Kritik an Garantiepraxis: Apple-CEO entschuldigt sich bei chinesischen Kunden

Eine neue Reparaturrichtlinie sieht nun auch den Austausch defekter iPhones vor. Zudem verlängert Apple die Garantie für bereits reparierte Smartphones. Es will auch die Mitarbeiter bei den autorisierten Service-Partnern besser schulen.

Apple-CEO Tim Cook hat sich in einer auf der Website des Unternehmens veröffentlichten Erklärung bei chinesischen Verbrauchern entschuldigt. Hintergrund ist die seit Wochen anhaltende Kritik an der Garantiepraxis des iPhone-Herstellers, die Kunden in China schlechterstellen soll als in anderen Ländern. Zudem kündigte er in drei Bereichen Verbesserungen an.

Apple-CEO Tim Cook

Eine neue Reparaturrichtlinie für iPhone 4 und 4S sieht nun den Austausch gegen ein Neugerät oder neue Teile innerhalb eines Jahrs vor. Zudem verlängert Apple die Garantie auf Geräte, die im Lauf der vergangenen zwölf Monate repariert wurden.

Auf neu eingerichteten Webseiten erläutert Apple die Garantiebedingungen in China. Das Unternehmen verspricht auch, die Mitarbeiter bei autorisierten Service-Partnern besser zu schulen. Für alle anderen Probleme verweist es auf sein Online-Kontaktformular.

Zuletzt hatten vor allem die chinesischen Staatsmedien Apple ins Visier genommen. Die Kampagne begann mit einem am 15. März ausgestrahlten Beitrag des chinesischen Staatsfernsehens. Ein viel beachtetes TV-Magazin stellte im Stil einer investigativen Reportage die Erfahrungen von Apple-Kunden dar. Dort wurde unter anderem behauptet, Apple tausche etwa in den USA und Australien defekte iPhones gegen neue Geräte aus, während es in China nur Reparaturen vornehme und dabei auch verkratzte Geräterückseiten erneut verwende.

Apple reagierte auf die Berichterstattung zunächst nur mit einer Stellungnahme, wonach es Chinas Verbraucher respektiere und sich an alle gesetzlichen Vorgaben und Richtlinien in dem Land halte. Die Erklärung nannte die Zeitung People’s Daily, Sprachrohr der Kommunistischen Partei Chinas, „leer und selbstlobend“. Die staatliche Behörde für Industrie und Wirtschaft wies einem Bericht des China National Radio zufolge schließlich lokale Verwaltungen an, Apples Richtlinien genauer zu kontrollieren.

Der chinesische Markt ist für den iPhone-Hersteller zunehmend wichtig – in seinem letzten Quartalsbericht meldete er um 67 Prozent auf 6,8 Milliarden Dollar gewachsene Einnahmen in der Volksrepublik. Seine Bilanz für das abgelaufene zweite Fiskalquartal legt Apple am 23. April vor.

Seit der Übernahme des CEO-Postens im August 2011 ist es das zweite Mal, dass sich Tim Cook öffentlich bei Kunden entschuldigt hat. Im vergangenen September räumte er Fehler im Zusammenhang mit dem Launch von Apples Kartendienst Maps ein und versprach ebenfalls Verbesserungen.

[mit Material von Josh Lowensohn, News.com]

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Themenseiten: Apple, China, Politik, Smartphone, iPhone

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