Reuters-Redakteur streitet Datenweitergabe an Anonymous ab

"Ich habe mich nicht 'verschworen', um 'einen geschützten Computer zu beschädigen'", schreibt Matthew Keys unter anderem auf Facebook. Das Gerichtsverfahren gegen ihn wird am 9. April in Sacramento eröffnet werden. Ihm drohen bis zu 25 Jahre Haft.

Matthew Keys, der jüngst der Datenweitergabe an Anonymous bezichtigte stellvertretende Social-Media-Redakteur von Reuters, streitet die erhobenen Anschuldigungen ab. Er soll vor einigen Jahren Log-in-Daten Hackern zur Verfügung gestellt haben.

Damals arbeitete Keys für die Tribune Company, der unter anderem die Los Angeles Times gehört. Die letzte Woche veröffentlichte Anklageschrift wirft ihm vor, der Hackergruppe Anonymous Zugang zur Website der Los Angeles Times verschafft und sie zu entstellenden Veränderungen ermutigt zu haben.

„Ich habe niemandem einen Usernamen und ein Passwort gegeben“, schreibt Keys auf seiner Facebook-Fanseite. Er geht anschließend auf die einzelnen Anklagepunkte ein: „Ich habe mich nicht ‚verschworen‘, um ‚einen geschützten Computer zu beschädigen‘. Ich habe keine ‚Übertragung bösartigen Codes‘ veranlasst, und ich habe nicht ‚versucht‘, eine ‚Übertragung bösartigen Codes‘ durchzuführen. Meine Anwälte haben ziemlich genau das in den letzten Tagen kommuniziert, aber ich dachte mir, wenn ich es sage, kommt es vielleicht deutlicher an.“

matthew_keys_twitter

Der 26-jährige Keys ist seit 2012 als Social-Media-Redakteur für Reuters tätig. Tribune entließ ihn im Oktober 2010, als das Unternehmen in ein Insolvenzverfahren geriet. Danach soll er in einem von Hackern frequentierten Internet-Chatroom die Log-in-Informationen zum Tribune-Firmenserver verraten und laut Anklage Anonymous-Mitglieder ermutigt haben, „die Website zu stören“. Er habe sich dabei AESCracked genannt.

Ein lediglich als „Sharpie“ identifizierter Hacker änderte daraufhin einen Artikel des Los Angeles Times, der im Dezember 2010 veröffentlicht wurde. In der veränderten Fassung ging es um die angeblich bevorstehende Wahl von „CHIPPY 1337“ zum Präsidenten des US-Senats. CHIPPY 1337 wiederum war eine Anspielung auf einen anderen Hacker – oder vielleicht auch eine Hackergruppe, die später für das Website-Defacement des Videospiele-Produzenten Eidos verantwortlich gemacht wurde. Die Anklage gegen Keys wurde jetzt erhoben, obwohl die veränderte Textfassung des Times-Artikels offenbar nur eine halbe Stunde lang abrufbar war.

Das Gerichtsverfahren gegen Keys wird am 9. April in Sacramento (Kalifornien) eröffnet werden. Im Fall eines Schuldspruchs drohen ihm bis zu 25 Jahre Haft und eine Geldstrafe von maximal 75.000 Dollar.

[mit Material von Steven Musil, News.com]

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Themenseiten: Anonymous, Hacker, Kommunikation, Reuters

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