Deutsche Telekom stellt Pläne für den Netzausbau vor

Bis 2016 will der Konzern über 24 Millionen Haushalte an das Glasfasernetz anschließen. Mittels Vectoring sollen großflächig Geschwindigkeiten bis 100 MBit/s möglich werden. Im Rahmen eines Pilotprojektes wird Hamburg zur "HotSpot-City" der Telekom.

Die Deutsche Telekom hat auf einer Presseveranstaltung in Berlin den Fahrplan für den Ausbau von Breitband- und Mobilfunknetzen bekannt gegeben. „Wir bauen unsere Position als führender Netzanbieter für unsere Kunden weiter aus. Kein anderes Telekommunikationsunternehmen investiert so viel wie die Deutsche Telekom“, sagt René Obermann, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Telekom. Die bereits getätigten und noch geplanten Investitionen zwischen 2010 und 2015 bezifferte er auf über 23 Milliarden Euro.

baustelle-telekom-obermann-van-dammeDie Telekom-Manager René Obermann und Niek Jan van Damme beim verbalen ersten Spatenstich für den intensivierten Netzausbau (Bild: Deutsche Telekom).

Laut Obermann hat die Deutsche Telekom lange darum gekämpft, „investieren zu dürfen“. Jetzt seien allerdings sowohl die regulatorischen Hürden übersprungen wie auch die Bedenken der Investoren zerstreut. Damit sei es Zeit für die „Netzoffensive“. Der Manager sprach von einem „heißen Herbst“ und davon, dass sein Unternehmen Deutschland auf den Weg in die „Gigabit-Gesellschaft“ bringe.

Beim Mobilfunk sollen durch den umfassenden LTE-Ausbau und neue Technologiegenerationen bis zu 150 MBit/s möglich werden. Derzeit sei LTE mit bis zu 100 MBit/s in weit über 100 deutschen Städten verfügbar. Bis Ende des Jahres werden es rund 200 sein. Zur IFA in Berlin beginnt die Telekom mit dem Verkauf eines Mobile Data XL genannten Datentarifs, der die neue maximale Geschwindigkeit unterstützt. Weitere Tarife sollen folgen.

telekom-glasfaserorte-2013Die 44 Städte, die die Telekom noch 2013 ans Glasfasernetz anschließen will (Grafik: Deutsche Telekom)

Die Glasfaser-Infrastruktur will der Konzern nach langem Zögern nun flott erweitern. Auch hier sind Übertragungsraten bis zu 100 MBit/s angepeilt. Derzeit könne man 12 Millionen Haushalte damit bedienen, heißt es – noch im Laufe des Jahres sollen weitere 800.000 dazukommen. Sie befinden sich in 44 mittelgroßen Städten von Aalen bis Zweibrücken (komplette Liste in der Grafik links).

Außerdem erweitert die Telekom ihr Hotspot-Netz. Eine besondere Rolle kommt dabei Hamburg zu. Die Hansestadt soll als erste deutsche Stadt als „HotSpot-City“ großflächig mit WLAN abgedeckt werden. Rund 500 einzelne Hotspots betreibt die Telekom bereits an Standorten in Hamburg, etwa am Flughafen oder in Cafés. Bisher hat sie vor allem den Hafenbereich mit den touristischen Zentren um die Landungsbrücken, den Fischmarkt und das Cruise Terminal Altona abgedeckt. Nun folgen die Einkaufsbereiche um Mönckebergstrasse, Jungfernstieg, Gänsemarkt und Große Bleichen. Später kommen St. Pauli und der Bereich um die Reeperbahn hinzu. An den Zugängen ist das Surfen ab sofort in der ersten Stunde kostenlos.

