Linux-Kernel 3.12 verzögert sich wegen SSD-Crash bei Linus Torvalds

Der Zwischenfall ereignete sich kurz vor Ende eines Merge Window. Alle Kernelentwickler müssen prüfen, ob ihre jüngsten Beiträge eingearbeitet wurden. Anschließend kann erst die Testphase der neuen Version beginnen.

Die Entwicklung der nächsten Version des Linux-Kernels wurde diese Woche durch einen Ausfall einer Solid State Disk zurückgeworfen. Das Flash-Speichermedium steckte nämlich in der Workstation des leitenden Kernel-Architekten Linus Torvalds.

Linus TorvaldsIn einer Nachricht mit dem Betreff „RIP – dead harddisk“ („Ruhe in Frieden – tote Festplatte“) musste der Linux-Erfinder die anderen Kernel-Entwickler bitten, Patches und Pull Requests neu zu senden, die sich noch nicht im Git-Repositorium für den Kernel fanden. Das heißt aber auch, dass jeder Programmierer prüfen muss, ob seine jüngsten Beiträge integriert wurden.

„Das Timing ist komplett daneben, aber es sieht so aus, als hätte sich meine SSD gerade verabschiedet“, schreibt Torvalds. „Ich werde eine Wiederherstellung versuchen, aber im Augenblick kann mein System nicht einmal mehr auf den Boot-Sektor zugreifen und versucht stattdessen, übers Netzwerk zu booten. Ich habe also keine allzu großen Hoffnungen.“

Der Absturz ereignete sich kurz vor dem Ende eines zweiwöchigen Merge Window – also desjenigen Zeitabschnitts, in dem bei großen Softwareprojekten zahlreiche Patches zusammengeführt werden. Allzu viel Arbeit habe er nicht verloren, schreibt Torvalds immerhin. „Wenn es zum Schlimmsten kommt, werde ich die letzten Tage des Merge Window auf dem Laptop abwickeln, was ich ohnehin vorhatte, weil bei mir Reisen anstehen.“

Nach dem Merge Window beginnen erst die Tests der neuen Linux-Version, sodass der Kernel 3.12 letztlich noch am Anfang steht. Der neue Code umfasst Verbesserungen der Stromverwaltung, neue KVM-Virtualisierungsfunktionen, Verbesserungen an Audiotreibern sowie zusätzliche Funktionen für die Dateisysteme EXT4 und F2FS.

Die Kernelentwicklung ist mittlerweile Linus Torvalds‘ Vollzeit-Beschäftigung. Er behält sich die letzte Entscheidung vor, wenn es darum geht, welcher Code integriert wird – und welcher nicht.

[mit Material von Max Smolaks, TechWeekEurope.co.uk]

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Themenseiten: Anwendungsentwicklung, Betriebssystem, Linux, Open Source, SSD

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7 Kommentare zu Linux-Kernel 3.12 verzögert sich wegen SSD-Crash bei Linus Torvalds

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  • Am 13. September 2013 um 0:12 von bosch

    Lachhaft. Was für Noob keine aktuelle Sicherung zu haben.

  • Am 13. September 2013 um 7:30 von Max

    Soso, ein paar Tage verloren. kein Backup? kein weiterer Kommentar!

  • Am 13. September 2013 um 10:33 von punisher

    Wasn Witz…Linus Torvalds hat kein backup.wers glaubt

    • Am 13. September 2013 um 10:45 von Florian Kalenda

      Die Original-Mail von ihm ist ja verlinkt, Sie können sich also problemlos selbst informieren.

      • Am 13. September 2013 um 14:04 von punisher

        Entschuldigen Sie meine Schreibweise. Ich hatte nicht gemeint das Sie als Autor dieser News lügen oder ähnliches. Ich meinte viel mehr, das bei linus was nicht stimmt.

  • Am 16. September 2013 um 9:08 von M@tze

    Bitte Ueberschrift anpassen. Der gute Mann heisst „Linus“ und nicht „Linux“ mit Vornamen! :)

    • Am 16. September 2013 um 9:24 von Florian Kalenda

      OK: „Linus-Kernel 3.12 verzögert sich wegen SSD-Crash bei Linux Torvalds“ … Danke für den Hinweis!

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