Twitter implementiert „Tweet melden“ in allen Plattformen

Vor einem Monat hatte es eine solche Maßnahme nach Vorfällen in Großbritannien angekündigt. Anfang des Monats waren schon die Richtlinien aktualisiert worden. Die vor einem Monat schwer beleidigte Journalistin ist mit den "ersten Schritten" zufrieden.

Twitter hat wie vor Wochen zugesagt eine Möglichkeit implementiert, Missbrauch seiner Plattform durch beleidigende Angriffe zu melden. Auf Deutsch nennt sich die Funktion unscheinbar „Tweet melden“, im Englischen heißt es „report abuse“.

Neue Twitter-Funktion "Tweet melden" soll Missbrauch verhindern (Screensot: ZDNet).Neue Twitter-Funktion „Tweet melden“ soll Missbrauch verhindern (Screensot: ZDNet).

Die Funktion findet sich unter dem Punkt „Mehr“ auf allen Clients in allen Plattformen, darunter Web für Desktop-Browser, Mobil-Web sowie Clients für Android und iOS. Anlass waren Drohungen und Beleidigungen einer Journalistin und einer Parlamentsabgeordneten in Großbritannien gewesen.

Früher mussten Anwender erst im Hilfe-Bereich von Twitter nach der versteckten Möglichkeit suchen, einen Tweet als Richtlinienverstoß zu melden. Jetzt ergänzt diese Möglichkeit jeden einzelnen Tweet. Der Link führt zu einem Formular. Um die möglicherweise verstärkt eingehenden Meldungen zu beantworten, hat Twitter außerdem zugesagt, mehr Personal für diesen Bereich einzustellen. Schließlich bringt eine Meldefunktion wenig, wenn eingehende Berichte nicht so bald wie möglich geprüft werden.

Auslöser waren im Juli per Twitter verbreitete Vergewaltigungsdrohungen gegen mehrere Frauen, die sich erfolgreich dafür eingesetzt hatten, dass die britische Autorin Jane Austen in Großbritannien mit einer Banknote geehrt wird, darunter die Journalistin Caroline Criado-Perez sowie die Parlamentsabgeordnete Stella Creasy.

Ende Juli versprach Twitter Änderungen, Anfang August passte es dann zunächst einmal seine Richtlinien an. Gezielte Beschimpfungen und Belästigungen sind demnach grundsätzlich verboten. Twitter will bei seinem Vorgehen in solchen Fällen aber berücksichtigen, ob auch Drohungen ausgestoßen werden, ob die Beschimpfungen nur von einer Seite kommen, ob jemand mehrere Konten für Drohungen nutzt und ob sein Konto beziehungsweise seine Konten ausschließlich Missbrauchszwecken dienen.

„Es ist großartig, dass Twitter uns zugehört hat“, kommentiert jetzt Criado-Perez. „Es gibt aber noch ein paar Probleme. Wer einen Tweet meldet, muss einwilligen, dass der Verfasser die Meldung möglicherweise zu sehen bekommt. Manche Einträge ließen sich außerdem automatisch füllen, was nicht der Fall ist. Trotzdem, als erster Schritt ist das fantastisch.“

Twitter weist in seiner Ankündigung noch darauf hin, dass es die Funktion in der iOS-App schon vor den britischen Vorfällen integriert habe – „viele Wochen, bevor das in einer Petition gefordert wurde.“ Als zweite Plattform habe man Mobile Web nachgezogen, und jetzt noch Android und Desktop-Web.

[mit Material von Dara Kerr, News.com]

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