Mozilla bringt Vorschau auf WebPayment API

Im Firefox Marketplace lassen sich Bezahlvorgänge bereits simulieren. Unterstützt werden Kreditkarten und Zahlung über die Handyrechnung. Mobil-Apps müssen dazu die Funktion navigator.mozPay() nutzen. Mozilla warnt, dass noch radikale Änderungen an der Preview möglich sind.

Die Mozilla Foundation hat einen Entwurf ihres Bezahldiensts WebPayment API vorgestellt. Die Programmierschnittstelle (API steht für Application Programming Interface) soll einfache Bezahlvorgänge von Mobilgeräten aus ermöglichen, wofür sich existierende Systeme wie Paypal oder Stripe zumindest Mozilla zufolge wenig eignen.

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Zentrales Element ist die Funktion navigator.mozPay(), die zuerst das Betriebssystem Firefox OS nutzen wird. Nach erfolgreichem Testlauf plant Mozilla, sie auch in seinen Browser Firefox für Android und für andere Plattformen einzubauen. Außerdem versucht Mozilla, mit dem Standardisierungsgremium World Wide Web Consortium einen „Konsens“ zu erzielen, um einen „optimalen Weg“ für eine Bezahl-API im Web zu finden, wie Entwickler Kumar McMillan formuliert.

„Mozilla möchte eine allgemein verfügbare Web API einführen, die auf Web-Geräten einfache und sichere Bezahlvorgänge ermöglicht, aber so flexibel ist wie der Warenkorb eines Einzelshops“, schreibt McMillan in einem Blogeintrag. „Als ersten Schritt führt Mozilla navigator.mozPay() in Firefox OS ein, damit Web-Apps Bezahlungen entgegennehmen können.“ Die Funktion ist ihm zufolge von Google Wallet inspiriert worden, aber „erweitert um Dinge wie mehrere Bezahldienstleister und Rechnungsstellung über die Telefongesellschaft.“

Ruft eine Webanwendung die Funktion auf, kann sich der Nutzer in einem abgesicherten Fenster authentifizieren und per Telefonrechnung oder Kreditkarte bezahlen. „Es gibt kein Konzept des verkauften Produkts, das ist nur eine API, um Bezahlung für digitale Güter oder Dienste zu kaufen – egal welche“, heißt es in McMillans Blog. „Die Bezahlung startet und endet im Client, aber Verarbeitung und Benachrichtigungen erfolgen serverseitig.“

Um mehrere Anbieter zu realisieren, müsse der Entwickler ein JSON-Web-Token für jeden angeben, führt McMillan aus. Darin würde die Adresse des Dienstleisters abgelegt, eine eindeutige Nummer für die Anwendung oder das Produkt und eine URL, um erfolgreiche wie auch fehlgeschlagene Transaktionen melden zu können. Dieses Token werde dem eigentlichen Bezahldienst übergeben, der es mit der Schnittstelle WebPaymentProvider verarbeiten könne. Sie haben man bisher schon mit Python und node.js implementiert. Weitere Sprachen würden folgen.

Bisher ist der Einsatz allerdings auf Mozillas eigenen Firefox Marketplace beschränkt – und auch dort lässt er sich nur simulieren, wozu Entwickler den Tag „simulate“ setzen müssen. Im Idealfall müssten sie eines Tages nur diesen Tag entfernen, um die Bezahl-API voll nutzen zu können. McMillan warnt aber, dass es sich vorläufig um eine „experimentelle API“ handle, „die drastisch geändert oder ohne Warnung umgestellt werden könnte.“

Mozillas Ziel ist eine dezentralisierte Abwicklung von Bezahlvorgängen, bei der Anwender den erforderlichen Betrag direkt an einen Anbieter von Software oder Inhalten zahlen könnten – ohne zwischengeschaltete Instanz, die – wie Apple oder Amazon – einen bedeutenden Anteil am Umsatz für ihre Vermittlung einbehält.

Paypal hatte mit Paypal Here im Februar ein Bezahlsystem für Smartphones vorgestellt. Es dreht sich dabei aber nicht um den Verkauf virtueller Güter, sondern vielmehr um digitale Abwicklung von Bezahlvorgängen mit Chipkarte und PIN. Das Smartphone ersetzt dabei das Kartenlesegerät.

[mit Material von Matthew Broersma, TechWeekEurope.co.uk]

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Themenseiten: E-Commerce, Mozilla, Paypal, Smartphone

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