CeBIT: Deutsche ITK-Branche verstärkt Kooperation mit Nachbarland Polen

Branchenverbände beider Länder haben ein Kooperationsabkommen unterzeichnet. In Hannover diskutierten hochrangige Vertreter im Rahmen des polnisch-deutschen ITK-Gipfel über Hightech-Strategien und Wirtschaftspolitik.

Die deutsche IT- und Telekommunikationsbranche hat Kooperationsabkommen mit den polnischen Verbänden PIIT, KiGEIT und IZTECH geschlossen, um die Zusammenarbeit mit dem Nachbarland zu stärken. Polen ist in diesem Jahr offizielles Partnerland der CeBIT. Insgesamt 200 hochrangige Vertreter beider Länder sprachen im Rahmen des polnisch-deutschen ITK-Gipfel in Hannover über Hightech-Strategien und Wirtschaftspolitik. Unter den Teilnehmern waren auch der polnische Wirtschaftsminister Janusz Piechocinski und Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler.

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„Polen ist einer der bedeutendsten Handelspartner Deutschlands, eine schnell wachsende, innovative Wirtschaftsnation und ein attraktiver, aufstrebender Markt für Unternehmen aus der Hightech-Industrie“, sagte Bitkom-Präsident Dieter Kempf auf der Computermesse in Hannover. Es sei für Deutschland und für ganz Westeuropa das Tor nach Mittel- und Osteuropa.

Denn Polen ist dem Branchenverband zufolge mit Abstand der größte ITK-Markt unter den neuen EU-Mitgliedsstaaten. Mit rund 15 Milliarden Euro ist der polnische ITK-Markt fast doppelt so groß wie der tschechische, der auf Platz zwei liegt. Vor allem der IT-Bereich hat in den vergangenen Jahren kräftig zugelegt, allein im vergangenen Jahr um mehr als 4 Prozent.

Deutsche Anbieter exportierten im vergangenen Jahr ITK-Hardware (Geräte und Systeme) für 1,7 Milliarden Euro nach Polen. Verglichen mit 2011 entspricht dies einem Anstieg um zehn Prozent. Anders herum lieferten polnische Unternehmen Ausrüstung für rund eine Milliarde Euro nach Deutschland.

Noch dynamischer hat sich der Außenhandel mit IT-Dienstleistungen entwickelt. Deutsche Unternehmen verkauften 2012 Dienstleistungen im Wert von 178 Millionen Euro nach Polen. Das entspricht einem Anstieg um 31 Prozent verglichen mit 2010. Umgekehrt haben polnische IT-Anbieter Serviceleistungen im Wert von 103 Millionen Euro nach Deutschland verkauft, ein Plus von 30 Prozent binnen zwei Jahren. „Gerade im Bereich IT-Dienstleistungen sehen wir ein großes Wachstumspotenzial. Unsere Partnerschaft kann hoffentlich helfen, dieses Wachstum tatsächlich zu realisieren“, so Kempf.

Das Partnerland Polen präsentiert sich auf der CeBIT auf über 3000 Quadratmetern mit mehr als 150 Ausstellern. Kempf: „Auf der CeBIT geht es selbstverständlich auch darum, den Ausstellern und den interessierten Partnerunternehmen den Marktzugang im jeweils anderen Land zu erleichtern. Dabei wollen wir es vor allem auch Mittelständlern und Start-ups ermöglichen, über die nationalen Grenzen hinweg zu schauen.“

Im laufenden Jahr sollen Diskussionsforen, Konferenzen und Kontaktreisen folgen. In Planung sind auch gemeinsame Aktivitäten auf den Herbstmessen der Branche sowie eine gemeinsame Veranstaltung in Warschau.

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Themenseiten: Bitkom, Business, CeBIT, Politik

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