IBM schickt US-Mitarbeiter der Hardwaresparte in Zwangsurlaub

Dies soll eine rückläufige Nachfrage besonders nach Servern ausgleichen. Eine "Mehrzahl" der Angestellten der Sparte ist betroffen. Sie bekommen in der Zeit reduzierte Bezüge ausgezahlt. Eine Gewerkschaft kritisiert, dass die Maßnahme fürs Management offenbar nicht gilt.

Die Mehrheit der IBM-Angestellten der für Hardware zuständigen Systems and Technology Group muss ab 24. oder 31. August zwangsweise eine Woche Urlaub antreten. Das hat Unternehmenssprecher Jay Cadmus gegenüber der Wirtschaftsagentur Bloomberg bestätigt. IBM reagiere damit auf eine rückläufige Nachfrage vor allem bei Servern.

IBM

Cadmus betonte, es sei nicht das erste Mal, dass IBM seine Angestellten zu reduzierten Bezügen in den Urlaub schicke. „Wir haben eine Reihe von Optionen ins Auge gefasst, und im Vergleich zu den anderen Optionen schien uns das der beste Ansatz, um die Balance wiederherzustellen“, sagt er – droht also recht deutlich mit weiteren Entlassungen als Alternative.

Ein Sprecher der US-Gewerkschaft Alliance@IBM kommentierte, IBM bestrafe seine Angestellten. An der Konzernspitze werde scheinbar nichts gestrichen.

IBM war wegen eines Verkaufs der Server-Sparte vor einigen Monaten in Gesprächen mit Lenovo. Diese wurden aber ergebnislos abgebrochen.

Im zweiten Quartal hatte IBM schon rund eine Milliarde Dollar für Restrukturierungsmaßnahmen ausgegeben und in den USA plus Kanada 3300 Angestellte entlassen, wie die Alliance@IBM anmerkt. Stand 31. Dezember 2012 hatte der Konzern 434.246 festangestellte Mitarbeiter weltweit. IBM gibt keine Angestelltenzahlen für einzelne Länder oder Geschäftsbereiche an. Hardware trug im Jahr 2012 zumindest zum Umsatz von insgesamt 104,5 Milliarden Dollar 16 Prozent bei.

Bloomberg weist auch darauf hin, dass IBM im vergangenen Quartal Aktien im Wert von 3,6 Milliarden Dollar zurückgekauft hat, um seinen Kurs in die Höhe zu treiben. Dies gelang mit bisher plus 2,1 Prozent in diesem Jahr auch; aktuell beträgt der Kurs 195,50 Dollar. Letzten Monat konnte der Konzern seine Gewinnprognose von 16,70 auf 16,90 Dollar pro Aktie erhöhen. Dies schließt allerdings die Milliarde an Restrukturierungskosten aus.

[mit Material von Jakob Jung, ChannelBiz.de]

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