Kaspersky: Nordkorea greift erneut Südkorea mit Spionagetrojanern an

Im Fokus stehen Forschungseinrichtungen und Aktivisten für eine koreanische Wiedervereinigung. Die Malware Kimsuky wird per E-Mail ferngesteuert. Im Gegenzu sendet das Programm geloggte Tastatureingaben, Verzeichnisnamen und Dateien per E-Mail zurück.

Kaspersky Lab hat nach eigenen Angaben eine neue Cyberspionage-Kampagne enttarnt, die Nordkorea gegen Südkorea führt. In ihrem Fokus stehen südkoreanische Forschungseinrichtungen. Nordkorea versucht angeblich, ihnen einen Trojaner unterzujubeln, der Tastatureingaben aufzeichnet und diese zusammen mit Verzeichnisnamen wie auch einzelnen Dokumenten an Kommandoserver weitergibt.

Flagge Nordkoreas

Den Trojaner hat Kaspersky „Kimsuky“ getauft, offenbar nach den Namen „Kimsukyang“ und „Kim asdfa“: Dabei handelt es sich um E-Mail-Konten, die die Malware nutzt. Den Sicherheitsforschern zufolge versucht das Schadprogramm auch, Sicherheitsmechanismen auf infizierten Rechnern abzuschalten – etwa die in Windows integrierte Firewall und das Windows-Sicherheitscenter. Vor allem aber nimmt es eine Firewall des südkoreanischen Sicherheitsanbieters AhnLab aufs Korn.

Die Kontrolle der Malware erfolge per E-Mail, heißt es. Dazu gebe es eine ganze Reihe von Konten. Alle Anhänge würden aber letztlich an eines von zwei Master-Konten geschickt, von denen auch an die Schadsoftware gerichtete Befehle kämen.

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Für Nordkorea als Ausgangsort der Angriffe kann Kaspersky keine Beweise, sondern nur Indizien vorlegen. So stammen alle von den Angreifern genutzten IP-Adressen aus den Netzen der chinesischen Provinzen Jilin und Liaoning. Es wird angenommen, dass die dafür zuständigen Internet Service Provider auch Verbindungen nach Nordkorea unterhalten. Kaspersky: „Die Geolokalisierung unterstützt die ohnehin recht wahrscheinliche Theorie, dass die Hintermänner von Kimsuky in Nordkorea sitzen.“

Von den 13 von Kaspersky ausgemachten Zielen der Angriffswelle sitzen 11 in Südkorea und 2 in China. Darunter sind das Sejong-Institut, das koreanische Institut für Verteidigungsanalyse (KIDA), das Ministerium für Wiedervereinigung, die Hyundai Merchant Marine und die Nichtregierungsorganisation Supporters of Korean Unification, die eine Wiedervereinigung der beiden koreanischen Staaten anstrebt.

Im Juli veröffentlichte schon McAfee Informationen zu einer vier Jahre laufenden Cyberspionagekampagne, die ebenfalls Südkorea galt. Einen Monat zuvor hatten Unbekannte Regierungswebsites von Südkorea gehackt und entstellt. In beiden Fällen wurde Nordkorea als Ursprung der Attacken vermutet.

[mit Material von Michael Lee, ZDNet.com]

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