>)Die iPhone-Starts im Vergleich (Grafik: Statista)

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*Korrektur: China war letztes Jahr nicht beim Verkaufsstart dabei. Das iPhone 5 war dort erst im Dezember erhältlich. Am ersten Wochenende konnte Apple 2 Millionen Geräte absetzen. Addiert man die Zahlen zu den 5 Millionen, die wenig zuvor in den übrigen Ländern verkauft wurde, ergibt sich eine Gesamtanzahl von 7 Millionen.

Themenseiten: Apple, IT-Business, Smartphone, iOS

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15 Kommentare zu iPhone-Rekordverkauf: Apple kann es

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  • Am 24. September 2013 um 21:44 von klosius

    Vielleicht solltet ihr euch mal informieren. Das iphone 5 hat 679€ gekostet

    • Am 25. September 2013 um 7:11 von Kai Schmerer

      Stimmt. Danke für den Hinweis. 629 Euro hat das iPhone 4S gekostet.

  • Am 24. September 2013 um 23:12 von Egon Neudeck

    Ich bin so beeindrukt-ich verneige mich und sage D A N K E !!!

  • Am 25. September 2013 um 9:30 von JennyS

    Es zeichnet sich ein Muster ab. Jedes njeue iPhone ist eine Enttäuschung für Technik affine, verkauft sich aber besser Als sonstwas. Entweder sind die versierten die Idioten, oder die Apple Kundschaft.
    Ich für meinen Teil erwarte von Apple nun keinerlei innovative Ideen, sondern nur minimal unterschiedliche Geräte (bei denen man natürlich den Unterschied zum Vorgänger sehen muss, damit man angeben kann wie viel Geld man übrig hat), dafür aber exponentiellen Anstieg der Verkaufszahlen bis entweder die Kundschaft mal merkt wofür sie da Geld ausgibt, oder bis jeder nicht-apple-hasser sich 3 kauft.

    • Am 25. September 2013 um 16:24 von GamerzZ

      Wo bitte schön ist das iPhone 5S eine Enttäuschung? Wohl sich nicht mit der Materie auseinandergesetzt und keine Ahnung von irgendwas aber dennoch kommentieren und ein auf ich weiß alles und kenne die Meinung aller Menschen tun oO? Das iPhone 5S besitzt eine 64Bit Architektur und 1GB RAM sowie DualCore. Das reicht um nahezu ein doppeltes Ergebnis in vielen Benchmarks als das S4 zu erreichen. Mal davon abgesehen das auf dem iPhone schon immer alles flüssig war. Das soll jetzt nicht heißen das das S4 oder was auch immer schlecht ist aber es hat seinen Grund das so viele Apple kaufen. Schlicht, einfach, leicht, dünn & schnell sowie zuversichtlich sind nur einige. Und jetzt komm mir nicht mit Apple FanBoy oder sowas… Hatte auch Android aber bin dann wieder zu Apple gewechselt weil es mir einfach besser gefällt… Sind 2 von Grund auf Komplete Systeme die gar nicht verglichen bzw. in einen Topf geschmissen werden wollen.

      • Am 25. September 2013 um 20:04 von hoppala

        hast was vergessen zu erwähnen, wahrscheinlich nur ausversehen und mit deinem apple-aggro-verteidigungsverhalten zu begründen:

        die leistung erfährst du nur mit auf die architektur speziell angepasster software.

        immer dasselbe mit den apple-junkies :D ihr seid zu emotional LOL

  • Am 25. September 2013 um 10:28 von Kevin

    Dieses mal ist China von Anfang an dabei. Der Absatzmarkt ist also doch „leicht“ gewachsen.

    • Am 25. September 2013 um 10:44 von Kai Schmerer

      Danke für den Hinweis. Ich haben den Artikel ergänzt. Richtig ist, dass der Verkauf in China erst im Dezember gestartet ist. Am ersten Wochenende konnte Apple dort 2 Millionen Geräte verkaufen. Somit ergeben sich in der Summe 7 Millionen Geräte. Dieses Jahr sollen es laut Apple 9 Millionen sein.

  • Am 25. September 2013 um 10:46 von Dirk
    • Am 25. September 2013 um 13:08 von Evocati

      „dass Apple nicht zwischen “shipped” und “sold” unterscheidet.“

      Das spielt auch keine Rolle, den defakto hat Apple „sold“, den alle Händler und Provider müssen die Geräte Kaufen, wie denen ihr Verkauf läuft spielt letztendlich wenn es um Umsatz geht für Apple erst mal keine Rolle mehr. Natürlich wäre es Apple wohl auch lieber wenn sie dann die ganzen Geräte Verkauft hätten.

      • Am 25. September 2013 um 14:03 von Tom

        Bisher steht nur die Behauptung von zwei Analysten im Raum, dass ein Unterschied zwischen shipped und sold gemacht werden soll. Das basiert also nur auf deren Annahmen, und kann kompletter Blödsinn sein. Merke: ein Analyst irrt nie. Es kann nicht richtig sein, was nicht sein darf.

        Vielleicht wurden die zwei auch nur auf dem falschen Fuß erwischt, und ihre Auftraggeber haben auf niedrigere Verkaufszahlen gewettet. ;)

        Der ganze Rest der Analysten macht da anscheinend keinen Unterschied.

        Es ist aber sehr nett, dass Dirk für uns den Blick in Apples Bücher gewagt hat. Danke, Du Wissender. ;)

        • Am 26. September 2013 um 2:37 von Android Ist Geil

          Stimmt. Es kann nicht richtig sein, was nicht sein darf. Ihr Applejünger redet euch jeden Scheiß schön. Wie es so gerade in den Kram kommt.

  • Am 25. September 2013 um 11:15 von Gast

    Teuer waren im Internet das iPhone 3GS (770€) und iPhone 4 (1200€),
    als noch im Apple-Store keine iPhones ohne Vertrag gab.
    Bei der Einführung von iPhone 5 (679€) könnte man das iPhone 4 für 399€ kaufen.
    Seit der Einführung von iPhone 5S (699€) und iPhone 5C (599€)
    kostet das iPhone 4S 399€.
    Zum Vergleich: Galaxy S4, Galaxy Note 2, kosten heute ca. 500€.
    Es gibt aber auch Handys für 20€-40€,
    die keine Smartphones (also fast vollwertige Computer) sind.
    Ich finde die Preise für Smartphones angemessen.

  • Am 25. September 2013 um 14:19 von Tagi

    http://www.pfeifferreport.com/v2/wp-content/uploads/2013/09/iOS7-User-Experience-Shootout.pdf

    Ich denke genau darum werden auch in Zukunft diese Geräte gekauft.

  • Am 26. September 2013 um 8:54 von M@tze

    Alle Achtung, das ist mehr als ich (und Apple offensichtlich auch) erwartet hatte. Aber mich wuerde am Rande mal interessieren, wie viele davon wurden auch tatsaechlich an Endkunden verkauft, wie viele liegen noch bei den Haendlern, wie gross ist der Anteil der teuer ueber die Handyrechnung finanziert wird und nur Vertragsverlaengerungen sind und (die interessanteste Frage) wie ist der Anteil von 5S und 5C?

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