Bei Kabel Deutschland, das Ende Juli mit dem Ausbau von WLAN-Städten in Bayern begonnen hat, dürfen Nutzer nur eine halbe Stunde am Tag gratis ins Netz. Ausnahme sind registrierte Kunden von Kabel Deutschland: Sie können unbegrenzt kostenlos surfen. Derzeit hat der Netzbetreiber 68 Städte und Ortschaften benannt, in denen der Ausbau in Angriff genommen wird. Weitere Städte und Ortschaften – dann auch außerhalb Bayerns – sollen noch im Laufe des Jahrs dazukommen.

breitbandausbau-weltweit-statistaLaut dem kürzlich von Akamai veröffentlichten Bericht „The State of the Internet“ liegt Deutschland im weltweiten Vergleich bei der Geschwindigkeit des Internetzugangs mit durchschnittlich 6,9 MBit/s auf Platz 20. Schuld an der Datenlandstraße ist der nur langsam voranschreitende Ausbau der Breitbandnetze. Das Ziel der Bundesregierung, bis 2014 drei Viertel der Bürger mit einem 50 MBit/s-Anschluss zu versorgen, scheint derzeit in weiter Ferne zu liegen (Grafik: Statista).

Themenseiten: Breitband, Deutsche Telekom, Telekommunikation

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8 Kommentare zu Deutsche Telekom stellt Pläne für den Netzausbau vor

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  • Am 4. September 2013 um 16:40 von Langsamer Surfer

    So geht die Schere zwischen arm und reich weiter auseinander. Ich bin für Steuern für die schnell-surfer um den Ausbau für die ärmsten in Deutschland zu finanzieren. Meine Telekomleitung bietet 1,5 MBit down, Am Rande einer 200.000 Einwohner Stadt. Alternativ gibt’s 7Mbit LTE mit Volumen Beschränkung. Bezahlbar 15 gb/Monat. Ganz Ok sind 30 gb, aber nicht mehr so günstig zu haben. Für eine 4 köpfige Familie mit Smartphones, Tablet, Home Office, smart TV, cloud Speicher und Teenagern sind auch die 30 gb nicht ausreichend.
    Leider ist das für die Kanzlerin Neuland.
    Da sich mit immer extremeren Geschwindigkeiten wohl mehr verdienen lässt als mit dem flächendeckenden Ausbau, bleibt mir wohl nur umziehen oder Piraten wählen, wobei umziehen wohl zuverlässiger funktionieren dürfte.

    • Am 4. September 2013 um 18:31 von skeptiker

      Die reinste Realsatire hier im Wilden Osten (M.-V.): 30-Seelen-Nest hat VDSL-16, Kleinstadt 20 km weiter im Inland DSL6.000 theoretisch, 1.500 real :-/
      Glasfaser gibt es auch (für Rathaus + Bank)…

      • Am 4. September 2013 um 20:30 von Alexander Schmidt

        Das liegt nicht ander Größe des Ortes, sondern es ist abhängig davon wie weit der Haushalt vom DSL Hauptverteiler entfernt ist.

        • Am 5. September 2013 um 20:31 von skeptiker

          Ja – macht es trotzdem nicht besser wenn man betroffen ist

    • Am 4. September 2013 um 22:36 von ich

      Wer „Smartphones, Tablet, Home Office, smart TV, cloud Speicher und Teenagern“ finanzieren kann, für den sind die paar Euro für 30 gb auch nicht zu viel.

      • Am 5. September 2013 um 14:59 von Langsamer Surfer

        Wie schon oben zu lesen reichen die 30 gb dafür nicht aus. Es soll ja Leute geben die einen Aufstand machen weil die Telekom auf 80 gb beschränken will… Total unverständlich…

  • Am 4. September 2013 um 20:40 von apel

    . Diese andauernde Selbstbeweihräucherung der Telekom nervt. Einige wenige Gebiete des Landes befinden sich halbwegs auf der Höhe der Zivilisation. Der Rest, sprich fast alle, surfen im Neandertal-Bereich.

  • Am 3. November 2013 um 19:40 von Eichenseer Leonhard

    Sehr geehrte Damen und Herren,
    wie bereits erwähnt, sind wir am Land vergessen geworden. Wir haben kein Netz um wenigstens telefonieren zu können. Sind wir wirklich Menschen 2. Klasse? In den Ballungsgebieten wird so viel Geld für LTE und Schnellere Internetverbindungen investiert. So viel Geld wird für Werbung im Fernsehen ausgegeben, aber für ein Handynetz am Land reicht es
    nicht. Es ist traurig aber wahr. Gerade am Land ist es wichtig
    erreichbar zu sein.

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