Britische Forscher erzielen annähernde Lichtgeschwindigkeit mit Glasfasern

Hohle Glasfasern ermöglichen den Rekord. Im WDM-Verfahren mit Mode Division Multiplexing wurde eine Übertragungsrate von 73,7 TBit/s erreicht. Die neue Technologie soll sich für Supercomputer-Interconnects und Datenzentren eignen.

Forschern der University of Southampton ist es gelungen, Daten im WDM-Verfahren (Wavelength Division Multiplexing) mit annähernder Lichtgeschwindigkeit zu übertragen. Wie sie in Nature berichten, erzielten sie mit hohlen Glasfasern 99,7 Prozent der Geschwindigkeit, die das Licht im Vakuum erreicht.

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Herkömmliche Glasfasern boten bislang unübertroffene Übertragungsbandbreite, aber Licht bewegt sich in Fasern aus Quarzglas um 31 Prozent langsamer als im Vakuum und sorgt daher für eine höhere Latenz. Hohle Glasfasern können diese Latenz deutlich verringern, aber beim bisherigen Stand der Technik erlaubten sie nicht die kombinierten Anforderungen an Verlustrate, Bandbreite und Modenkopplung, wie sie für eine Datenübertragung mit hoher Kapazität erforderlich sind.

Hier konnten Francesco Poletti und die anderen Mitglieder des britischen Forscherteams offenbar grundlegende Verbesserungen erzielen. Mit einer neuen Bauweise überwanden sie die Probleme der Hohlfasern, die überwiegend aus Luft bestehen. Sie kombinierten außerdem WDM mit Mode Division Multiplexing und erzielten so eine Übertragungsrate von 73,7 TBit/s.

Zum Einsatz könnte die neue Technologie vor allem in Datenzentren und Supercomputer-Interconnects kommen. Die Forscher sehen die Signalübertragung mit hoher Bandbreite und niedriger Latenz als Schlüsselanforderung für die Entwicklung künftiger Supercomputer der Exaflop-Klasse, Algorithmen für finanzielle Transaktionen sowie Cloud-Computing.

[mit Material von Nick Heath, ZDNet.com]

Themenseiten: Forschung, Kommunikation, Netzwerk, Supercomputing

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