Smartphone Ubuntu Edge stellt neuen Crowdfunding-Rekord auf

Es übertrifft die 10,26 Millionen Dollar, die auf Kickstarter für die Smartwatch Pebble gesammelt wurden. Allerdings fehlen bis zum Erreichen des Kampagnenziels immer noch über 20 Millionen Dollar. Da dafür nur noch knapp 70 Stunden Zeit bleiben, ist ein erfolgreicher Abschluss unrealistisch.

Das Smartphone Ubuntu Egde hat einen neuen Rekord für schwarmfinanzierte Projekte aufgestellt. Am Freitag übertraf es mit über die Crowdfunding-Plattform Indiegogo gesammelten 10,4 Millionen Dollar den bisherigen Rekordhalter Pebble. Für die Smartwatch waren auf Kickstarter 10,26 Millionen Dollar zusammengekommen.

Ubuntu Edge

Inzwischen steht die Crowdfunding-Kampagne des Ubuntu Edge bei mehr als 11,3 Millionen Dollar. Damit ist sie jedoch noch über 20 Millionen von ihrem angestrebten Ziel von 32 Millionen Dollar entfernt. Und es verbleiben nur noch 70 Stunden: Am 22. August um 8.59 Uhr deutscher Zeit endet die Kampagne.

Das das ambitionierte Smartphone-Projekt scheitern könnte, zeichnete sich schon vor knapp zwei Wochen ab. Nach 16 Tagen waren nur gut 8,6 Millionen Dollar eingegangen. Dabei war die Kampagne vielversprechend gestartet. In den ersten Stunden zahlten Unterstützer insgesamt 3,2 Millionen Dollar ein. Dafür erhielten sie das Ubuntu-Smartphone zum Sonderpreis von 600 Dollar. Danach erhöhte sich der Preis vorübergehend auf 830 Dollar pro Gerät, womit die Zahlungsbereitschaft offenbar deutlich nachließ.

Inzwischen müssen Unterstützer mindestens 695 Dollar ausgeben, um sich eins der nicht im freien Handel erhältlichen Modelle zu sichern. Hinzu kommen 30 Dollar Versandkosten für Nutzer außerhalb der USA und Großbritanniens. Wer einen kleineren Betrag ausgibt, bekommt maximal ein T-Shirt (50 Dollar) oder wird namentlich auf der Gründerseite für Ubuntu Edge erwähnt (20 Dollar).

Fraglich ist, wie Canonical das Smartphone-Projekt finanzieren wird, sollte die Indiegogo-Kampagne tatsächlich scheitern. Denn dann würden alle Unterstützer ihr Geld zurückbekommen. Dass Canonical seine Pläne vollständig aufgibt, gilt dennoch als unwahrscheinlich.

Insgesamt will das Unternehmen 40.000 Ubuntu Edge verkaufen. Auf dem 4,5-Zoll-Gerät läuft dank Dual-Boot-Unterstützung neben Ubuntu Phone auch Android. Wird es via HDMI an einen Monitor angeschlossen, soll es sich wie ein vollwertiger Ubuntu-PC nutzen lassen. Um dies zu gewährleisten, bietet das Ubuntu Egde laut Beschreibung den „schnellsten verfügbaren Multi-Core-Prozessor“ sowie deutlich mehr Arbeits- und internen Speicher als herkömmliche Smartphones: Neben 4 GByte RAM gibt es 128 GByte Flashspeicher. Das Display hat eine Auflösung von 1280 mal 720 Bildpunkten und wird von einer Scheibe aus Saphirglas geschützt. Das Gehäuse besteht aus Metall. Mobiler Internetzugriff ist via LTE möglich. Für den Akku verwendet Canonical nach eigenen Angaben eine Silizium-Anoden-Technologie, die eine höhere Kapazität bei gleicher Größe verspricht.

[mit Material von Don Reisinger, News.com, und Nick Heath, ZDNet.com]

Themenseiten: Canonical, Smartphone, Ubuntu

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