Apple lässt sich Tischcomputer-System für Videokonferenzen patentieren

Es kann verschiedene Eingabegeräte, einen Kollaborationsserver und einen großen Tischcomputer umfassen. Der iPhone-Hersteller sieht auch Eingaben durch elektronische Stifte vor. Er denkt außerdem an interaktive Menüs für die Darstellung auf großen Displays, die den Gesten eines Präsentators ausweichen.

Apple hat ein Patent für ein Kollaborationssystem für Videokonferenzen angemeldet, zu dem ein großer Tischcomputer sowie Stifteingabe gehören. Die Patentschrift schlägt außerdem interaktive Menüs für die Darstellung auf großen Displays vor, die automatisch Raum freigeben für den Arm eines Präsentators, damit seine Gesten keine Inhalte verdecken.

Das vorgesehene System umfasst verschiedene Eingabegeräte und einen Kollaborationsserver, der die verschiedenen Nutzer und Eingabesysteme verbindet. Das System könnte mit mehreren Displaytypen und einem großen Tischcomputer arbeiten, der in der Kollaborationszentrale aufgestellt ist. Genau in diesem Umfeld ist Microsoft schon länger aktiv, das seit mehreren Jahren den inzwischen in PixelSense umbenannten Tischcomputer Surface anbietet. Im letzten Jahr übernahm Microsoft außerdem mit Perceptive Pixel einen Hersteller von Multitouch-Workstations und großformatigen Displays, die sich auch für Kollaborationslösungen eignen.

Das interaktive Menu schafft Raum für Gesten des Präsentators (Bild: Patently Apple).Das interaktive Menu schafft Raum für Gesten des Präsentators (Bild: Patently Apple).

Bei Apples Kollaborationssystem sollen die Nutzer auch Eingaben über einen Stift vornehmen können, der Koordinaten übermittelt – und daher wie ein herkömmlicher Stift auf Papier zu nutzen wäre. Dem Kollaborationsserver fällt die Aufgabe zu, die Bewegungen des elektronischen Stifts zu interpretieren und das Ergebnis den anderen Teilnehmern zu übermitteln. So könnte etwa ein gezeichnetes Bild auf dem großen Display im Kollaborationszentrum erscheinen – oder der Anwender könnte per Stift an einer Abstimmung teilnehmen.

Aus einer Patentanmeldung ist natürlich nicht schon auf kommende Produkte zu schließen. Doch Apples Beschäftigung mit Stifteingabe ist schon deshalb bemerkenswert, weil das Unternehmen so lange Toucheingaben bevorzugt hat. Hier könnte sich auch beim iPhone-Hersteller zumindest ein Umdenken in Richtung simultaner Touch- und Stifteingabe andeuten. Auf Stiftbedienung setzt bereits Samsung mit dem von Wacom gefertigten „S Pen“ für die Galaxy-Note-Serie sowie verschiedene Tablets. Es hat sich an seinem Digitizer-Lieferanten Wacom sogar finanziell als „strategische Investition für einer verstärkte Zusammenarbeit mit dem Stylus-Hersteller“ beteiligt.

Für die Kollaboration lässt sich der iPhone-Hersteller auf Stifteingabe und Tischcomputer ein (Bild: Patently Apple).Für die Kollaboration lässt sich der iPhone-Hersteller auf Stifteingabe und Tischcomputer ein (Bild: Patently Apple).

Schon im letzten Dezember hatte Apple-Mitgründer Steve Wozniak Kollaboration zu einem der großen Trendthemen des Jahres 2013 erklärt. „Die Firmen werden von begrenzten Kollaborationsanwendungen abkommen – zugunsten von All-in-One-Lösungen, die sich gut an vorhandene Strukturen anpassen lassen und die Leistung einer zunehmend mobilen Belegschaft steigern.“ In der möglichst einfachen Nutzung liege aber noch eine wesentliche Herausforderung. Zudem sei es für jegliche Anwendungen wichtig, nicht nur auf einer Plattform lauffähig zu sein. „Den einfachen Weg zu gehen und nur für eine Plattform zu entwickeln, das ist nicht mehr akzeptabel“, sagte er – und könnte sich damit an Microsoft ebenso wie an Apple gerichtet haben.

[mit Material von David Morgenstern, ZDNet.com]

Themenseiten: Apple, Patente, Peripherie, Video

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6 Kommentare zu Apple lässt sich Tischcomputer-System für Videokonferenzen patentieren

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  • Am 2. September 2013 um 8:31 von MacWinUser

    Das man so ein Müll patentieren lassen kann ist wirklich traurig. Apple schmiert irgendwas aufs Papier und bekommt ein Patent dafür. Wirklich eine sensationelle Leistung. Wenn jetzt irgendeine kleine Firme dies bereits technisch umgesetzt hat darf es wieder an Apple Gebühren zahlen.

