Nokia Siemens Networks tauscht den CFO aus

Nokia Siemens Networks hat Samih Elhage zu seinem neuen Chief Financial Officer (CFO) gemacht. Er berichtet weiter an CEO Rajeev Suri – schließlich war er als Chief Operation Officer (COO) schon bislang Teil der Führungsriege gewesen.

Elhage ersetzt Marco Schröter, der den CFO-Posten erst vor zwei Jahren angetreten hatte, das Unternehmen jetzt aber “mit sofortiger Wirkung” verlässt. Die Formulierung erinnert an Schröters Abgang bei Infineon im Sommer 2010, das er – laut Handelsblatt nach einem Machtkampf mit CEO Peter Bauer – im Streit verließ. Und wie Infineon verlässt Schröter auch NSN zu einem Zeitpunkt, da sich ein Aufwärtstrend zeigt. NSN-CEO Rajeev Suri äußert sich jedenfalls positiv: “Marco hat eine Schlüsselrolle bei der Stabilisierung unserer finanziellen Situation und beim Erreichen eines zuletzt sehr starken Quartalsergebnisses gespielt. Ihm gebührt mein Dank für alle seine Beiträge, und ich wünsche ihm Glück bei den nächsten Schritten seiner Karriere.”

Elhage freilich ist noch kürzer als Schröter bei NSN beschäftigt, nämlich seit März 2012. Seinen bisherigen Posten – den des COO – schafft NSN ab. “Samih hat als COO wesentliche Beiträge geleistet und ist für seine neue Rolle als CFO gut vorbereitet”, sagt Suri. “Er verfügt über große kaufmännische und betriebswirtschaftliche Fähigkeiten – Kompetenzen, die er in der Führung von Nortel sowie als leitender Berater von Aktienfonds und weltweit agierenden Consultingfirmen erworben hat.”

Der Pressemeldung zufolge ist Elhage seit 23 Jahren in der Telekommunikation tätig. Bei Nortel, das er 2010 verließ, war er beispielsweise für Voice-over-IP-Lösungen für Carrier verantwortlich. Ab diesem Zeitpunkt bis zum Einstieg bei NSN übte er aber nur noch beratende Tätigkeiten aus.

Das angeschlagene Joint Venture versucht schon länger durch Standortschließungen und Spartenverkäufe finanziell wieder auf die Beine zu kommen. Bis Ende 2013 wollte es so rund eine Milliarde Euro einsparen. Im Mittelpunkt des weltweiten Restrukturierungsplans steht die Konzentration auf das mobile Breitbandgeschäft.

Das Gemeinschaftsunternehmen von Nokia und Siemens besteht seit 2007, hat aber erst in Folge der jüngsten Sparmaßnahmen erstmals Gewinn gemacht. Im November 2011 kündigte es an, bis Ende 2013 seinen weltweiten Personalbestand um knapp ein Viertel oder 17.000 Stellen zu reduzieren. In Deutschland will es 2900 der 9000 Arbeitsplätze abbauen. Anfang August 2012 gab der Netzwerkausrüster die Schließung von sieben deutschen Standorten bekannt.

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