Icahn sichert sich Milliardenkredit und fordert neue Verhandlungen mit Dell

Die Kreditzusagen sollen "haltlose Spekulationen von Dells Seite ausräumen". Die eingesetzte Sonderkommission hatte den Aktionären von Icahns Vorschlag abgeraten. Sie bezeichnete ihn als "unrealistisch" und "ungereimt".

Dell-Investor Carl Icahn hat das für die Beurteilung der Börsenrückzugspläne zuständige Komitee um einen weiteren Gesprächstermin gebeten. Er konnte sich zuvor Kredite in Höhe von 5,2 Milliarden Dollar sichern und so die Machbarkeit seiner Buyout-Pläne untermauern.

Investor Carl Icahn

In einem Brief an die Dell-Aktionäre schreibt Icahn laut der Agentur Reuters, er habe unter anderem ein Zusage in Höhe von 1,6 Milliarden Dollar von Jefferies Finance erhalten. Nun hoffe er, die Vereinbarungen seien dazu geeignet, „haltlose Spekulationen von Dells Seite auszuräumen, dass unser Geld nicht abrufbar ist“.

Quellen von Reuters zufolge untergliedern sich die 5,2 Milliarden Dollar in 2,2 Milliarden mit sechs Jahren Laufzeit und 3 Milliarden auf 3,5 Jahre. Icahns Vorschlag sehe neben diesem Betrag auch 2,9 Milliarden Dollar in bar vor, die aus den Vermögen anderer Firmen kommen werden.

Icahn und sein Partner Southwestern Asset Management bieten 14 Dollar pro Aktie – für insgesamt 1,1 Milliarden Wertpapiere. Der Aufsichtsrat hat den Vorschlag „unrealistisch“ und „ungereimt“ genannt. Es stünden zudem nicht ausreichend Daten zur Finanzierung bereit. Die vorgesehene Sonderdividende von 12 Dollar könnte sich auf 9,35 Dollar reduzieren – „und auf 8,50 Dollar, falls Icahn/Southeastern die einzigen Teilhaber sind, die sich für eine Auszahlung in Form von Aktien statt Bargeld entscheiden.“

Dell

Dells Angebot sieht hingegen vor, das Unternehmen Dell zu einem Preis von 13,65 Dollar je Aktie oder 24,4 Milliarden Dollar insgesamt von der Börse zu nehmen. Dem ersten Befund der Kommission zufolge verspricht es allen Investoren „das bestmögliche Ergebnis“. Der Gründer will seiner Firma so ermöglichen, auf den Wandel des PC-Markts schneller zu reagieren und sich Kundenbedürfnissen anzupassen. Als Zukunftsperspektive sieht er Enterprise Solutions and Services (ESS) statt PCs.

Das Sonderkomitee hat auf Icahns neuerlichen Vorstoß geantwortet, es habe den offenen Brief gelesen und freue sich, zusätzliche Informationen einschließlich Kreditzusagen zu prüfen. Sein Ziel sei es weiterhin, den für alle Aktionäre optimalen Weg zu ermitteln. Die Aktionärsabstimmung ist für 18. Juli angesetzt.

[mit Material von Charlie Osborne, ZDNet.com]

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