Bericht: Amazon testet eigenes Funknetz

Es verwendet dafür Frequenzen des Sat-Telefonie-Anbieters Globalstar. Dieser hat bereits eine Umwidmung für Wi-Fi-Dienste bei der FCC beantragt. Eine Entscheidung soll noch 2013 fallen.

Amazon erprobt im kalifornischen Cupertino ein eigenes Funknetzwerk, über das Endgeräte eine Verbindung zum Internet herstellen könnten. Das berichtet Bloomberg, das sich auf anonyme Quellen beruft. Das genutzte Frequenzspektrum soll dem Satellitentelefonie-Anbieter Globalstar gehören. Die Tests finden in Amazons Lab126 statt, das auch die Kindle-Reihe konzipiert hat.

Amazon

Globalstar hat Bloomberg zufolge bei der FCC beantragt, rund 80 Prozent seines für Sat-Dienste genehmigten Spektrums für Wi-Fi-Services umzuwidmen. Im Juni hat es dazu schon ein Treffen mit der Behörde abgehalten, die für die Regulierung von Kommunikationsdiensten in den USA zuständig ist. Eine Entscheidung wird im Lauf dieses Jahres erwartet. Im Fall einer Genehmigung könnte Globalstar seine Frequenzen weitervermieten – beispielsweise auch exklusiv an Amazon.

Ein eigenes Netz würde Amazon noch mehr Einblick ins Verhalten seiner Kunden geben – welche Sites sie besuchen, von welchen Orten aus und mit welchen Geräten. Es müsste außerdem nicht mehr Mobilfunknetzbetreiber für Whispernet-Übertragungen bezahlen, wie das bei mit Mobilfunkzugang ausgestatteten Kindle-Lesegeräten – aktuell etwa dem Kindle Paperwhite 3G – der Fall ist. Und insgesamt wäre der Konzern weniger abhängig von Partnern – auch bei seiner Tablet-Reihe Kindle Fire, die künftig mit Netzzugang kommen könnten.

Google zeigt derzeit mit seinem Projekt Google Fiber, dass sich ein Engagement als Zugangsanbieter für Internetdienstleister zu lohnen scheint. Allerdings besteht der Vorteil der Glasfaseranbindung in der hohen Geschwindigkeit von heute schon 1 GBit/s, die ältere Breitbandverbindungen um bis zu Faktor 100 übertrifft. Ein Funknetz wie das, mit dem Amazon experimentiert, dürfte Vorteile eher bei der Verfügbarkeit als beim Durchsatz haben.

Allerdings muss die Übertragung sicherlich leistungsfähig genug sein, um Videostreaming zu ermöglichen. Der schnellste WLAN-Standard, der sich als Wi-Fi bezeichnen ließe, ist wohl IEEE 802.11ad mit theoretischen 6,7 GBit/s. Er wird allerdings frühestens 2014 eingeführt werden. Aktuell liefert IEEE 802.11n mit MIMO-Technik maximal 600 MBit/s.

Vor einem Jahr hatte es Berichte gegeben, Amazon plane nach seinen Tablets nun auch Smartphones. Das erste durchlaufe bereits interne Tests. Bisher hat sich dieses Gerücht allerdings nicht bestätigt. Mit einem eigenen Netz und Sprachtelefonie über IP würden sich für Amazon auch hier ganz neue Optionen ergeben – zumindest in den USA, wo es über Globalstar an die benötigten Frequenzen kommen kann.

[mit Material von Charlie Osborne, ZDNet.com]

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1 Kommentar zu Bericht: Amazon testet eigenes Funknetz

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  • Am 23. August 2013 um 18:10 von Rückzug

    Es wird Zeit sich aus allem zurückzuziehen!
    Es lebe die lokale Handelswirtschaft wieder auf.
    Würden das alle oder zumindest genügend machen, würden die alle Pleite gehen :D

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