Iran geht mal wieder gegen VPNs vor

Mit verschlüsselten Verbindungen zu Proxy-Servern lassen sich seine Filter umgehen. Ab sofort sind nur noch lizenzierte VPNs zulässig. Firmen können sie gegen Gebühr beantragen. Mutmaßlicher Grund: Im Juni stehen Präsidentschaftswahlen an.

Der Iran verhindert derzeit einmal mehr VPN-Verbindungen zu Proxy-Servern, mit denen sich seine Internet-Filtermaßnahmen umgehen lassen. Die Behörden bezeichnen sie als „illegale“ Werkzeuge.

Flagge des Iran

„In den letzten Tagen wurden illegale VPN-Ports in diesem Land blockiert“, teilte Ramezanali Sobhani-Fard, der dem Komitee für Informations- und Kommunikationstechnik des Parlaments vorsteht, der Agentur Reuters mit. „Ab jetzt können nur noch legale und registrierte VPNs genutzt werden.“

Diese „legalen“ und „offiziellen“ VPNs hatte der Oberste Rat für den Cyberspace des Iran im Januar angekündigt. Firmen, die einen solchen Dienst aus Sicherheitsgründen benötigen, können eine Lizenz erwerben. „Durch dieses Programm kann die iranische Regierung Anwender verfolgen, die gegen seine nationalen Gesetze verstoßen. Das Internetfilter-Komitee wird in der Lage sein, Straftäter gerichtlich zu verfolgen“, kommentierte vergangenen Monat Ratssekretär Mehdi Akhavan Behabadi gegenüber dem Tehran Chronicle.

Der Iran verbietet seinen Bürgern Zugriffe auf internationale Nachrichtendienste und Soziale Netze wie Facebook oder Twitter. Dies dient der Regierung zufolge der Unterdrückung „unangemessener“ Internet-Inhalte. Blockiert werden auch Googles Suche und sein Videodienst Youtube, zu dem der Iran eine Alternative eingerichtet hat.

Im Juni stehen Präsidentschaftswahlen im Iran an. Die letzten hatte es 2009 gegeben. Auch damals sperrte die Regierung frühzeitig den Internetzugriff.

[mit Material von Steven Musil, News.com]

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