Washington Post von syrischen Aktivisten gehackt

Betroffen waren diesmal nicht nur Twitter-Konten. Einige Artikel auf der Zeitungswebsite lenkten auf die Site der Hacker weiter. Angeblich wurde ein Dienstleister namens Outbrain kompromittiert.

Die US-Zeitung Washington Post hat bestätigt, dass ihre Website von der Aktivistengruppe Syrian Electronic Army gehackt und missbraucht wurde. Es waren nicht nur Twitter-Konten – das übliche Ziel der syrischen Hacker – betroffen. Vielmehr leiteten auch Beiträge auf der regulären Website der Zeitung offenbar auf den Server der Pro-Assad-Aktivisten um.

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Die Site der Traditionszeitung ist inzwischen wieder voll abrufbar. Das Medium war letzte Woche auch in die Schlagzeilen geraten, weil sie mit Amazon-CEO Jeff Bezos für 250 Millionen Dollar einen neuen Besitzer fand, dessen Interesse an unabhängigem Journalismus einige Kommentatoren anzweifeln.

Zu dem Hackerangriff jedenfalls führt die Zeitung aus, vor einigen Tagen seien Phishing-Mails an Mitarbeiter des Newsroom gegangen. „Der Angriff resultierte darin, dass über das private Twitter-Konto eines Redakteurs eine Botschaft der Syrian Electronic Army versandt wurde. Heute morgen haben außerdem 30 Minuten lang einige Artikel auf unserer Website auf die Site der Syrian Electronic Army verwiesen“, schreibt der leitende Redakteur Emilio Garcia-Ruiz.

Die Hacker behaupten, sie hätten mit Outbrain einen Technikpartner der Zeitung kompromittiert und seien so ins System gekommen. Die Post hat Verteidigungsmaßnahmen ergriffen. Ihres Wissens verbleiben keine Spuren der Attacken.

The Atlantic ergänzt, neben der Washington Post habe es auch die Websites von CNN und Time Magazine erwischt. Einen Tag zuvor war zudem die Website der New York Times längere Zeit ausgefallen. Es handelte sich aber ihr zufolge nicht um einen Hackerangriff, sondern um einen Ausfall während Routinekontrollen.

Bekannte Nachrichtensites und journalistische Angebote zählen zu den bevorzugten Opfern der syrischen Hackergruppe, die den amtierenden Präsidenten Baschar al-Assad unterstützt. Darunter waren dieses Jahr schon die Associated Press, die BBC, der Guardian und Thomson Reuters. In der Mehrzahl der Fälle gelangten die Angreifer durch Spear-Phishing-Mails an Twitter-Zugangsdaten.

[mit Material von Rachel King, ZDNet.com]

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Themenseiten: Hacker, Politik, Secure-IT, Syrian Electronic Army

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