Apple hebt Update-Blockade für Microsofts SkyDrive-App auf

Offenbar haben sich beide Unternehmen auf eine Lösung geeinigt. Der SkyDrive-Client 3.0 für iOS erlaubt eine Erweiterung des Speicherplatzes nur noch via Web und nicht per In-App-Kauf. Außerdem liefert er Unterstützung für iPhone 5 und iPad Mini.

Microsoft und Apple haben ihre Differenzen über App-Store-Abgaben offenbar ausgeräumt, aufgrund derer Apple seit Monaten Updates für Microsofts SkyDrive-App zurückgehalten hat. Denn seit gestern findet sich im App Store Version 3.0 des Cloud-Speicher-Clients. Der bisher im App Store verfügbare SkyDrive-Anwendung stammte vom 1. Juni 2012.

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Die 5,2 MByte große Aktualisierung liefert Unterstützung für iPhone 5 und iPad Mini. Der Download von Fotos ist jetzt mit voller Auflösung möglich. Die Bildgröße lässt sich sowohl für Upload und Download frei bestimmen. Neuerdings werden auch Metadaten von Fotos mit hochgeladen.

Darüber hinaus verbessert SkyDrive 3.0 für iOS laut Versionshinweisen den Support für das Öffnen von SkyDrive-Dateien in anderen iOS-Apps und das Hochladen von Dateien in den Cloudspeicher aus anderen iOS-Programmen. Die App-Symbole und visuellen Hinweise wurden überarbeitet. Hinzu kommen nicht näher genannte Fehlerkorrekturen und Leistungsoptimierungen.

Auffällig ist, dass Microsoft in seinem jüngsten SkyDrive-Client weder direkt noch indirekt auf die kostenpflichtigen Ugrade-Optionen für seinen Speicherdienst verlinkt. Laut App-Store-Richtlinien stehen Apple 30 Prozent der mit In-App-Verkäufen erzielten Einnahmen zu. Um diese Abgabe zu umgehen, verzichten auch andere „Freemium“-Apps wie Dropbox, Amazon Kindle und Spotify auf eine integrierte Kaufoption.

Im Dezember waren Berichte aufgetaucht, laut denen Apple die Prüfung der aktualisierten SkyDrive-App wegen Streitigkeiten um die App-Store-Abgaben verweigerte. Im Zentrum der Auseinandersetzung stand demnach Apples Abrechnungsrichtlinie. So schreibt der App-Store-Betreiber vor, dass die Rechnungsstellung für Dienste dauerhaft über sein Abrechnungssystem abgewickelt werden muss, wenn Entwickler In-App-Verkäufe anbieten wollen. Sollte ein iPhone-Nutzer, der über den iOS-Client zusätzlichen Speicherplatz für SkyDrive gekauft hat, später auf ein Android-Gerät wechseln, würden die dafür anfallenden Gebühren weiterhin über Apple abgerechnet werden. Apple würde also weiterhin 30 Prozent der Einnahmen kassieren, auch wenn der Nutzer nicht länger App-Store-Kunde ist. Das hält Microsoft offenbar für unfair.

Ein Microsoft-Sprecher bestätigte die Berichte jetzt nicht direkt, hielt aber fest, dass die neue App anders als Microsofts andere SkyDrive-Anwendungen sei: „Wir haben mit Apple an einer Lösung gearbeitet, von der unsere gemeinsamen Kunden profitieren. Die SkyDrive-App für iOS unterscheidet sich von anderen SkyDrive-Apps darin, dass Nutzer bei Bedarf über das Web zusätzlichen Speicherplatz kaufen können statt direkt aus der Anwendung heraus.“

[mit Material von Ed Bott, ZDNet.com]

Themenseiten: Apple, Cloud-Computing, Microsoft, iPad Mini, iPhone 5

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