    • Am 2. September 2013 um 9:43 von Square Zero

      Warum überrascht es mich nicht, dass Du hier (mal wieder) gegen Apple schießt!? Bist Du eifersüchtig, dass nicht Microsoft diesen Patentantrag eingereicht hat? Ich nehme an, dann wäre es für Dich in Ordnung!
      Warum sollte es dafür kein Patent geben? Ist es schützenswert, soll es geschützt werden, ist das nicht, soll es abgelehnt werden. Wird später festgestellt, dass es nicht geschützt werden muss, wird das Patent entzogen. Fertig! Und wenn eine kleine Klitsche diese Technologie bereits umgesetzt hat und kein Patent dafür angemeldet, ist sie selbst Schuld. Wenn dieses Patent von eben dieser kleinen Firma bereits eingereicht ist, ist das nachweisbar. Dann wird man sehen, wer an wen bezahlt!
      Sei doch mal ein wenig objektiv. Dein ewiges Genörgele an allem was auch nur ansatzweise mit Apple zu tun hat ist in höchstem Maße anstrengend! Höflich ausgedrückt!

      • Am 2. September 2013 um 11:09 von MacWinUser

        Bist Du eifersüchtig,…… Nicht auf sowas! Ob MS, Apple oder andere. Auf solche Papierzeichnungen sollte es, nach meiner Ansicht, kein Patent geben. Denn wer genug Geld hat kann somit jedem Mist der ihm einfällt zum Patent anmelden. Und kleine Unternehmen haben leider oft nicht das nötige Geld um ein Patent einzureichen. Und die meisten (also die ohne Geld) realisieren erst mal Ihre Idee. Und wenn es funktioniert dann melden sie auch ein Patent an. Wenn nicht wieder so eine Firma wie Apple ** sich wieder NUR eine Idee haben patentieren lassen.
        (** Ja, ich es fehlt hier MS, Samsung, Nokia, HTC, Siemens usw.)

      • Am 2. September 2013 um 12:51 von Chris

        1. Ist dies ein Patentantrag keine Patenterteilung
        2. Steht schon im Bericht, dass es sich nur unwesentlich vom Surface jetzt PixelSense Tisch von Microsoft unterscheidet.

        Somit ist der Einwand von MacWinUser doch gerechtfertigt. Und er hat völlig Recht, dass gerade Apple das US Patentrecht nutzt um sich Patente anzueignen für Technologien die entweder andere bereits nutzen oder aber selbst nicht nachweisen können, dass „ihre“ Ideen überhaupt funktionieren. Da die USA den „proof of working“ und den „need to use“ aus ihrem Patentrecht gestrichen haben, können Firmen wie Apple nun irgendein theoretisches Anwendungsszenario für irgendeine Technologie Anderer patentieren. Ohne Erfindungshöhe, ohne den Beweis durch ein funktionierenden Prototypen, ohne die Prüfung ob es das schon gibt (sollen sich doch die Gerichte damit rumschlagen…. was Apple ja auch gerne macht, nämlich einfach es bei so vielen Gerichten zu versuchen, bis irgendeines ihnen mal recht gibt) Nein, es ist nicht verboten, aber zeigt die Arbeitsweise von Apple, belegt ihr Selbstverständis für die Nichtachtung der schöpferischen Leistung. Wie war hier so schön zu lesen von einem Kommentator „Wenn Apple klaut, dann wenigstens mit Stil…“ Das trifft die Haltung doch recht gut. Klar ist das US Patentrecht dafür in erster Linie verantwortlich, und sicherlich werden Andere Firmen auch so handeln, von den Patentrollen will ich gar nicht erst anfangen, aber da hier in erster Linie über Applepatentanträge berichtet wird, und sonst jeglicher Furz zu Apple durchgekaut wird, kann man nun nicht verlangen, dass da wo man Apple angreifen kann, dazu nun schweigen soll, weil Sie davon genervt sind. Die ganzen Lobhudeleien muss man ja auch „über sich ergehen lassen“…

        • Am 2. September 2013 um 13:15 von Square Zero

          zu 1.)
          Deswegen schrieb ich (sinngemäß), wenn es nicht schützenswert ist, gibt’s kein Patent.
          zu 2.)
          Mir ist das Patentsystem im Allgemeinen schon suspekt, besonders das amerikanische. Sich eine IDEE patentieren zu lassen ist absurd. Da stimme ich Dir und auch dem MacWinUser im Prinzip zu.
          Mein eigentlicher Einwand bezog sich darauf, dass sich der MacWinUser immer und sehr ausführlich über Apple im weitesten Sinne echauffiert und zwar wenig objektiv. Andere machen das bei Samsung oder Microsoft, das ist genauso anstrengend. Und über Mac-Harrys Missionierungsversuche wollen wir hier lieber gar nicht erst reden.
          Es ist bei den zdnet-Kommentaren leider so, dass der größte Teil der Kommentatoren (nicht alle!) mit Scheuklappen dabei ist, wenn es um Apple, Samsung und/oder Android und iOS geht. (Und damit meine ich nicht einen gelegentlichen Ausrutscher, den jeder mal haben kann.)

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