Stuxnet: Das FBI sucht den Maulwurf

Das FBI und andere US-Bundesbehörden haben begonnen, E-Mail-Konten und Telefonverbindungen von Regierungsmitarbeitern auszuwerten. Sie versuchen herauszufinden, wer die Entwicklung des gegen den Iran gerichteten Wurms durch die USA gegenüber Reportern der New York Times ausgeplaudert hat. Die Zeitung hatte ihre Ergebnisse eineinhalb Jahre langer Recherchen zu Operation “Olympic Games” im Juni 2012 veröffentlicht.

Virus entdeckt - ist es Stuxnet?

Über die jetzigen Nachforschungen berichtet die Washington Post, es werde beträchtlicher Druck auf verdächtige Regierungsmitglieder ausgeübt. Die FBI-Ermittlungen bestätigen die Recherchen der New York Times natürlich zusätzlich, an denen es ohnehin so gut wie keine Zweifel gegeben hatte.

Die New York Times berief sich letztes Jahr auf Quellen aus dem Team für Nationale Sicherheit, die bei Besprechungen anwesend waren – also einen kleinen Kreis an Personen. Demnach entstand Stuxnet als Angriff auf Siemens-Industriesysteme in iranischen Atomanlagen. Der Plan wurde unter dem Arbeitstitel “Olympic Games” von der Regierung Bush in Auftrag gegeben und begonnen, aber die Angriffe unter der Regierung von Barack Obama intensiviert.

Bei einem Treffen mit Obama ging es der Zeitung nach darum, dass der Wurm aufgrund eines Fehlers in die freie Wildbahn gelangt war. Es war damals unklar, wie viel der Iran schon über den Vorfall wusste. Obama und seine Mitarbeiter beschlossen, die Cyberangriffe fortzusetzen. Wenige Wochen später legte eine aktualisierte Version der später von Forschern Stuxnet getauften Malware fast 1000 der 5000 Zentrifugen lahm, mit denen der Iran sein Uran reinigte.

Kurz nach der Veröffentlichung der New York Times zu Olympic Games sagte Obama, seine Regierung werde “null Toleranz” gegenüber Lecks zeigen. Sechs Personen sind angeklagt, vertrauliche Informationen an die Öffentlichkeit gegeben zu haben. Allerdings hat die Regierung nie einen direkten Bezug zu “Olympic Games” bestätigt, der ja gleichzeitig ein Schuldeingeständnis gewesen wäre.

[mit Material von Liam Tung, ZDNet.com]

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