Dell verklagt Philips wegen CRT-Preisabsprachen

Die EU hatte Philips und andere Monitor-Hersteller letztes Jahr aus diesem Grund mit insgesamt 1,47 Milliarden Euro Strafe belegt. Dell klagt vor einem Gericht in Texas auf Schadenersatz. Über ein weltweites Mitarbeiternetz soll Philips Wettbewerb unterdrückt haben.

Dell hat bei einem US-Bundesgericht in Texas Klage gegen Philips eingereicht. Es wirft der US-Tochter des niederländischen Konzerns vor, im letzten Jahrzehnt die Preise für Kathodenstrahl-Röhren (CRT), die für Monitore und Fernseher benötigt wurden, durch Absprachen mit Wettbewerbern künstlich hochgehalten zu haben, wie Bloomberg berichtet. Jetzt fordert Dell Schadenersatz, Erstattung seiner Gerichtskosten und ein Verfahren vor einem Geschworenengericht.

Dell-Logo

Der Darstellung von Dell nach nutzte Philips ein Netz von Mitarbeitern weltweit, um sich mit scheinbaren Konkurrenten zu treffen und über die Nachfragesituation auszutauschen, über Verkaufsquoten, Marktanteile und über Möglichkeiten, den Wettbewerb zu unterdrücken. Dell verweist darauf, dass auch andere „von Philips geschädigt“ wurden sowie zudem Prozesse gegen „Mitverschwörer“ von Philips laufen.

Vergangenes Jahr hatte die EU schon gegen Philips, aber auch LG Electronics, Panasonic, Toshiba, Samsung SDI und Technicolor Strafen wegen CRT-Preisabsprachen verhängt. In der Summe forderte sie 1,47 Milliarden Euro an Strafzahlungen. Zahlreiche der betroffenen Firmen haben allerdings Berufung angekündigt.

Dell ist gerade auch selbst Gegenstand von Klagen. Aktionäre werfen dem Unternehmen vor, bei seinem Rückzug von der Börse einen allzu niedrigen Kurs anzustreben. Investor Catherine Christner klagt deshalb vor dem Delaware Chancery Court. Auch die Aktionärsvereinigungen Alpine Capital Research, Schneider Capital Management und Dells größter unabhängiger Aktionär Southeastern Asset Management wollen gegen den „unterbewerteten“ Buyout stimmen.

Dell hat im vierten Fiskalquartal 2013 (bis 1. Februar) einen Nettogewinn nach GAAP von 530 Millionen Dollar erwirtschaftet. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum schrumpfte der Überschuss um 31 Prozent. Der Umsatz des Computerherstellers ging der gestern veröffentlichten Bilanz zufolge um 11 Prozent auf 14,3 Milliarden Dollar zurück. Trotzdem übertraf Dell zum Abschluss des Geschäftsjahrs 2013 die Erwartungen von Analysten.

[mit Material von Charlie Osborne, ZDNet.com]

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Themenseiten: Dell, Displays, Gerichtsurteil, Philips

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Florian Kalenda
Autor: Florian Kalenda
Leitender Redakteur ZDNet.de
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