Weißes Haus beruft Twitter-Anwältin zur Datenschutzbeauftragten

Nicole Wong war in führenden Positionen für Google und Twitter tätig. Als Anwältin aus dem Silicon Valley ist sie erfahren in urheberrechtlichen und datenschutzrechtlichen Fragen. Sie wird die erste Datenschutzbeauftragte der US-Regierung.

US-Präsident Barack Obama hat mit Nicole Wong eine renommierte Anwältin aus dem Silicon Valley als erste Datenschutzbeauftragte des Weißen Hauses ausgewählt. Sie arbeitete schon für Google sowie Yahoo und verfügt über mehr als ein Jahrzehnt Erfahrung in urheberrechtlichen und datenschutzrechtlichen Fragen.

Bei Google war Wong als Vice President und stellvertretende Chefjustiziarin tätig. Sie leitete dort ein Team von Anwälten, die zusammen mit den Softwareentwicklern des Unternehmens neue Produkte vor ihrer Einführung begutachteten. Zu bewerten waren dabei unter anderem der Schutz der Privatsphäre, Urheberrechtsprobleme und Löschanträge, was ihr den Spitznamen „Die Entscheiderin“ einbrachte.

Nicole Wong beantwortet Reporterfragen vor einem US-Bundesgericht (Bild: Declan McCullagh / CNET.com)Nicole Wong beantwortet Reporterfragen vor einem US-Bundesgericht (Bild: Declan McCullagh / CNET.com)

Wie News.com von einer gut informierten Quelle erfuhr, wird Wong in ihrer neuen Position eine maßgebliche Beraterin von Todd Park sein, dem Chief Technology Officer der US-Regierung. Mit der Wahl einer Anwältin aus dem Silicon Valley, die mit technologischen Fragen bestens vertraut ist, hat das Weiße Haus eine andere Richtung eingeschlagen als bei früheren Datenschutzbeauftragten auf ministerialer Ebene. Mary Ellen Callahan, die Datenschutzbeauftragte des Heimatschutzministeriums, war zuvor für die Library of Congress tätig gewesen.

Nicole Wong wechselte zu Twitter, nachdem sie acht Jahre für Google gearbeitet hatte. Der Mikroblogging-Dienst wiederum erntete viel Lob dafür, seine Nutzer vor übermäßig breiten Anfragen von Ermittlungsbehörden zu schützen. Die Electronic Frontier Foundation (EFF) vergab an Twitter fünf Sterne in ihrer jüngsten Übersicht zur Datenschutzpraxis von Technologiefirmen. Twitter gehört auch einem Bündnis an, das sich seit fünf Jahren um eine Gesetzesänderung bemüht, die einen Durchsuchungsbeschluss zur Voraussetzung macht, wenn es um die Herausgabe von E-Mails oder anderen Daten auf entfernten Servern geht.

[mit Material von Declan McCullagh, News.com]

Themenseiten: Datenschutz, Google, Politik, Privacy, Twitter

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