Pandora siegt in US-Prozess um Musikrechte

Das Internetradio hat für die Jahre 2011 bis 2015 einen gültigen Vertrag mit der Künstler- und Komponistenvertretung ASCAP. EMI, Sony/ATV und Universal wollten ihre Zusagen zurückziehen, um gesonderte Verträge mit Streaming-Anbietern auszuhandeln.

Das Internetradio Pandora hat in den USA einen Prozess gegen Vertreter der Musikindustrie gewonnen. Ein Bundesbezirksgericht in New York urteilte, Pandoras Vertrag mit der Künstlervertretung American Society of Composers, Authors and Publishers (ASCAP) sei vollumfänglich gültig. Einige Publisher hatten trotz dieser Abmachung separate Lizenzen aushandeln wollen und deshalb an die ASCAP vergebene Lizenzrechte zurückgezogen, wie Reuters schildert.

Logo Pandora

Konkret waren es die ASCAP-Mitglieder EMI Music Publishing, Sony/ATV Music Publishing und Universal Music Publishing Group, die Reuters zufolge ihre Rechte zurückziehen und selbst Verträge mit Internetradios wie Pandora aushandeln wollten. Pandora begrüßte die Entscheidung des Gerichts. Sein Rechtsvertreter Chris Harrison sagte: „Wir hoffen, dass dies allen Versuchen bestimmter ASCAP-Mitglieder ein Ende bereiten wird, Pandora unfair und selektiv ihren Katalog zu verweigern.“

ASCAP vertritt 470.000 Musiker, Komponisten und Bands, darunter Leonard Bernstein, Beyoncé, Duke Ellington, George Gershwin, Alan Jackson, Jay-Z und Katy Perry. Der von der Vereinigung mit Pandora ursprünglich ausgehandelte Vertrag deckt die Jahre 2011 bis einschließlich 2015 ab.

Für den 4. Dezember steht allerdings ein zweiter Prozess an, in dem es um die Höhe „vernünftiger“ Lizenzgebühren geht. ASCAP-CEO John Lofrumento kommentiert, die Mitlieder verdienten „faire Bezahlung für harte Arbeit“, und man werde den wahren Wert der Aufführungs- und Abspielrechte am 4. Dezember demonstrieren. Dem ersten Teil zumindest pflichtet Harrison bei: „Pandora ist weiter fest davon überzeugt, dass Musiker für ihre Arbeit gerecht honoriert werden müssen. Wir fühlen uns einer verantwortungsvollen, nachhaltigen und gerechten Gebührenstruktur verpflichtet, die die gesamte Branche profitieren und wachsen lässt und die auch neue Technik nicht benachteiligt.“

Der ASCAP zufolge erhalten die Künstler im Schnitt 8 US-Cent, wenn ihr Werk 1000-mal auf Pandora läuft. Sie nennt diesen Betrag jetzt „lächerlich niedrig„.

iOS-App-Icon von Pandora

Parallel hat Pandora anlässlich des US-Starts von iTunes Radio seine iOS-App massiv überarbeitet. Sie liefert jetzt ausführliche Informationen über Werke und Interpreten. Außerdem zeigt ein Music feed an, welche Songs der Nutzer in letzter Zeit gehört und welche „Radiostationen“ er angelegt hat. Eine Android-Anwendung mit vergleichbarem Funktionsumfang wird noch diesen Herbst folgen.

Pandora kann über 200 Millionen registrierte Nutzer vorweisen, von denen Stand August 2013 mehr als 71 Millionen den Dienst regelmäßig nutzten. Trotz seiner im Internet führenden Position mit etwa 70 Prozent wird es für den US-Radio-Markt als ganzen mit nur 7 Prozent Anteil geführt. Außer in den Staaten ist es bisher nur noch in Australien und Neuseeland aktiv.

[mit Material von Lance Whitney, News.com]

Themenseiten: Gerichtsurteil, Internet, Musik, Pandora, Streaming

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