Bericht: FBI will E-Mails, Chats und Cloudspeicher in Echtzeit überwachen

Bisher hat die US-Bundespolizei nur Zugriff auf Archive von E-Mail-Konten. Dies reicht ihrer Meinung für eine zuverlässige Kontrolle nicht aus. Denn gerade E-Mails und Chats würden für kriminelle Absprachen genutzt.

Das Federal Bureau of Investigation (FBI) drängt laut einem Bericht des US-Magazins Slate auf eine Echtzeitüberwachung von Diensten wie Gmail, Google Voice und Dropbox. Bisher hat die Behörde auf Grundlage des Electronic Communications Privacy Act nur Zugriff auf Archive von E-Mail-Konten.

FBI-Logo und US-Flaggen

Dem Bericht zufolge hat der Leiter der FBI-Rechtsabteilung, Andrew Weissmann, vergangene Woche eine Ausweitung der Überwachungsmöglichkeiten im Internet als FBI-Priorität definiert. Von dem Echtzeitzugriff auf E-Mails, Chat-Clients wie Skype und Clouddienste verspricht sich die US-Bundespolizei eine bessere Kontrolle der Kommunikation. Denn gerade diese Kommunikationsformen würden für krimnielle Absprachen genutzt, so Weissmann.

Die bisherige Gesetzeslage räumt dem FBI bereits das Recht auf Überwachung von US-Telekommunikationsdienstleistern ein. Diese sind durch das Calea-Gesetz verpflichtet, in ihre Software Hintertüren für Ermittlungsbehörden einzubauen. Allerdings sehen sich Unternehmen wie Microsoft mit Skype und Google mit Gmail nicht als Telekommunikationsdienstleister.

Ein weiteres Gesetz, der Wiretap Act, verpflichtet E-Mail- und Chatprovider dazu, den Strafverfolgern bei der Einrichtung von Überwachungstechnik zu helfen. Dieses Prozedere dauert dem FBI jedoch zu lange.

Einen Überblick über Anfragen nach Nutzerdaten liefern Transparenzberichte, wie sie etwa Google und Twitter regelmäßig veröffentlichen. Als erstes US-Internetunternehmen hatte Google Anfang März erstmals auch Statistiken zu geheimen Nutzeranfragen des FBI veröffentlicht.

Themenseiten: Datenschutz, Federal Bureau of Investigation (FBI), Google, Überwachung

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4 Kommentare zu Bericht: FBI will E-Mails, Chats und Cloudspeicher in Echtzeit überwachen

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  • Am 29. März 2013 um 11:51 von Thomas

    Na das grenzt ja an totale Überwachung! Hatten wir schon einmal. Alles rein in die Cloud und warten, bis der Verfassungsschutz an der Tür klingelt!

  • Am 30. März 2013 um 15:11 von sentinel717

    Wie immer bei solchen Meldungen, wird nie angegeben unter welchen konkreten Bedingungen auf die Daten zugegriffen werden sollen. Wenn ein handfester Verdacht vorliegt und ein Richter den Zugriff genehmigt, dann ist das für mich völlig ok. Ich wünsche mir von ZDNET, SPON etc., dass sie endlich mal die Meldungen um solche Informationen ergänzen.

  • Am 1. April 2013 um 15:51 von 008

    So eine Echtzeitüberwachung brigt übrigens auch eine weitere Gefahr neber der generellen Gefahr für die freiheitlich demokratische Grundordnung. Die Ganzen Spamversender und Back-Hat-Hacker benutzen doch heute schon Bot-Netze von PC deren Benutzer davon nichts ahnen.
    Damit kann man sehr gut falschen Alarm auslösen. Da es in Echzeit passiert bleibt den Schlapphüten kaum Zeit zu überprüfen ob es ein echter Alarm ist oder nicht. Und mit ständigen Falschmeldungen kann man auch großen wirtschaftlichen Schaden anrichten.

    • Am 7. April 2013 um 0:19 von dieter brunzel

      das abseluter quatsch es geht hier um terror abwehr schwer kriminalität unedr nicht um kleinsünder aber ich könte noch erwähnen wehr ein glasshaus ist hat doch nichtz zu ferbergen oder ?!!!!!!!!

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