Vevo einigt sich mit der GEMA und startet in Deutschland

Seine 75.000 Musikvideos sind bei Youtube gehostet. Außerdem soll Google inzwischen zu 10 Prozent an Vevo beteiligt sein. Die anderen Teilhaber sind Sony Music Entertainment, Universal Music Group und Abu Dhabi Media. Ein Apple-TV-CHannel und eine Lizenz von MTV stehen angeblich in Kürze an.

Das Musikvideoportal Vevo hat eine Einigung mit der GEMA erzielt und plant nun einen baldigen Start in Deutschland. Das berichtet die Financial Times. Damit bekommt auch Google einen Marktzugang, dessen Tochter Youtube eine Vielzahl mit Musik unterlegter Videos mangels GEMA-Zulassung nach wie vor sperrt: Die Vevo-Videos sind bei Youtube gehostet.

Vevo demnächst in Deutschland (Screenshot: ZDNet)

Vevo war ursprünglich ein Joint Venture von Sony Music Entertainment, Universal Music Group und Abu Dhabi Media, es gehört also unter anderem zwei Major Labels. Google hat aber seither einen Anteil von 10 Prozent erworben.

Vevo war in den USA 2009 an den Start gegangen. Es folgten Großbritannien, Australien, Neuseeland und Brasilien, im November 2012 dann mit Frankreich, Italien und Spanien auch die ersten europäischen Länder. Die Nutzer können auf einen Katalog von 75.000 Musikvideos zugreifen. Das Portal finanziert sich durch Werbung.

Dem Wall Street Journal zufolge steht Vevo vor dem Start einer App für die Settop-Box Apple TV. Außerdem werde es sein Angebot möglicherweise bald ausbauen. MTV Networks erwäge nämlich, seine Inhalte an Vevo zu lizenzieren. Anders als Sony oder Universal wolle es aber nicht selbst Teilhaber werden.

Vevo selbst ist in Deutschland nicht verfügbar (Screenshot: Jonathan Skillings/CNET).

Derzeit sind die Videos im Vevo-Channel auf Youtube aber weiterhin gesperrt. Und wer von Deutschland aus die Startseite vevo.com besucht, bekommt nur die Möglichkeit angeboten, sich für eine E-Mail-Benachrichtigung am Launchtag anzumelden.

In Deutschland erscheint statt Musikvideos auf Youtube meist ein Hinweis, dass die Verwertungsgesellschaft GEMA die erforderlichen Verlagsrechte nicht eingeräumt habe. Ende Januar hatte die GEMA Unterlassungsklage gegen Youtube eingereicht, um diese Sperrhinweise verbieten zu lassen. GEMA-Vorstand Harald Heker hält den Text für reine Stimmungsmache, da Youtube mehr Videos sperre als von der Verwertungsgesellschaft gefordert.

Beide Parteien streiten schon seit Jahren um die Per-Stream-Minimumvergütung für urheberrechtlich geschützte Musikstücke aus dem GEMA-Repertoire. Anfang des Jahres erklärte die GEMA die Verhandlungen mit Youtube für „vorerst gescheitert“ und schaltete die Schiedsstelle des Deutschen Patent- und Markenamts ein.

Durch Verwendung eines ausländischen Proxy-Servers oder mittels diverser Tools lassen sich die in Deutschland angezeigten Sperrhinweise auf Youtube aber relativ einfach umgehen. Das Browser-Plug-in „YouTube Unblocker“ beispielsweise erkennt gesperrte Videos automatisch und schaltet sie frei. Es liegt für Chrome, Firefox, Opera und Safari vor.

Der von der GEMA beanstandete Sperrhinweis auf YouTube (Screenshot: ITespresso)Ein von der GEMA beanstandeter Sperrhinweis auf YouTube (Screenshot: ZDNet)

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Themenseiten: Google, Sony Music, Streaming, Universal Music, Vevo, Video, YouTube

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